ART Giants, warum?

Warum kommt es einem momentan so vor, als ob die ART Giants nicht erst seit ein paar Spielen in der ProA Basketball-Liga spielen, sondern Gründungsmitglied dieser Spielklasse oder wenigstens schon 10 Jahre 2.-Liga-Basketball zelebrieren? Warum freut man sich als Fan dermaßen, wenn der Spieltag im CASTELLO näher rückt und Trommel, Fanfare und Fahne zum wievielten Mal gecheckt wurde? Warum fängt man als Supporter und Wiggle-Fanclub-Mitglied schon unmittelbar nach dem vergangenen Match an, an das nächste zu denken und zu planen?

Die Antwort ist so klar wie banal: Weil es nur noch Spaß macht, was die Flabb-Gang Woche für Woche auf den Court veranstaltet. Nicht perfekt, ganz und gar nicht Ball-Zauberei und schon gar nicht permanente allerhöchste Spielkultur. Aber – und da lass ich mal den Ruhrpott‘ler raushängen, der ich nicht bin, aber die Philosophie liebt – es wird „malocht“. „Malocht?“, Ja genau und es ist an der Zeit, den Klugscheisser zu präsentieren: „Maloche“ bezeichnet umgangssprachlich „schwere Arbeit“. Das Wort geht auf hebräisch מְלָאכָה (melā(‚)ḵā(h) – meläkä), „Arbeit“, zurück. Klugscheissmodus beendet.

Kenny Beele

Als gelernter Handwerker bedeutet für mich harte Arbeit immer auch ehrliche Arbeit. Wer hart arbeitet und ehrliche Arbeit abliefert wird immer respektiert und geschätzt. Genau darum liebe ich das Team. Natürlich hat die Mannschaft auch kreative, technisch starke Spieler in ihren Reihen, die das Publikum verzücken durch ihr Können, aber wenn es einmal hart auf hart kommt – wie gegen Leverkusen neulich – dann wird aus Basketball-Elben, furchterregende Orks. Wenn man mit magischen Spielzügen nicht weiterkommt, darf‘s ganz gerne mal „Knüppel aus dem Sack“ sein, frei nach den Gebrüdern Grimm.

Sind wir doch mal ehrlich: Wer ist nicht ausgeflippt, als ein „Boom Boom“ Boner, „Gunner” Coplin oder „Terrier“ Vincent Friederici ihre ganze Wucht in Rebounds, Dunkings, Steals oder Blocks legten? Ich gehöre ganz sicher dazu und auf der Fanclub-Tribüne steppte um uns herum der Bär, bei solchen irren Aktionen. Niemand ließ diese Maloche kalt.

Kenny Beele

Man kann mal verlieren, wie gegen Jena damals, aber wenn, dann nur mit fliegenden Fahnen untergehen, einem „Hurra“ auf den Lippen, hocherhobenen Hauptes und der Gewissheit, dem Gegner fürchterlich auf die Nerven und Knochen gegangen zu sein. Jeder Kontrahent muss aus einem Game gegen die ART Giants herausgehen und heilfroh sein, die 40 Minuten halbwegs unbeschadet überstanden zu haben. Noch Tage später muss der Gedanke an die Flabb-Bande zu nervösen Ticks führen.

Das klingt ein wenig martialisch, aber ich denke, jeder Leser weiß was gemeint ist. Genau darum lieben wir das Team und seiner Interpretation von Basketball.

Ich schau mal fix, ob Trommel, Fanfare und Fahne bereit liegen, schließlich ist heute wieder ein Spiel. Man sieht sich dann wieder am 06. November im CASTELLO gegen das Spitzenteam der Tigers aus Tübingen oder auswärts am 04. November in Münster.

Euer Heiko Sauer

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