Düsseldorf lässt ART Giants hängen

Basketball-Team braucht mehr Unterstützung

Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Die ART Giants haben in der vergangenen Saison eine spielfilmreife Performance hingelegt. Nach anfänglichen Niederlagen steigerten sich Düsseldorfs Vorzeige-Basketballer. Sie erreichten unter der Führung von Trainer Florian Flabb das Play-off und machten schließlich das Unmögliche möglich: die ART Giants schafften den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse im Basketball, die ProA. Auch dort legten Coplin, Boner, Richmond, Hollowell und Co. großartig los, bis dann auch die ersten Rückschläge kamen. Jetzt brauchen Düsseldorfs Basketballer die Unterstützung ihrer Fans, um die Klasse zu halten und zu zeigen, dass dieser Sport auch in der NRW-Landeshauptstadt funktioniert.

Es wird eine dichte, emotionsgeladene Unterhaltung geboten. Die Spieler und das Trainerteam geben alles, um die Fans zu begeistern und das CASTELLO zu einer Festung zu machen. Die Leidenschaft der ART Giants auf dem Parkett ist bis auf den letzten Platz der Halle zu spüren. Die Fans gehen mit und versuchen das Beste, um ihr Team nach vorne zu treiben. Doch 530 Zuschauer im Schnitt sind eindeutig nicht genug. Zu wenig, um die wirtschaftlichen Kalkulationen zu erfüllen und zu wenig, um die Rückendeckung zu generieren, damit die Mannschaft auch enge Spiele daheim umbiegen kann, um die nötigen Punkte zum Klassenerhalt sammeln zu können. Die sportlich begeisterten Menschen aus Düsseldorf und dem Uland lassen eine Mannschaft und ein Projekt hängen und im Stich, dass endlich wieder Top-Basketball und emotional hochwertigen Sport bietet.

Lennart Boner, einer der Leistungsträger bei den ART Giants. Foto: Kenny Beele

Die Mannschaft hat einen starken Kader, wenn auch zu den Top-Teams natürlich wirtschaftliche Unterschiede bestehen, wenn man sich die Möglichkeiten dieser Vereine ansieht. Aber was die ART Giants in kürzester Zeit quasi aus dem Boden gestampft haben – mit Unterstützung der Stadt und wichtigen Sponsoren – ist auf dieser ehrenamtlichen Basis schon mehr als beachtenswert. Und es wäre schade, wenn all diese Bemühungen damit enden, dass die Mannschaft am Ende trotz ihrer engagierten Spielweise den Klassenerhalt nicht schaffen sollte.

Die Mannschaft von Florian Flabb hat keinen schlechten Kader. Natürlich sind nicht alle Positionen doppelt und damit gleich gut besetzt. Ausfälle von wichtigen Spielern wie zuletzt Booker Coplin oder bis vor kurzem auch der von Mannschaftskapitän Andrius Mikutis sind nicht aufzufangen. Coplin ist nicht nur in der ProA-Statistik einer der besten Spieler der Liga. Er ist auch die Führungsfigur im Team, der seine Mitspieler mitreißen kann und auch dann trifft und funktioniert, wenn es schwierig ist. Da fehlt logischerweise die Tiefe im Kader. Auch die Identifikationsfigur Lennart Boner, der sich großartig gesteigert hat, wäre nicht so einfach zu ersetzen, da der andere Big Man Alexander Möller noch nicht an sein wahres Leistungsvermögen herangekommen ist.

Die Verletzungen von Spielern, die in entscheidenden Situationen, das Spiel an sich reißen können, was auch für Melkisedek Moreaux gilt, haben den ART Giants nicht gutgetan. Spieler, wie Christopher Rolllins und Jacob Rigoni sind hingegen noch nicht so weit, um dann in diese Rollen der Entscheider springen zu können. Auch Vincent Friederici hat ohne Zweifel großes Talent, aber spielt nicht immer mit dem nötigen Selbstvertrauen. Das ist zuletzt der gesamten Mannschaft etwas abhandengekommen. Das zeigt vor allem auch die Statistik bei den Drei-Punkte-Würfen, die zu Beginn der Saison fast alle in den Korb fielen. Jetzt springen diese Bälle wieder raus und leiten sogar meist den Fastbreak des Gegners ein. Auch unter den Körben waren die ART Giants zu Beginn der Saison erfolgreicher.

Trainer Florian Flabb weiß, wie er seine Spieler motivieren kann. Foto: Kenny Beele

Trainer Florian Flabb weiß um die Probleme seiner Mannschaft und damit umzugehen. „Die letzten Niederlagen waren keine Ausrutscher, sie geben schon zu denken. Aber mit dem Klassenerhalt hat das nichts zu tun.“ Der 30-Jährige wird es schaffen, sein Team wieder aufzurichten. Denn Flabb ist in der Lage, aus seinen Spielern das Optimum herauszuholen.

Positiv ist auch, dass die ART Giants als Viertletzter trotzdem viele Körbe in der Liga erzielen konnten. Das bedeutet, dass der Coach genau weiß, woran er arbeiten muss – vor allem an der defensiven Stabilität. „Wir setzen in unserem Spiel auf Geschwindigkeit. Und dann gehen beim schnellen Umschalten auch mal Bälle verloren“, sagt der Trainer, der weiß, dass er seiner Mannschaft nicht die Stärken nehmen darf. Die Defense muss einfach besser arbeiten. Aber auch dazu braucht die Mannschaft die Unterstützung ihrer Fans.

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