Andre Hoffmann ist nicht zu ersetzen

Fortunas Kapitän will wieder Führungsfigur auf dem Platz sein

Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Andre Hoffmann ist für die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf nicht nur eine Führungsfigur als Kapitän. Der 29 Jahre alte Fußballprofi ist auch als Abwehr-Organisator eigentlich nicht aus dem Team des Fußball-Zweitligisten wegzudenken. Trotzdem ist in seiner Abwesenheit in Fortunas Abwehr nicht allzu viel schiefgelaufen, dank der guten Leistungen von Christoph Klarer und Tim Oberdorf. So muss Hoffmann nun um seinen Platz in der Defensive kämpfen, um zurückzukommen und der Mannschaft auch auf dem Feld wieder zu helfen.

Die Aufgaben eines Kapitäns im Profi-Fußball sind vielfältig. Auf und neben dem Platz gibt der Mannschaftsführer den Ton an, ist die Vertrauensperson für den Cheftrainer und muss immer wieder auf dem Rasen ein Zeichen setzen, um den Mitspielern deutlich zu machen, wie es im Spiel laufen soll. Andre Hoffmann ist auf dem Platz ein Kämpfer, der seinen Gegenspielern im Zweikampf kaum einen Millimeter Raum gibt. Für die neuen Spieler der Fortuna ist er so etwas wie Integrationsbeauftragter und hilft den Neuen, wo er nur kann, damit die Eingewöhnung leichter fällt. Im Gespräch mit den Medien nach dem Spiel oder nach einem Training ist er charmant und sehr verbindlich. Nach Niederlagen kann aber auch er durchaus harte und klare Worte finden – ohne Mitspieler in die Pfanne zu hauen.

Doch Hoffmann hat ein Problem. Der 29-Jährige hat Pech mit Verletzungen und muss zu oft nach zunächst harmlos erscheinenden Muskelverletzungen überdurchschnittlich lange pausieren. Muskelfaserriss, Hodenriss, Gehirnerschütterung, Knochenödem, Halswirbelsäulenverletzung, Nasenbeinbruch, Corona und diverse Muskelverletzungen „pflastern“ seinen Weg seit seiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf vom Juli 2016 an. Auch im Augenblick versucht er sich wieder heranzukämpfen – leider ein Zustand, den der gebürtige Essener zu gut kennt.

90 Minuten Spielzeit beim 3:0-Sieg gegen De Graafschap

So war es für ihn ideal, dass der Trainer dem Mannschaftsrat vorgeschlagen hatte, die Hinrunde um drei Wochen mit intensivem Training und zwei Testspielen zu verlängern. Andre Hoffmann hat sofort zugestimmt, weil er dadurch die Möglichkeit bekam, wieder richtig hineinzukommen in die Trainingsabläufe. Da er nur eine offizielle Minute bei seinem Comeback gegen Kaiserslautern spielen durfte, kamen ihm auch die Testspiele sehr entgegen.

Beim ersten Test dann in Bielefeld wirkte er 72 Minuten mit, gegen Charlison Benschops aktuellen Klub, BV De Graafschap, spielte er an diesem Dienstag beim 3:0-Erfolg sogar durch. Dass er einen kleinen Disput mit dem Trainer hatte, wie man kurz vor der Pause agieren sollte – Ball in den eigenen Reihen halten oder wie es der Trainer wollte aktiv nach vorne zu spielen – nahm er von der spaßigen Seite und meinte, dass der Trainer ohnehin immer Recht habe. 

Andre Hoffmann ist also wieder da. „Es hat Spaß gemacht. Das, was wir uns im Training in den vergangenen zweieinhalb Wochen vorgenommen haben, konnten wir heute gut umsetzen“, sagte der 29-Jährige nach dem hochverdienten 3:0 (1:0)-Erfolg gegen den niederländischen Zweitligisten. „Für den Kopf war das nicht so einfach, noch drei Wochen nach dem Hinrunden-Ende weiter zu trainieren“, sagte Hoffi, wie er von allen Fortunen genannt wird. Er musste tatsächlich ein wenig „pusten“, meinte er. „Das Gute ist, dass alle so gut mitgezogen haben.“ Das sei kein Auslaufen gewesen. 

Andre Hoffmann geht nicht nur auf dem Spielfeld voran. Foto: Kai Kuczera

Jetzt freut sich der Familienmensch erst einmal auf den Urlaub und das Regenerieren. „So eine lange freie Zeit im Winter haben wir noch nie gehabt, aber sie wird vor allem den Spielern guttun, die durchgehend spielen mussten“, sagte Fortunas Kapitän. „Einen so großen Kader wie im vergangenen Jahr haben wir ja nicht mehr.“ Voller Energie werde dann sein Team die Vorbereitung weiterführen. Und dann möchte er mit seinem Team einen Start hinlegen wie in der Hinrunde, als die ersten beiden Spiele gewonnen wurden.

Hoffmann: Unser Ziel ist, noch ein paar Plätze gut zu machen

Die Enttäuschung der letzten beiden Niederlagen nage schon an ihm wie auch den meisten anderen aus der Mannschaft. Daher ist Hoffmann auch vorsichtig, sich in Sachen Aussicht auf die restlichen Ligaspiele nicht zu weit vorzuwagen. „So wie wir in der Rückrunde der vergangenen Saison noch einige Plätze gut gemacht haben, wollen wir das in dieser Spielzeit auch schaffen“, sagt Hoffmann. Er wüsste auch nicht, was dagegen spricht, auch jetzt noch in der Tabelle zu klettern. „Das ist ganz klar unser Ziel.“

Was der Mannschaft in Hoffmanns Augen sehr gut tut, ist die Tatsache, dass fast alle wieder an Bord sind und Daniel Ginczek mit Jahresbeginn auch wieder eingreifen kann. „Es wäre fatal, wenn wir jetzt irgendetwas abschenken, weil wir glauben, es geht um nichts mehr“, sagt er. Man habe gesehen, wie schnell das geht. „Mit den drei Punkten aus dem Kaiserslautern-Spiel wären wir jetzt oben dran und es wäre tabellarisch eine ganz andere Stimmungslage.“ Allerdings ist mit dem Konjunktiv im Profifußball noch nichts erreicht worden – und das weiß auch Andre Hoffmann und bereitet sich entsprechend auf die Rückrunde vor.

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