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Bitteres Ende in der zweiten Overtime

DEG verliert Spiel eins in der 82. Minute

Foto: Birgit Häfner

von Tobias Kemberg

In der Schlussphase des dritten Abschnitts liegen die Düsseldorfer in Ingolstadt mit 4:3 in Führung. Doch am Ende verpasst das Team um Doppeltorschütze Philip Gogulla das mögliche „Break“ zum Start der Play-off-Viertelfinalserie und unterliegt in der zweiten Verlängerung mit 4:5.

Fünf Jahre und fast vier Monate liegt der letzte Sieg der Düsseldorfer EG beim ERC Ingolstadt mittlerweile zurück. Am Mittwochabend fehlte praktisch mehrfach nur ein erfolgreicher Schuss, um dieser Serie ein Ende zu setzen und im Play-off-Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga das Auftaktspiel der „Best-of-seven“-Serie zu gewinnen. Nach 81 Minuten und 42 Sekunden aber kassierte die DEG den entscheidenden Gegentreffer in der zweiten Verlängerung und verlor mit 4:5 (0:1, 3:1, 1:2, 0:0, 0:1). Schon am Freitagabend (19 Uhr) geht es mit Spiel zwei im PSD BANK DOME weiter.

„Die Jungs haben hervorragend gekämpft und es war heute kein großer Unterschied zwischen beiden Mannschaften zu erkennen. Am Ende ist es ein glücklicher Schuss, der dieses Spiel entscheidet. Wir greifen am Freitag wieder an“, sagte Düsseldorfs Co-Trainer Daniel Kreutzer.

Diskutable Strafzeit führt zum ersten Gegentor

Play-off-Spiele zeichnen sich bekanntlich oft dadurch aus, dass von Beginn an eine im Vergleich zur Hauptrunde deutlich erhöhte Intensität zu erkennen ist. Das traf auf die ersten Minuten der Serie noch nicht vollends zu, trotzdem war das Tempo hoch und beide Mannschaften sofort darum bemüht, ein vermeintliches Abtasten schnell hinter sich zu bringen.

Nach ausgeglichenen acht, neun Minuten wanderten mit Stephen Harper und Daniel Fischbuch gleich zwei Düsseldorfer Profis gemeinsam auf die Strafbank – während die von Harper für Goalie Henrik Haukeland abgesessenen zwei Minuten in Ordnung gingen, war die Strafe gegen Fischbuch zumindest diskussionswürdig. Mirko Höfflin störte das wenig, der Ingolstädter Center traf bei Fünf-gegen-drei zum 1:0 (11.).

Das Gegentor schien erst einmal Wirkung bei der DEG zu hinterlassen. Ingolstadt hatte das Heft des Handelns fest in der Hand und gab der Düsseldorfer Defensive um Haukeland einiges an Arbeit. Doch das Team von Cheftrainer Roger Hansson verhinderte das 0:2 und kam gleich im ersten Wechsel des zweiten Abschnitts durch Philip Gogulla (21.) zum Ausgleich. Der Topscorer der Rot-Gelben fälschte dabei einen Schuss von Verteidiger Joonas Järvinen perfekt ab.

Foto: Birgit Häfner

Wie ein Duell der Schwergewichtsboxer

Sowohl von der Intensität der Zweikämpfe als auch von den Scharmützeln in den Spielunterbrechungen her hatte die Partie inzwischen absolute Play-off-Temperatur erreicht. Der ERC zeigte sich von Gogullas Treffer zum 1:1 aber wenig beeindruckt und ging durch Charles Bertrand (26.) erneut in Führung.

Die DEG aber verfiel nicht in Hektik, auch in der nächsten guten Phase der Ingolstädter hielt man nach Kräften dagegen. Dann pendelte das Momentum erneut. Mikko Kousa (35.) sorgte mit einem technisch feinen Abschluss für das 2:2 und Stephen Harper (37.) gelang im Powerplay die erstmalige Führung für sein Team. Mit dem 3:2 für die Düsseldorfer ging es ins dritte Drittel, in dem es erneut hin und her ging.

Bis in die 53. Spielminute hinein hielt die DEG den knappen Vorsprung, dann zeichnete Ty Ronning für den Ausgleich des ERC verantwortlich. Doch es blieb dabei: Wer auch immer einen Punch setzen konnte, bekam eine entsprechende Antwort – die Partie kam nun wie ein Schwergewichtskampf auf Kufen daher. Ein perfekt vorgetragener Konter der DEG endete auf Zuspiel von Fischbuch mit dem zweiten Tor Gogullas (55.), aber Tye McGinn (58.) rettete den ERC mit seinem Treffer zum 4:4 in die Overtime.

In der ersten Verlängerung kamen beide Mannschaften zu ihren Chancen, die Entscheidung aber ließ auf sich warten. Umso schneller fand die Begegnung dann in der zweiten Overtime ihr Ende. Nach nur einer Minute und 42 Sekunden gelang Fabio Wagner der Siegtreffer für Ingolstadt.

Statistik: ERC Ingolstadt – Düsseldorfer EG 5:4 n.V. (1:0, 1:3, 2:1, 0:0, 1:0)
DEG/Tor: Haukeland (Hane); Abwehr: Järvinen, Kousa – Ebner, Zitterbart – Geitner, McCrea – Heinzinger; Angriff: Gogulla, MacAulay, Fischbuch – Junemann, Eder, Ehl – Schiemenz, Barta, Harper – Eham, Blank, Borzecki
Schiedsrichter: Gofman/Kopitz
Tore:
1:0 (10:43) Höfflin (Simpson, Edwards/5-3), 1:1 (20:24) Gogulla (Järvinen, Fischbuch), 2:1 (25:18) Bertrand (Simpson, Höfflin), 2:2 (34:26) Kousa (Eder, Ebner), 2:3 (36:57) Harper (Barta, Ebner/5-4), 3:3 (52:15) Ronning (Wagner, Pietta), 3:4 (54:01) Gogulla (Fischbuch, Zitterbart), 4:4 (57:10) McGinn (Stachowiak, Hüttl), 5:4 (81:42) Wagner (Morales)
Zuschauer: 4026
Strafminuten:
16:20
Torschüsse: 50:28

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