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Fortuna erwischt guten Start

Erste Hinweise nach Trainingsauftakt, wo die Reise hingeht

Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Fortuna Düsseldorf ist fünf Wochen vor Saisonbeginn die Vorbereitung gestartet. Dem Laktattest am Samstag folgte einen Tag später der erste Arbeitstag auf dem Platz an der MERKUR SPIEL-ARENA. Zum offiziellen Trainingsauftakt waren nur wenige Fans, rund 150 erschienen, da der Startschuss nicht wie traditionell auf dem Rasen der Kleinen Kampfbahn fiel, sondern auf einem der Trainingsplätze. Die Stimmung war dennoch gut, und um Autogramme zu schreiben, kamen die Profis auch nicht herum. Nur ein Spieler des derzeitigen Kaders, Tim Oberdorf, fehlte wegen einer Erkrankung. Der 26-Jährige fällt mit Pfeifferschem Drüsenfieber vorerst aus. In den Äußerungen der sportlichen Leitung, des Trainers und des Kapitäns konnte man auch schon ein wenig ablesen, wohin die Reise in der kommenden Saison gehen wird.

Transferpolitik – Natürlich kann Fortuna weiterhin nicht aus dem Vollen schöpfen, was die Verpflichtungen angeht. Bis auf Yannik Engelhardt und Vincent Vermeij gibt es noch keine weiteren neuen Spielerim Kader. Aber die Richtung ist deutlich geworden. Die Suche nach einem weiteren treffsicheren Stürmer hat Priorität. Dafür müsste aber eigentlich mehr Geld in der Kasse sein, als es derzeit der Fall ist. Einen möglichen Finanzierungsweg gibt es. Es müsste ein Spieler verkauft werden, und dafür kommen nur drei aus dem aktuellen Kader in Betracht. Florian Kastenmeier dürfte seine Zukunft als aufstrebender Torhüter aber weiterhin bei der Fortuna sehen. Es bleiben Ao Tanaka und Christoph Klarer.

Er ist noch da. Ao Tanaka nahm wie alle anderen aktuellen Fortuna-Spieler die Vorbereitung am Wochenende auf. Foto: Kenny Beele

„Wir haben keine Deadline, und es ist noch viel Zeit bis zum 31. August, wenn die Transferliste schließt“, sagte Klaus Allofs. Der Sportdirektor lässt sich nicht unter Druck setzen. Auch nicht von Panathinaikos Athen und meinte, dass die Griechen vielleicht schon zu optimistisch seien, was eine Verpflichtung von Christoph Klarer angeht, den sie gut für ihren ersten Auftritt nach sieben Jahren auf europäischer Bühne gebrauchen können. Auch beim Japaner Tanaka scheinen die Verhandlungen mit Interessenten aus England (West Ham und Fulham) noch nicht soweit gediehen sein, dass über mögliche Abschlüsse gesprochen werden könnte. Allerdings bringt das auch die Fortuna ihrerseits bei der der Spielersuche keinen Schritt weiter, weil der sportlichen Leitung die Hände gebunden sind. Für den Fall der Fälle versucht der Verein aber den Eindruck zu vermiteln, bereit zu sein, um dann sofort mit Ersatzlösungen reageiren zu können. Aber zu verschenken hat der Zweitligist grundsätzlich nichts.

Vorbereitung – „Ich mag den Start einer Vorbereitung, weil es wieder bei Null losgeht, alle können sich zeigen“, sagte Trainer Daniel Thioune. „Ich kann Spielzeit in den Testspielen verteilen, habe viele Einheiten und viele Inhalte, bei den ich die neuen Spieler kennenlernen kann.“  Allzu viel möchte Thioune nicht ändern, will aber erreichen, dass sein Team in Sachen Intensität deutlich zulegt. Er will schneller nach vorne spielen und vermehrt vertikale Spielzüge sehen.

Die neuen Spieler – Von den neuen Spieler, die bereits da sind, erwartet er viel. „Ich habe gerne Spieler dabei, die Potenzial haben und sich verbessern wollen“, sagt Thioune. Yannik Engelhardt sei nicht umsonst als bester Spieler der 3. Liga im defensiven Mittelfeld ausgezeichnet worden. „Er kann das Spiel nach vorne anderes anlegen, als es die Spieler tun, die wir bisher in unseren Reihen hatten“, glaubt Thioune. Man habe viel Phantasie mit den neuen Spielern. „Vincent ist ein guter Kopfballspieler. Wir hatten zuletzt viele Flanken, und es kann künftig immer ein Mittel sein, ihn nach Flanken zu erreichen. Auch Kopfball-Verlängerungen sind mit ihm eine taktische Möglichkeit“, erklärte Daniel Thioune. 

Sie haben einen guten Draht zueinander: Trainer Daniel Thioune und der bisherige Kapitän Andre Hoffmann. Foto: Kenny Beele

Trainingsarbeit und Spielanlage – Da der Kern der Mannschaft geblieben sei, ist die Basis für Daniel Thioune vorhanden, auf der Fortuna aufbauen kann. Eine Veränderung der Spielanlage mit einem Stürmer, der Bälle ablegen kann, wird es in Ansätzen wie oben beschrieben auch geben, ohne nur noch mit langen Bällen zu arbeiten. Eine gesunde Balance fordert er für die Laufbereitschaft mit und ohne Ball ein. Im Training will Thioune die Intensität erhöhen, aber auch nach letzter Saison mit einigen Verletzungen für mehr Entlastung sorgen. 

Das meint der Kapitän – „Es warten fünf intensive Wochen auf uns, das kennt man und wir sind darauf eingestellt. Wir haben nun viel hat mehr Zeit, an Dingen zu arbeiten, als mitten in der Saison“, sagt Andre Hoffmann, der sich vorstellen könnte, das Amt des Kapitäns wieder zu übernehmen. Aber sein Trainer glaubt, dass er auch Verantwortung übernimmt, wenn er die Binde nicht trägt. Hoffmann wies darauf hin, dass Fortuna bereits in der vergangenen Spielzeit die viertwenigsten Gegentore erhalten habe. Da wolle man sich noch weiter verbessern. „Häufig zu Null zu spielen, das gibt uns Selbstvertrauen und nimmt den Druck von den Stürmern“, sagt der Innenverteidiger, der sich für einen Innenverteidiger mit 30 noch nicht für zu alt hält. Auch der 30-Jährige freut sich auf eine gute Saison mit vielen guten Momenten.

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