DHC-Quartett mit großen Zielen

Vier Düsseldorferinnen bei U21-EM

Sophia Schwabe vom DHC. Foto: Kenny Beele

Am Sonntag beginnt in Belgien die U21-EM im Damen-Hockey. Mit dabei im deutschen Team: gleich vier Spielerinnen des Düsseldorfer HC. Für die und die anderen aus dem DHB-Team soll es nach dem WM-Silber im April in Südafrika erneut eine Medaille werden.

Am Donnerstagmittag ging es los. Da machte sich das „Düsseldorfer Auto“ ins belgische Gent auf, wo für die deutschen Hockey-Damen am Sonntag die U21-EM beginnt. Und allein die Tatsache, dass es ein eigenes Auto brauchte, um die Düsseldorfer Nationalspielerinnen zum Spielort zu bringen, sagt einiges aus über den gestiegenen Stellenwert des DHC im deutschen Damen-Hockey.

Nicht nur, dass der Klub aus Oberkassel zuletzt diverse Meisterschaften feiern durfte, auch in den Nationalteams werden die Düsseldorferinnen immer wichtiger. Bereits bei der kürzlich zu Ende gegangenen Damen-WM waren drei Spielerinnen vom DHC dabei, nun beim ältesten Nachwuchs sind es gleich vier: Lisa Nolte sogar als Kapitänin, Sophia Schwabe, Lilly Stoffelsma und Sara Strauss. Und nicht zu vergessen, dass auch Trainer Akim Bouchouchi Düsseldorfer ist.

Trainer Akim Bouchouchi. Foto: Imago

In den nächsten Tagen ist das aber zweitrangig, da geht es darum, eine Medaille für den Deutschen Hockey-Bund (DHB) einzufahren. Erst im April war das wieder gelungen, bei der U21-WM in Südafrika verlor das DHB-Team erst im Finale gegen die Niederlande. „Da kann man es sich jetzt gut vornehmen, ganz oben landen zu wollen“, sagt Trainer Bouchouchi, der allerdings weit davon entfernt ist, den Titel als gegeben anzusehen: „Wir sind uns bewusst, dass wir uns im Turnier stark weiterentwickeln müssen.“ Denn: „Aktuell wissen wir nicht so richtig, wo wir stehen.“

Kurze Vorbereitung und neuer Kader

Das liegt einerseits daran, dass die Vorbereitung nicht die einfachste war. Kurz war sie, zudem fielen einzelne Spielerinnen nach der langen Saison für Lehrgänge aus. „Wir hatten keine einzige Maßnahme mit dem gesamten Kader. Wir müssen uns erst noch einspielen“, sagt der Trainer.

Das hat noch einen weiteren Grund: Der Kader hat nur noch in Ansätzen mit dem von der U21-WM im April zu tun. Die sollte ursprünglich 2021 steigen, wurde aber wegen Corona verschoben. Trotzdem durfte der 2000er-Jahrgang, der mittlerweile eigentlich zu alt für die U21 ist, noch mitspielen. Nun bei der EM, die regulär zu aktuellen Saison gehört, ist das anders. Also sind nur noch neun WM-Fahrerinnen im EM-Kader, der Rest wurden mit jüngeren Spielerinnen aufgefüllt.

„Es ist eine neue Mannschaft“, weiß auch Lisa Nolte. Sorgenfalten bereitet ihr das aber nicht: „Natürlich kennen sich viele untereinander und wissen, wie man zusammenspielt. Das ist ein Vorteil, weil wir nicht so viel Vorbereitung hatten“, sagt die Kapitänin, die mit 21 nun eine der Älteren ist. Aber die bereits seit Jahren als Führungsspielerin gilt. Nicht umsonst war sie bereits bei der WM Kapitänin.

Lisa Nolte im DHC-Trikot. Foto: Kenny Beele

Dass sie von den Kolleginnen nun erneut gewählt wurde, habe sie „riesig gefreut“. Das sei auch eine „Bestätigung, dass die Mannschaft zufrieden mit mir war, wie ich es bei der WM gemacht habe“. Wobei sie auch nicht zu viel daraus machen will. „Wir haben immer die Kultur, dass jede Verantwortung übernimmt, dass jede weiß, was wir brauchen“, sagt Lisa Nolte, die sich nicht nur über den Zuspruch innerhalb des Teams freut. Weil es nach Gent nur knapp 250 Kilometer sind, werden die Familie und Freunde auf der Tribüne sitzen. „Letztens bei der WM in Südafrika war es für sie natürlich schwierig, gucken zu kommen.“

Schottland, England und Irland

Nicht nur deswegen sind die Ansprüche hoch. Erstes Ziel: „Die Gruppenphase als Sieger beenden.“ Das dürfte aber kein Selbstläufer werden, es geht gegen Schottland (Sonntag, 13.15 Uhr), England (Dienstag, 14.15 Uhr) und Irland (Mittwoch, 13.15 Uhr). Drei Teams, die niemals aufgeben, sagt Trainer Bouchouchi.

Als Hauptkonkurrent gilt England, der Gegner aus dem WM-Halbfinale im April. Das gewann die DHB-Auswahl zwar souverän mit 8:0, aber im Gegensatz zu der treten die Engländerinnen nun in Belgien nahezu mit demselben Kader an. „Da werden wir schon kämpfen müssen“, sagt Bouchouchi, der aber ebenfalls zuversichtlich ist.

Die vier EM-Fahrerinnen mit dem Meister-Wimpel. Foto: Kenny Beele

Das liegt auch an den vier DHC-Spielerinnen, die im DHB-Team alles andere als Nebenrollen spielen: „Lisa ist Kapitänin, Lilly und Sara waren lange im Rennen um die Damen-WM, und Sophia ist auch schon bei der U21-WM im April dabei gewesen. Alle haben bei uns einen wichtigen Part“, sagt der Trainer. „Der Klub und die Stadt können stolz darauf sein, was da gerade stattfindet.“ Lisa Nolte sieht es ähnlich: „Es macht uns stolz, dass wir den DHC so stark vertreten.“ Und zwar so zahlreich, dass es für die Düsseldorfer Fraktion ein eigenes Auto braucht.

Lisa Nolte, Sara Strauss, Lilly Stoffelsma und Sophia Schwabe sind Mitglieder im Junior Elite Team der Stiftung Pro Sport. Die Stiftung möchte den Düsseldorfer Vereinen helfen, ihren besten Talenten eine langfristige Perspektive in der Sportstadt Düsseldorf zu bieten. Dazu hat die Stiftung das Junior Elite Team ins Leben gerufen. Im Junior Elite Team erhalten junge Spitzensportlerinnen und –sportler aus Düsseldorfer Vereinen in olympischen und paralympischen Sportarten eine ganzheitliche Förderung. Neben einer finanziellen Unterstützung erhalten die Athletinnen und Athleten bei Bedarf Beratung und Unterstützung für ihre sportliche und schulische Entwicklung.

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