„Vom Timing her war es perfekt“

Boxer Timo Rost siegt nach 42 Sekunden

Fotos: Kenny Beele

Besser hätte sich Timo Rost den Kampfabend am Freitag wohl nicht vorstellen können. Nicht nur die Atmosphäre bei seinem Auftritt in der Historischen Stadthalle Wuppertal war so, wie sich das der Düsseldorfer Profiboxer wünscht. Er gewann gegen den Polen Mariusz Biskupski auch gleich in der ersten Runde durch K.O. – der perfekte Neustart für Rost nach der Trennung von seinem Promoter.

Herr Rost, schon nach 42 Sekunden war Ihr Gegner am Boden. Wie konnte das passieren?

Timo Rost: Mit so einem frühen Ende habe ich auch noch keine Erfahrungen gemacht. Es war schon verrückt, aber ich habe halt genau die kurze Rippe getroffen, danach konnte er nicht mehr stehen. Ich war nach dem Kampf noch kurz in seiner Kabine, er ist dann direkt ins Krankenhaus gefahren. Wenn die Rippe auch nur angebrochen ist, kann man nicht mehr aufrecht stehen. Er war nach dem Schlag ja direkt weg.

Was haben Sie in dem Moment gedacht?

Rost: Ich war damit ehrlich gesagt etwas überfordert, weil wir eigentlich auch mit einem Kampf über die Runden gerechnet hatte. Ich hatte schon mal ein Gegner aus diesem Team mit dem gleichen Trainer. Das sind alles in Anführungszeichen Holzköpfe, die du mit Treffern am Kopf eigentlich nicht runterkriegst. (lacht)

Beschreiben Sie die Szene aus Ihrer Sicht.

Rost: Vom Timing her war es perfekt. Er war im Vorwärtsgang und wollte nach rechts hinter mir hergehen, dann habe ich einen relativ unorthodoxen Schlag gemacht, indem ich mit der Schlaghand runter zum Körper gegangen bin. Da hat das Timing auf die Sekunde gepasst. Weil er den linken Ellbogen ein Stück weit vorne hatte, hat der Schlag genau darunter gepasst.

Ein perfektes Ergebnis oder hätten Sie gern länger geboxt?

Rost: Das kann man so einfach gar nicht sagen. Auf dem Papier ist es für das Ranking sehr gut. Ein K.O. in der ersten Runde bringt die meisten Punkte. Mein Gegner war vom Ranking her jetzt nicht so hoch, dass es richtig viele Punkte gibt, aber wir haben das Beste herausgeholt. Andererseits hätte ich rein sportlich gern länger geboxt, weil man so jetzt gar keine Bewertung machen kann, was den Trainingszustand und meine Entwicklung vom Kampf davor angeht. In 42 Sekunden kann man nichts bewerten.

Wie zufrieden waren Sie mit dem Drumherum? Nach dem Kampf zuvor in Karlsruhe schienen Sie wenig von der Stimmung begeistert gewesen zu sein. Jetzt in Wuppertal waren wieder Ihre Fans dabei. War das wieder mehr nach Ihrem Geschmack?

Rost: Absolut, wobei man auch da bei 42 Sekunden nicht viel sagen kann. Was mir halt in Karlsruhe aufgefallen war: Bei Treffern passiert nichts in der Halle. Wenn ich vorher in Düsseldorf und Umgebung geboxt habe, sind bei Treffern alle ausgerastet. Jetzt war das wieder so. Ich habe schon beim Einlauf gemerkt, dass die Fans da waren. Allein die Atmosphäre in der Historischen Stadthalle war unglaublich. Ich glaube, ich habe noch in keiner geileren Halle geboxt, was die Atmosphäre angeht. Das hat der Veranstalter Legacy richtig gut gemacht, auch was die Beleuchtung angeht.

Wie geht es weiter? Wissen Sie schon, wann, wo und gegen wen der nächste Kampf ansteht?

Rost: Es sind ein paar Sachen offen. Eva (Managerin Eva Dzepina) und ich besprechen das diese Woche. Nach so einem Kampf braucht man jetzt auch nicht so viel Pause. Natürlich hat die Vorbereitung geschlaucht, davon muss man sich erholen. Aber theoretisch könnte ich schon Ende August oder Anfang September wieder kämpfen.

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