Bernhard Ebner erreicht elitären Kreis

Verteidiger geht in seine elfte DEG-Saison

Foto: Kenny Beele

Wenn im September die neue Spielzeit beginnt, haben in den vergangenen 40 Jahren nur drei Eishockeyprofis länger das Düsseldorfer Trikot getragen als der 31-Jährige. Grund genug, um mal wieder in die rot-gelben Eishockeyarchive zu verschwinden.

von Tobias Kemberg

 Als Bernhard Ebner im Sommer 2012 zur Düsseldorfer EG wechselte, hatte sich der langjährige Hauptsponsor Metro gerade zurückgezogen. Die DEG krebste zwei Saisons lang als Tabellenletzter und sportlich nicht konkurrenzfähiger Haufen Aufrechter durch die Deutsche Eishockey Liga. Ebner, der stille Junge aus Schongau in Bayern, entwickelte sich in dieser Zeit zu einem gestandenen DEL-Profi.

Jetzt, im Frühjahr 2022, verlängerte Bernhard Ebner seinen Vertrag um weitere drei Jahre bis 2025. Wenn der Eishockeyklub im September in die Spielzeit 2022/23 startet, geht der immer noch (meist) stille Profi in seine elfte Saison bei der DEG. „Um solche Dinge und Zahlen mache ich mir keine Gedanken“, erklärt Ebner, der bisher 433 Partien für die DEG absolvierte und mit dem Begriff vom „dienstältesten Profi“ nicht allzu viel anfangen kann.

Und doch ist es in der Deutschen Eishockey Liga und gerade auch in der ruhmreichen Historie der Düsseldorfer EG nicht gewöhnlich, dass ein Spieler über einen so langen Zeitraum für einen Klub die Schlittschuhe schnürt. Grund genug für D.SPORTS, mal in die Archive zu gehen und festzustellen, wer in den vergangenen 40 Jahren noch länger als Bernhard Ebner das Trikot der Rot-Gelben getragen hat.

Andreas Niederberger / 12 Saisons
Der Verteidiger prägte die erfolgreichste Zeit des Klubs maßgeblich mit, verteidigte an der Seite von Spielern wie Mike Schmidt, Rick Amann oder Uli Hiemer und feierte zwischen 1990 und 1996 fünf Deutsche Meisterschaften mit der DEG. Insgesamt zehn Mal nahm der 210-malige Nationalspieler an Weltmeisterschaften teil, vier Mal zählte Niederberger zum DEB-Kader für Olympische Spiele. Für die DEG lief Niederberger von 1986 bis 1998 in 577 Spielen der Bundesliga und DEL auf. Dabei gelangen ihm 80 Tore und 248 Vorlagen.

DEG-Legende Chris Valentine. Copyright: imago/Passage

Chris Valentine / 12 Saisons
Sowohl Andreas Niederberger als auch den Mann, dessen Schuss nie daneben ging, wird Bernhard Ebner mit Ablauf seines neuen Vertrages bezüglich der Anzahl der Spielzeiten überholt haben. Noch aber liegt der legendäre Stürmer aus Kanada vor Ebner. Von 1984 bis 1996 prägte Valentine die Offensive der DEG, gewann wie Niederberger fünf Mal die Deutsche Meisterschaft und sammelte in 597 Spielen aberwitzige 1017 (381 Tore, 636 Assists) Scorerpunkte.

Daniel Kreutzer / 16 Saisons

Daniel Kreutzer. Foto: B. Häfner

Neben Valentines Rückennummer 10 wird bei der DEG auch die 23 nicht mehr vergeben – zu Ehren von Daniel Kreutzer. Dem jüngeren Bruder von Meister-Verteidiger Christof war es zwar nie vergönnt, eine Deutsche Meisterschaft mit seiner DEG zu feiern, doch niemand sonst hielt in so vielen Spielen die Knochen für die Düsseldorfer hin. Daniel Kreutzer trug 780 Mal das rot-gelbe Jersey, schoss 217 Tore und bereitete 424 weitere vor. Nach seinem ersten DEL-Jahr bei der DEG 1996/97 und fünf Spielzeiten in Oberhausen und Kassel gehörte Kreutzer von 2002 bis zum Karriereende 2017 zum Team der Düsseldorfer.

Aus ganz alten Zeiten
Abgesehen von Bernhard Ebner trugen in den vergangenen 40 Jahren also nur drei Spieler länger das Trikot der DEG. Auf mehr Spielzeiten in Düsseldorf kamen in den Fünfziger, Sechziger und Anfang der Siebziger Jahren aber noch zwei Andere. Die Stürmer Peter Schmitz (1956 bis 1968) und Peter Gregory (1956 bis 1972) waren 12 bzw. sogar 15 Spielzeiten für die DEG aktiv. Gregorys Zeit an der Brehmstraße wurde lediglich durch ein Intermezzo beim EC Oberstdorf in der Saison 1961/62 unterbrochen.

Auf derselben Stufe
Natürlich steht die elfte Ebner-Saison bei der DEG erst bevor. Deshalb sollen an dieser Stelle auch die Namen derer genannt werden, die auf genau elf Spielzeiten in Düsseldorf kamen: Bei den Verteidigern waren das Christof Kreutzer und Marco Nowak, bei den Stürmern Wolfgang Boos, Walter Köberle und Bernd „Bobo“ Kühnhauser. Bernhard Ebner zieht also spätestens in der neuen Saison in einen illustren Kreis ein – und wer weiß, ob er nicht eines Tages sogar noch mit „Rekordmann“ Daniel Kreutzer gleichziehen wird.

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