Pfiffe nach der Schlusssirene

DEG kassiert dritte Niederlage in Folge

Foto: Birgit Häfner

von Tobias Kemberg

Beim 2:4 gegen die Nürnberg Ice Tigers geben die schon vorher schwach spielenden Düsseldorfer zum wiederholten Male eine Partie im Schlussdrittel aus der Hand. Trainer Roger Hansson übt im Anschluss deutliche Kritik an den Unparteiischen und am eigenen Überzahlspiel.

Vier Tage nach dem uninspirierten Auftritt beim 0:2 gegen die Augsburger Panther hat die Saison der Düsseldorfer EG einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Am Dienstagabend unterlag die Mannschaft von Trainer Roger Hansson trotz zweimaliger Führung den Nürnberg Ice Tigers mit 2:4 (1:1, 1:0, 0:3) und wurde nach der Schlusssirene von einem Großteil der 4255 Zuschauer im PSD BANK DOME mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet.

„Im zweiten und dritten Drittel hatten wir keine Qualität in unseren Entscheidungen“, sagte Hansson. „Viele Chancen der Nürnberger haben wir durch Aktionen von uns selbst kreiert. Wir sind zwar verantwortlich für unsere Entscheidungen, aber wir sind nicht verantwortlich für nicht gegebenes Beinstellen und können nicht gegen sieben Mann spielen.“ Damit sprach der Schwede ohne Umschweife eine nicht gegebene Strafzeit vor dem Nürnberger Ausgleich zum 2:2 an und übte deutliche Kritik an den Schiedsrichtern.

Doch am Ende lag es nicht primär an diesen, dass die DEG bei der Rückkehr von Stürmer Paul Bittner, der nach der Verletzung von Brendan O’Donnell sowie des andauernden und mittlerweile mysteriös wirkenden Ausfalls von Victor Svensson als zusätzliche Option verpflichtet worden war, als Verlierer vom Eis trottete.

Tobi Eder trifft zum 1:0 und ist bester Düsseldorfer

Die ersten zehn Minuten der Partie weckten unweigerlich Erinnerungen an den vergangenen Freitag, als DEG und Augsburger Panther ein bisweilen unansehnliches Eishockeyspiel zeigten. Auch Stürmer Tobi fand mit Blick auf die erste Spielphase deutliche Worte: „Das war ganz schrecklich, wir sind hinten schlecht rausgekommen, haben die Beine nicht bewegt, es war kein Einsatz zu sehen. Nach dem Powerbreak sind wir dann in die Gänge gekommen, da sah das Ganze schon viel besser aus.“

Eder selbst gelang nach schönem Doppelpass mit Stephen Harper per Rückhandschlenzer das 1:0 (13.) für die Düsseldorfer. Mit dem Treffer kam – zumindest für einige Wechsel – ein bisschen mehr Schwung in die Aktionen, doch Nürnberg schlug noch vor der ersten Drittelpause in Person von Gregor MacLeod (19.) zurück.

Der auffällige Eder war in der 30. Spielminute dann auch am erneuten Führungstreffer seiner Farben beteiligt. Über Stephen MacAulay und den Nationalspieler fand die Scheibe den Weg zu Mikko Kousa und der finnische Verteidiger erzielte sein erstes Saisontor. Das 2:1 für die bemühten, in ihrem Spiel aber auch immer wieder mit Patzern behafteten Düsseldorfer fiel in die beste Phase der Ice Tigers.

Foto: Birgit Häfner

19 Überzahlspiele in Folge ohne Tor

Weil die DEG aber ihre drei Überzahlsituationen nicht nutzte und damit auch die Powerplays Nummer 17, 18 und 19 in Folge ohne Treffer blieb, glaubten die Nürnberger weiterhin an ihre Chance. Und die sollte kommen. Erst sorgte MacLeod (49.) für den Ausgleich, 77 Sekunden später traf Dane Fox zum 3:2 für die Ice Tigers.

Praktisch im direkten Gegenzug vergab Stephen Harper die große Möglichkeit zum 3:3 – es hätte dem Spiel noch einmal eine entscheidende Wende geben können. So aber verlor die DEG nach dem Empty-Net-Goal von Patrick Reimer erstmals in dieser Saison zum dritten Mal nacheinander. Passend war, wie sich kurz vor Schluss Eder und Philip Gogulla über den Haufen fuhren.

Die neben der Effektivität im Powerplay greifbarsten Probleme der Rot-Gelben zeigten sich auch gegen Nürnberg wieder deutlich: Zu wenige Torschüsse aus gefährlichen Zonen, zu wenige Tore und generell das letzte Drittel, in dem das Team nur drei Mal in nunmehr 23 Spielen ohne Gegentreffer blieb.

„Wir bewegen die Scheibe im Powerplay einfach zu langsam. Das sieht gut aus, wenn wir viel Zone-Time haben. Aber wir spielen zu viel außerhalb der Box. Dann ist es zu einfach für die Gegner“, sagte Hansson, der offen wie selten über Probleme seines Teams sprach. Die nächste Gelegenheit, es besser zu machen, erhält die DEG bereits am Freitagabend im Auswärtsspiel bei den Iserlohn Roosters. Es sollte nicht überraschen, wenn Hansson dafür ein paar Änderungen vornimmt.

Statistik: Düsseldorfer EG – Nürnberg Ice Tigers 2:4 (1:1, 1:0, 0:3)
DEG/Tor: Haukeland (Hümer); Abwehr: Järvinen, Kousa – Böttner, McCrea – Ebner, Geitner – Heinzinger; Angriff: Gogulla, MacAulay, Fischbuch – Harper, Barta, Eder – Eham, Blank, Ehl – Junemann, Schiemenz, Bittner
Schiedsrichter: Schukies/Sewell
Tore: 1:0 (12:48) Eder (Harper), 1:1 (18:47) McLeod (Sheehy, Schmölz), 2:1 (29:42) Kousa (Eder, MacAulay), 2:2 (48:46) MacLeod (Sheehy), 2:3 (50:03) Fox (MacLeod, Reimer), 2:4 (59:14) Reimer (5-6)
Zuschauer: 4255
Strafminuten: 2:6
Torschüsse: 28:29

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