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Drei Tzolis-Tore sichern Fortuna den Sieg

3:2 - Thioune-Team fährt mit Rückenwind nach Bochum

Foto: Beele

von Norbert Krings

Fortuna Düsseldorf hat das 14. Liga-Spiel in Folge nicht verloren und sich mit dem 3:2-Erfolg im letzten regulären Saisonspiel gegen den 1. FC Magdeburg Rückenwind für das Relegations-Hinspiel am kommenden Donnerstag in Bochum verschafft. Der Höhepunkt des Spiels war der dritte Treffer von Christos Tzolis, der nicht nur den Dreier für seine Mannschaft sicherte sondern dem Griechen auch die Torjägerkanone verschaffte.

Daniel Thioune hatte erwartungsgemäß seine Mannschaft durcheinandergewirbelt und allein die Viererkette auf drei Positionen verändert. Kapitän Andre Hoffmann stand genauso von Beginn an auf dem Rasen wie auch Nicolas Gavory und sogar auch Takashi Uchino. Einzig „Überlebender“ der vergangenen Woche war in der Kette Jordy de Wijs. Auf der Sechs wurde der gelbvorbelastete Yannik Engelhardt von Marcel Sobottka ersetzt, Shinta Appelkamp und Vincent Vermeij wurden ebenfalls geschont. Immerhin konnte so auch Christoph Daferner versuchen, sein erstes Pflichtspieltor für die Fortuna zu erzielen.

Engelhardt, Vermeij und Florian Kastenmeier waren überhaupt nicht im Kader. Dennis Gorka saß als Ersatz-Torhüter auf der Bank, Karol Niemczycki war dafür gegen Magdeburg die Nummer 1. Viele dieser Wechsel waren nicht nur zur Schonung der Stammkräfte gedacht, sondern stellten auch ein Dankeschön an die Spieler dar, die nicht so oft Gelegenheit bekommen hatten, ihr Können über eine längere Zeit zu zeigen und stattdessen meist ihren Mitspielern „nur“ den Rücken gestärkt haben.

Schon beim Einlaufen dürften die Spieler eine Gänsehaut bekommen haben. Die über 50.000 Zuschauer in einem fast vollen Stadion standen und sangen die Vereinshymne mit, winkten mit den vielen Fahnen und hofften auf ein unterhaltsames Spiel. Das war eine Würdigung einer ganz starken Saison. Auf der Tribüne saß auch ein Kicker-Redakteur, der die Kopie der Torjägerkanone mit im Gepäck hatte – falls Christos Tzolis mehrfach treffen sollte. Vor allem von den Flanken-Sprints von Jona Niemiec sollte der Grieche laut Plan der Fortunen profitieren, was auch gleich beim ersten Angriff der Fortuna offensichtlich wurde. Aber auch mit den Vorlagen von der anderen Seite wurde Tzolis von Gavory gesucht. Also ging es von Anfang an offensivfreudig und mit Fortuna-Schwung zur Sache. 

Tzolis bringt sein Team in einer starken ersten Viertelstunde in Führung

Und nach Minuten war es bereits so gekommen, wie es sich zuvor angedeutet hatte. Taka Uchino schickte Niemiec auf der rechten Seite, der dann mit hohem Tempo in den Strafraum eindrang und Christos Tzolis maßgerecht bediente. Der Torjäger fackelte nicht, sondern vollstreckte eiskalt zum 1:0 (6. Minute) in den linken oberen Winkel. Einen besseren Start hätte sich weder Tzolis, noch die Fortuna und die Fans wünschen können. Es dauerte dann nur eine gute Viertelstunde, bis es Marcel Sobottka mit einem Heber gelang, Tzolis erneut ideal freizuspielen. Mit der Fußspitze gelang es dem 22-Jährigen, Magdeburgs Keeper Reimann zum 2:0 zu überwinden (21.).

Es lief für die Fortuna also alles nach Maß, die Stimmung war bestens und die Vorbereitung auf die Relegation schien also bestens zu gelingen. Doch so ganz wollten die Gäste da nicht nur als Statisten mitspielen und kamen recht leicht zum Anschlusstreffer (31.), als die Fortuna-Abwehr bei einer Magdeburger Kombination nicht gut aussah und Bryan Teixeira Torhüter Niemczycki umkurven und dann ins leere Tor zum 1:2 schießen konnte. Das Erfolgserlebnis belebte das Team der Magdeburger, die plötzlich deutlich besser mithalten konnten, auch weil die Platzherren teilweise zu hektisch agierten. So ging es mit dem knappen Vorsprung für die Fortuna in die Kabine.

Zu oft konnten die Fortunen in der zweiten Hälfte den Gästen nur hinterherschauen. Foto:

So gut wie die erste Hälfte angefangen hatte, so schlecht begann die zweite Hälfte. Mit einem einfachen Steilpass wurde Fortunas Abwehr entblößt. Jason Ceka hatte für das Zuspiel gesorgt, Coonor Krempicki traf mit einem satten Schuss ins lange Eck zum Ausgleich (48.). Ganz so leicht machten es die Gäste den Fortunen also nicht, die noch Glück hatten, dass das vermeintliche 3:2 wieder durch Krempicki für den 1. FC Magdeburg nicht zählte, weil sich Daniel Heber zuvor im Abseits befunden hatte.

Bei Fortuna haperte es lange Zeit mit dem Kombinationsspiel. Die erste gute und nächste (Tzolis)-Chance gab es in der 60. Minute, als Reimann in höchste Not retten musste. Zuvor hatte es kaum gefährliche Angriffe auf Seiten der Platzherren gegeben. Tanaka und Sobottka hatten inzwischen gelb-rotgefährdet auch den Platz verlassen, Zimmermann und Appelkamp waren für sie gekommen. In der Schlussviertelstunde sah das Spiel der Fortuna auch wieder deutlich zielgerichteter aus.

Die Flanken in den Strafraum wurden aber zunächst nicht besser. Immerhin hatte Tzolis noch einen Abschluss, den aber erneut Reimann für die Gäste abwehren konnte. Aus dem fünften Sieg im fünften Spiel gegen Magdeburg wurde dann aber doch noch etwas für Trainer Daniel Thioune. Und erneut durfte sich die Mannschaft, der Verein und die Fans bei Christos Tzolis bedanken, der seinen dritten Treffer und damit den 22. Saisontreffer erzielte. Der Plan seiner Mannschaftskameraden, Tzolis für den Gewinn der Torjägerkanone in Szene zu setzen war also mehr als aufgegangen. Was für ein Happy End in diesem Spiel, was für eine grandiose Saison – die punkte- und tormäßige beste Saison in der 2. Bundesliga für die Fortuna. Und das gute Gefühl vor dem Relegationsspiel war mehr als inklusive.

Statistik:
Fortuna: Niemczycki – Uchino, Hoffmann, de Wijs (78. Quarshie), Gavory – Sobottka (55. Zimmermann) – Niemiec (71. Klaus), Tanaka (55. Appelkamp), Johannesson, Tzolis – Daferner (71. Mustapha)
Kader Fortuna: Gorka – King Manu, Oberdorf, Jastrzembski
Magdeburg: Reimann – Hoti, Gnaka, Müller – Heber, Krempicki, Condé (46. Nollenberger), Bockhorn – Ceka (87. Amaechi), Teixeira (71. Ito), Atik
Schiedrichter: Timo Gerach (Landau / Note: 2, gute Leistung, klare, aber auch harte Linie)
Zuschauer: 50.028
Tore: 1:0 (6.) Tzolis, 2:0 (20.) Tzolis, 2:1 (31.) Teixera, 2:2 (48.) Krempicki, 3:2 (88.) Tzolis
Gelbe Karten: Tanaka (3.), Sobottka (3.), Quarshie (3.), Klaus (6.) / Bockhorn, Atik
Rote Karte: – / Kilian (Co-Trainer)
Beste Spieler: Tzolis / Krempicki, Ceka
Chancen: 8:4
Besonderer Moment des Spiel: Das war die 88. Minute, als es Christos Tzolis tatsächlich geschafft hatte, seinen dritten Treffer zu erzielen und die Torjägerkrone zu erobern.
Spielfazit: Fortuna hatte einen Superstart hingelegt, aber nach dem 2:0 das Spiel an den Gegner abgegeben. Magdeburg war dann nicht mehr das schlechtere Team. Da aber Christos Tzolis einen Supertag hatte, gewann die Fortuna dann doch noch.

Noten der Fortunen:
Niemczycki 3 – Uchino 3,5, Hoffmann 3, de Wijs 3,5, Gavory 3 – Sobottka 3,5 – Niemiec 3,5, Tanaka 3, Johannesson 3,5, Tzolis 1 – Daferner 3,5 / Appelkamp 3, Zimmermann 3

Reaktionen:
„Es war das dritte Spiel in dieser Saison, und die Fortuna freut sich immer, wenn sie gegen uns spielen dürfen. Die erste Viertelstunde war mies, da hätten wir höher zurückliegen können. Nach der Pause haben wir noch einmal umgtellt, und wir hätten uns auch belohnen können. Ich bin schon ein wenig enttäuscht, aber ich weiß auch um die enorme Qualität der Fortuna und wünsche alles Gute.“
Christian Tietz, Trainer des 1. FC Magdeburg

„Dreimal gegen Magdeburg in dieser Saison gespielt und wir waren dreimal nicht die bessere Mannschaft. Jedes Mal haben wir das Quentchen Glück gehabt, dass wir uns dann noch belohnt haben. Aber ich bin unfassbar stolz auf diese Mannschaft. Das Team hat eine Super-Energie über die gesamte Saison gezeigt. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr über diese tolle Mannschaft in den nächsten Tagen gesprochen wird. Alles cool. Ab morgen geht die Reise in die Relegation los. Das Ergebnis war komplett unwichtig, ich wollte, dass das Spiel funktioniert und die Jungs, die neu reingekommen sind, etwas Gutes zeigen. Ich bin froh, dass wir mit einem guten Ergebnis in die Relegation gehen. Aber das hätte auch nichts mit der Mannschaft gemacht, wenn es nicht funktioniert hätte.“
Daniel Thioune, Trainer der Fortuna

„Ich bin sehr glücklich, sehr stolz und auch müde. Dass ich mit der beste Torjäger der 2. Bundesliga geworden bin, ist ein tolles Gefühl. Gerade jetzt gut in Form zu sein in der entscheidenden Phase der Saison ist sehr wichtig. Ich hatte schon vor, das eine oder andere Tor zu erzielen. Es ist schön, dass ich das umsetzen konnte. Meine Teamkameraden haben an mich geglaubt und mir gesagt, dass ich drei oder vier Tore schießen würde. Ich habe das so gut aufgenommen und es geschafft. Letztlich wollte ich aber nur das Beste für mein Team.“
Christos Tzolis, dreifacher Torschütze der Fortuna

„Der Erfolg sagt einiges über uns aus, zum Beispiel dass uns einige Meilensteine auf unserem Weg gelungen sind. Wir hatten uns vor der Saison viele Gedanken gemacht. Wir konnten viel davon umsetzen. Ich will noch kein Fazit ziehen, weil wir den letzten Schritt auch noch gehen.“
Christian Weber, Sportdirektor der Fortuna

„Mit Abpfiff war mir egal, wie das Spiel gelaufen ist. Hauptsache wir haben gewonnen. Letztlich hatten wir alle schon seit gestern und dem Abpfiff der Bundesliga-Saison den VfL Bochum im Kopf. Wir waren heute nicht 100 Prozent konsequent. Ich hatte aber das Gefühl, dass dieser Erfolg die Saison rund gemacht hat. Jetzt stehen zwei absolute Highlight-Spiele an. Über Wochen haben wir gute Leistungen gebracht und uns die Relegation hart erkämpft und verdient. Jetzt können wir die Saison perfekt machen.“
Andre Hoffmann, Kapitän der Fortuna

„Wir hatten nach dem 2:2 eine schwere Phase, aber wir haben gezeigt, dass wir einen guten Kader haben. Für Christos freuen wir uns sehr, dass er die Torjäger-Kanone geholt hat. Er ist ein wunderbarer Mensch. Ich hoffe, dass wir dann nächste Woche Montag richtig feiern können.“
Matthias Zimmermann, Defensivspieler der Fortuna

„Das Wichtigste war nicht der Sieg heute, sondern ist nun das Spiel am Donnerstag. Es war aber gut, dass wir den Sieg mitgenommen haben und schön, dass Christos noch eine Individual-Trophähe geholt hat. Wir haben es ihm alle gegönnt. Wir hatten heute keine gute Konterabsicherung. Aber es passt zur Saison, dass wir nach dem 2:2 noch das 3:2 machen konnten. 20.30 Uhr an der Castroper Straße wird ein besonderes Highlight.“
Marcel Sobottka, Mittelfeldspieler der Fortuna

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