Der vierte Titel ist kein Selbstläufer

DHC-Damen könnten sich aber erneut zum Meister krönen

Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Es wäre zwar keine Sensation, aber das vierte Meisterstück in kürzest möglicher Folge wäre schon etwas sehr Besonderes für das Damenteam des Düsseldorfer Hockey Clubs. An diesem Sonntag fällt in der Domstadt – im Spiel gegen den Erzrivalen Rot-Weiss Köln – die Vorentscheidung, ob das Team von Nico Sussenburger die Vorrunde der Gruppe West gewinnt und damit im Viertelfinale auf einen leichteren Gegner aus der starken Nordgruppe treffen wird. Denn der DHC ist nicht der große Favorit, sondern einer der mehreren Anwärter auf den Titel in einer sehr ausgeglichenen Hallenhockey-Bundesliga.

„Ich bleibe bei meiner Ansicht. Es wäre vermessen, jetzt den Titel bereits einzuplanen oder uns als einzigen ernst zu nehmenden Anwärter auf den deutschen Hallentitel zu sehen“, sagt Nico Sussenburger. Der Trainer der DHC-Damen weiß um die große Konkurrenz aus Hamburg, Köln und vor allem aus Mannheim. Zudem muss Sussenburger einräumen, dass sein Team derzeit noch nicht auf einem so hohen Niveau spielt wie vor einem Jahr zur gleichen Zeit. Es fehlen noch die endgültigen Automatismen, und das Zusammenspiel müsste sich auch noch verbessern. „Ich hoffe, wir kommen noch dahin“, erklärt der Trainer. Erst dann wäre es möglich, sich über den Titelgewinn in der Halle in diesem Jahr Gedanken zu machen.

„Zum klarsten Favoriten haben wir uns bisher noch nicht aufgespielt.“

Nico Sussenburger, Trainer der DHC-Hockey-Damen

Zur besten Zeit im vergangenen (Hallen-)Jahr – als in der eigenen Stadt, im CASTELLO, der Titel geholte werden konnte – gab es zwei fest Blöcke, mit denen der DHC spielte und letztlich auch so eingespielt war. Das hätten die DHC-Damen bisher noch nicht geschafft, was aber vom Trainer auch nicht böse gemeint sei, weil einfach die Zeit zum gemeinsamen Trainieren und Spielen bisher nur eingeschränkt zur Verfügung stand. „Wir sind noch nicht eingespielt und nicht in allen Systemen so stabil“, meint der Trainer.

Trainer und Mannschaft hoffen auf Platz 1 in der Vorrundengruppe West der Hallenhockey-Bundesliga. Foto: Kenny Beele

Auch personell sieht es etwas anders aus. Clara Ycart Canal war zu Beginn der Runde noch nicht dabei. Lulu Steindor, Lilly Stoffelsma und Tessa Schubert stehen gar nicht (mehr) zur Verfügung. Rike Heusgen beispielsweise aus dem Jahrgang 2005, ist ein großes Talent, muss aber natürlich noch Erfahrung sammeln. Sophia Schwabe als noch junge Spielerin brennt auch darauf, ihr Können zu zeigen. 

„Wir sind schon im Anwärterkreis dabei“, sagt Sussenburger und will partout nicht nur kleine Brötchen backen. Und vielleicht andere wirtschaftliche Möglichkeiten lässt der DHC-Trainer auch nicht als Erklärung gelten, warum vielleicht in Mannheim oder beim UHC Hamburg mehr möglich sein sollte. „Wir werden vom Verein sehr gut unterstützt, da gibt es eher ein großes Dankeschön an die Verantwortlichen und diejenigen, die uns so gut unterstützen“, sagt Sussenburger, der sich sehr auf das vorentscheidende Spiel am Sonntag in Köln freut. „Ich habe das große Vertrauen in unsere Mannschaft, dass wir uns deutlich steigern können.“ In den ersten fünf Hallenspielen der Saison war das ordentlich, aber noch nicht auf diesem hohen Niveau.

Die Mannschaft habe den Ehrgeiz und den Hunger weiterhin, große Erfolge zu erzielen. „Auch wenn es vielleicht einem jungen Menschen noch nicht so klar ist“, erklärt der DHC-Trainer. „Überhaupt die Möglichkeit, einen nationalen Titel zu gewinnen, ist etwas Großartiges und wird einem vielleicht hinterher erst als etwas ganz Besonderes bewusst.“ Es sei großartig, zu einem solchen Team zu gehören – von den Torhüterinnen bis zum letzten Mitglied des Staffs. Einige Mitglieder im Team haben bereits fünf Titel im Seniorenbereich geholt. „Das ist doch schon enorm viel“, sagt Sussenburger, der als Trainer dazu entscheidend beigetragen hat. „Das sollte man zu schätzen wissen.“

Selin Oruz ist eine der Führungsfiguren im Team. Foto: Beele

Der große Teamgeist ist für die DHC-Damen ein großer Faktor. Auch wenn es immer mal wieder Reibungspunkte gibt, ist das ein großer Faktor für den Erfolg. „Es muss auch Reibungspunkte geben, sonst wäre es langweilig. Was uns aber einen muss, ist das Verständnis dafür, was wir alle an diesem Club und dieser Gemeinschaft haben und dass man am Wochenende drei Punkte holen will, egal gegen wen es im Spiel geht“, sagt der Trainer über die grundsätzlichen Voraussetzungen für den Erfolg.

An diesem Wochenende steht zuerst das Spiel am Samstag gegen den Crefelder HTC an, was Sussenburger als weitere Gelegenheit ansieht, sich für das Derby am folgenden Tag einzuspielen. „Es ist schade, dass wir sehr früh gegen Rot-Weiss Köln spielen, es wäre eigentlich ein cooles Gruppen-Finale“, sagt Sussenburger, der weiß, dass seine Mannschaft in den anderen Spielen nicht so auf einem hohen Niveau gefordert wird, wie es sich ab dem Viertelfinale darstellen wird. Dass Köln und Düsseldorf die beiden Play-off-Plätze unter sich ausmachen, da gibt es wohl wenig Zweifel. Drei Trainingseinheiten müssen nun reichen, um in Köln zu bestehen. Dann wäre das Viertelfinale ein Heimspiel. „Dazu müssten wir aber unsere Hausaufgaben erledigen“, sagt der Trainer, der mit seinem Team in seiner Heimatstadt auch deshalb gewinnen will.   

Noch läuft im Spiel nicht alles perfekt, wie Trainer Nico Sussenburger meint. Foto: Beele

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