Rhein Fire schreibt Play-offs (fast) ab

Im Hintergrund laufen schon Planungen für 2023

Foto: Kenny Beele

von Tobias Kemberg

Die Football-Franchise aus der ELF benötigt zum Einzug ins Halbfinale eine Siegesserie und jede Menge Hilfe von anderen Teams in Form von Siegen gegen Konkurrenten. Gesellschafter Martin Wagner zeigt sich mit Blick auf die Chancen im weiteren Saisonverlauf daher äußerst skeptisch. Derweil laufen bereits die ersten Vorbereitungen für das nächste Jahr.

Der Start war vielversprechend, doch nach vier Niederlagen aus den vergangenen fünf Spielen ist die Play-off-Teilnahme für Rhein Fire in der European League of Football in weite Ferne gerückt. „Realistisch betrachtet, ist der Play-off-Zug für uns abgefahren“, sagt Gesellschafter Martin Wagner. „Durch die Niederlage in Barcelona ist der Divisionssieg so gut wie unmöglich. Und die Zweitplatzierten der anderen Divisionen haben einen Sieg mehr als wir und das leichtere Restprogramm.“

Zur Einordnung: Neben den drei Divisonssiegern erreicht nur der beste Zweitplatzierte das Halbfinale in der zweiten Septemberwoche. Und vor nicht allzu langer Zeit hielt Rhein Fire diesbezüglich alle Trümpfe in der eigenen Hand. Doch nach den jüngsten Niederlagen gegen die Hamburg Sea Devils sowie die Barcelona Dragons steht das Team von Head Coach Jim Tomsula bei einer 4:4-Bilanz.

In dieser Woche hat Rhein Fire noch einmal eine sogenannte Bye Week und entsprechend spielfrei, danach müssten alle vier noch ausstehenden Game Days gegen die Istanbul Rams, Frankfurt Galaxy, Cologne Centurions und Leipzig Kings gewonnen werden, um die Halbfinalchance aufrecht zu erhalten. „Und darüber hinaus bräuchten wir noch eine Menge Hilfe in Form entsprechender Niederlagen der Konkurrenten Berlin Thunder und Raiders Tirol“, erklärt Wagner.

Vielfältige Gründe für das (vermeintliche) Verpassen des Saisonziels

Obwohl der ganz große Glaube an die Play-offs so langsam aber sicher verschwunden ist, sieht niemand im oder rund ums Team einen Grund, den Rest der Spielzeit auslaufen zu lassen. Rhein Fire möchte zumindest den Spielverderber für andere Klubs geben. Trotzdem haben die Planungen für die Saison 2023 hinter den Kulissen längst begonnen.

„Das Jahr war für uns alle ein Lerneffekt auf allen Ebenen“, sagt Wagner. „Natürlich sind wir traurig, dass wir unser selbstgestecktes Ziel vermutlich nicht erreichen werden. Die Gründe dafür sind aus meiner Sicht vielfältig. Anders als zum Beispiel die Vienna Vikings sind wir als echtes Start-Up in die ELF gekommen und hatten kein Team aus dem Jahr zuvor. Wir haben sicherlich auch Fehler bei der Zusammenstellung der Mannschaft gemacht. Darüber hinaus mussten wir mit Verletzungen wichtiger Spieler klarkommen und der Eine oder Andere im Team ist nie so richtig in seinen Rhythmus gekommen.“

Foto: Kenny Beele

Nach dem Heimspiel gegen die Frankfurt Galaxy am 21. August sollen die Personalplanungen für die Saison 2023 das nächste Level erreichen. „Noch befinden wir uns in der Bewertungsphase“, gibt Wagner Einblicke. Vor allem mit den Importspielern werden sich die Verantwortlichen noch einmal intensiv beschäftigen. Wer soll bleiben? Wer hat nicht das gebracht, was man sich vorgestellt hat?

Klub würde gerne mit Head Coach Jim Tomsula weitermachen

Zu den Imports, auf die Rhein Fire auch 2023 setzen möchte, dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit Omari Williams gehören. Der Defensive Back aus den USA ist einer der konstantesten Spieler im bisherigen Saisonverlauf. Und nach seiner Performance mit 354 Pass Yards, drei Touchdowns und 73 Prozent bei den angebrachten Pässen gegen Barcelona dürfte auch der nachverpflichtete Quarterback Jadrian Clark ein Kandidat sein, mit dem sich die Macher mit Blick auf 2023 auseinandersetzen.

Kein Geheimnis ist, dass die Franchise die Zusammenarbeit mit ihrem Head Coach gerne fortsetzen würde. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nichts bekanntgeben“, erklärt Wagner in Bezug auf Jim Tomsula. Ein beidseitiges Interesse besteht aber in jedem Fall.

Bei allen Planungen sollen aber die verbleibenden vier Spiele nicht aus den Augen verloren werden. „Im ersten Jahr im oberen Mittelfeld der ELF zu landen, ist jetzt auch nicht ganz so schlecht“, betont Wagner. Und mit einer kleinen Serie und ein bisschen Glück ist ja vielleicht doch noch das Halbfinale drin. Auch wenn sie sich bei Rhein Fire nach außen hin eher skeptisch geben.

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