Klassenerhalt hat für Fortuna Priorität

Futsaler müssen mit kleinerem Budget planen

Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Das zweite Jahr in der Bundesliga ist traditionsgemäß immer schwieriger als das erste. Das gilt normalerweise für einen Aufsteiger in der höchsten deutschen Fußball-Klasse. Beim Futsal-Team der Fortuna ist das etwas anders, weil die höchste Spielklasse im Hallenfußball erst vor einem Jahr ins Leben gerufen wurde und die Düsseldorfer Gründungsmitglied der Bundesliga sind. Doch leichter wird es für das Team von Trainer Shahin Rassi in der zweiten Saison nicht – auch weil der Verein das Budget für die Futsal-Abteilung gekürzt hat.

Dass der Fortuna Düsseldorf die Abteilung Futsal am liebsten wieder loswerden möchte, entbehrt hingegen jeglicher Grundlage, obwohl man sich bei der Fortuna mehr Werbewirksamkeit, mehr Einnahmen und einen insgesamt größeren Benefit von der mit so großen Vorschusslorbeeren in den Verein aufgenommenen Abteilung erhofft hatte. Vielleicht seien in diesem Bereich auch die kalkulierten Einnahmen zu hoch angesetzt worden, wie ein Sprecher des Vereins erklärte. Dennoch will die Fortuna die Futsaler weiterhin unterstützen, kann das aber künftig nur mit eingeschränktem Budget tun.

Das hat Gründe, die auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind. Die Spiele im Castello waren längst nicht so gut besucht, wie erwartet, und die Fortuna musste zudem Einsparungen vornehmen, weil bekanntermaßen größere Einnahmeverluste wegen ausgebliebener Zuschauereinnahmen des Zweitliga-Teams und aus dem Sponsorenbereich die wirtschaftliche Lage in den beiden vergangenen Jahren erschwert haben. So wurden im kompletten Amateurbereich Einschränkungen nötig, und auch die Futsaler blieben davon nicht verschont. Zudem wurde eine Mädchen- und Frauenfußball-Abteilung aufgemacht, so dass auch aus dem Topf des Breitensport ein weiteres Budget dafür erstellt werden musste.

Fortunas Futsaler wird man nur noch selten im Castello sehen. Foto: Kenny Beele

„Futsal steht bei Fortuna nicht auf der Kippe“, sagt Kai Niemann, der Mediendirektor der Fortuna. „Natürlich werden wir uns das im wirtschaftlichen Bereich weiter anschauen, wie bei allen anderen Abteilungen auch.“ Es gehe nicht darum, zum Wohle der Profi-Mannschaft der Breitensport-Förderung Geld wegzunehmen. Damit habe die Kürzung des Futsal-Budgets nicht zu tun. Das sei die falsche Schlussfolgerung.

Nur drei Heimspiele finden noch im Castello statt

Bei den Futsalern selbst ist man natürlich nicht begeistert von den Kürzungen. „Wir hatten gehofft, dass man weiter und mehr in uns investiert“, sagte Heinz-Peter Effing der Sprecher, der Futsaler, der auf der anderen Seite auch die Gründe für das nun kleinere Budget nachvollziehen kann. „Es ist eben schade, dass wir nicht mehr durchgehend im Castello bei besten Bedingungen spielen und trainieren können.“ Drei Meisterschafts-Heimspiele werden noch dort ausgetragen, die anderen Begegnungen vor eigenem Publikum finden in der Comenius-Halle an der Hansa-Allee statt. Zum Training müssen die Futsaler auf diverse Hallen ausweichen.

„Futsal macht jeden Fußballer besser, das sieht man auch daran, dass ein Trainer wie Pep Guardiola seine Spieler regelmäßig Futsal spielen lässt, und auch international große Vereine Futsal stark ins Vereinsleben implementiert haben“, sagt Effing. In Spanien, Portugal und Südamerika würden alle Fußballer sogar mit Futsal anfangen.

Trainer Shahin Rassi glaubt an eine gute Saison. Foto: Kenny Beele

Fortunas Futsaler haben aber die Situation inzwischen so angenommen, wie sie sich darstellt. „Wir wollen das Beste daraus machen und jetzt erst recht zeigen, was wir können“, sagt Effing. Und Trainer Shahin Rassi ergänzt: „Wir haben uns relativ schnell an die neuen Bedingungen angepasst. Wir haben auch keine Zeit, darüber zu murren. Wir haben akzeptiert, dass wir einen Schritt zurück machen müssen.“ Rassi ist überzeugt davon, dass seine Jungs da sehr gut mitziehen.

In Penzberg starten Fortunas Futsaler in die Saison

Co-Trainer Andrey Kornelsen, Konditionstrainer Richi Konstantin sowie Physio Yannick Dielkus stehen Fortunas Futsalern nicht mehr zur Verfügung, von den Spielern haben Mohamed Tahiri und Wael Riani den Verein verlassen. Dafür konnten zwei neue Futsaler vom deutschen Vizemeister Hot 05 Hohenstein gewonnen werden, so dass Trainer Rassi sein Team nicht unbedingt schwächer als im Vorjahr ansieht. Genau gesagt sind es Marko Hudaceck und Jakub Reznicek, die die Fortuna verstärken. 

Am ausgegebenen Saisonziel wird sich nichts ändern. „Wir wollen so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben“, sagt der Trainer. Darüber hinaus hoffen wir, unseren Fans attraktive Spiele mit besonders vielen Siegen anbieten zu können.“ Mit einem Auswärtsspiel starten Fortunas Futsaler am 4. September in Penzberg in die Saison, danach gehts mit dem Heimspielauftakt am 10. September (im Castello) gegen den Deutschen Meister, den Stuttgarter FC, weiter.

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