Sieben neue und 15 bekannte Gesichter

DEG-Kader für Saison 22/23 ist komplett

Foto: Kenny Beele

von Tobias Kemberg

Verteidiger Alec McCrea ist der siebte und letzte Zugang für die Spielzeit 2022/23. Sportdirektor Niki Mondt sieht eine insgesamt gute Mischung in einem Team, in dem die Hälfte der Profis auch bereits für 2023/24 unter Vertrag steht. Die bedeutendste Veränderung im Kader des Düsseldorfer Eishockeyklubs gibt es auf der Torhüterposition, die meisten der Neuen sind Stürmer.

Acht Wochen vor dem Saisonstart in der Deutschen Eishockey Liga sind die Kaderplanungen der Düsseldorfer EG abgeschlossen. Mit Verteidiger Alec McCrea hat Sportdirektor Niki Mondt die (vorerst) letzte Verpflichtung für die Spielzeit 2022/23 getätigt. Der US-Amerikaner kommt vom DEL-Konkurrenten Iserlohn Roosters zur DEG. „Uns hat noch ein rechtsschießender Verteidiger gefehlt und in Alec haben wir diesen gefunden“, erklärt Mondt. Der von vielen erwartete Eins-zu-eins-Ersatz für den zum Deutschen Meister Eisbären Berlin abgewanderten Marco Nowak ist der 1,91-Meter-Mann aus San Diego aber nicht.

„Marcos Weggang fangen alle Verteidiger gemeinsam auf. Wir haben einige Jungs in der Defensive, die anstelle seiner im Powerplay spielen und für offensive Gefahr sorgen können. Deswegen war es nicht zwingend nötig, noch einen Überzahl-Verteidiger zu holen. Im Powerplay haben wir in der Vergangenheit zudem auch mit fünf Stürmern agiert“, erklärt Mondt. „Alec McCrea hat seine Vorzüge bei Fünf-gegen-fünf. Auch im Unterzahlspiel wird er eine wichtige Rolle einnehmen.“

Alec McCrea ist der siebte Neue im DEG-Team. Foto: City-Press

McCrea erhält bei der DEG einen Einjahresvertrag und ist nach Jakub Borzecki, Josef Eham, Alexander Blank, Philip Gogulla, Stephen Harper und Henrik Haukeland der siebte Neue im Team von Neu-Cheftrainer Roger Hansson.

Tor
Die bedeutendste Veränderung im Vergleich zur vergangenen Saison gibt es auf der Torhüter-Position. Mirko Pantkowski hat seinen Vertrag in Düsseldorf nicht verlängert und sich den Kölner Haien angeschlossen. Als neue Nummer eins ist Henrik Haukeland gekommen. Der Norweger, der zur Mitte der Spielzeit 2021/22 zum EHC München kam und dort großen Anteil am Finaleinzug hatte, unterschrieb bei der DEG einen Zweijahresvertrag und bildet mit Hendrik Hane das neue Torhüter-Gespann.

Über die daraus resultierende Abkehr vom zuletzt eingeschlagenen Weg mit zwei deutschen Goalies sagt Mondt: „Auf dem Markt war kein deutscher Torhüter, der die Qualität in unserem Team auf dieser Position erhöht hätte. Deswegen sind wir sehr glücklich, dass sich die Möglichkeit mit Henrik ergeben hat. Seine Verpflichtung ist eine Qualitätssteigerung, aber keine Garantie oder ein Grund, dass irgendjemand in der Defensive auch nur einen Schritt weniger machen darf.“

Abwehr
McCrea ist der einzige neue Profi in der Düsseldorfer Defensive. Niklas Heinziger, Luca Zitterbart und Top-Schlittschuhläufer Kyle Cumiskey bilden das Trio, das ohnehin noch einen gültigen Vertrag für die neue Saison besaß. Mit Bernhard Ebner, Nicolas Geitner und dem für viel Stabilität sorgenden Joonas Järvinen konnte die DEG neue Verträge abschließen. Damit stehen sechs der acht Verteidiger aus der Vorsaison weiter im Team. Nur Nowak und David Trinkberger haben den Verein verlassen.

„Eine gewisse Kontinuität und ein Gerüst sind nicht unwichtig“, sagt Mondt. „Wir hatten auch schon Sommer, in denen wir viele Abgänge zu verzeichnen hatten, obwohl das von unserer Seite so nicht gewollt war. Das ist in diesem Jahr anders gewesen. Natürlich sind unsere finanziellen Mittel nicht grenzenlos, deswegen hat der eine oder andere Spieler auch einen längeren Vertrag erhalten. Das gibt dann nicht nur dem Klub mehr Sicherheit.“

Angriff
Längere Verträge in der Gruppe der Stürmer haben unter anderem die drei neuen U23-Angreifer bekommen. Alexander Blank, Jakub Borzecki und Josef Eham sind mit Arbeitspapieren bis 2024 ausgestattet worden. „Die Jungs sind alle Jahrgang 2002 und daher noch drei Jahre U23-Spieler in der DEL. Es wäre doch ärgerlich, wenn sie uns nach einem Jahr Eingewöhnung in der Liga bereits wieder verlassen würden“, sagt Mondt.

Dass die DEG jungen deutschen Spielern in der Vergangenheit viel Eiszeit gegeben hat, ist nach Ansicht des Sportdirektors ein nicht unerheblicher Pluspunkt bei den Vertragsverhandlungen mit Profis für die U23-Stellen. Die Vorzüge der Stadt spielen laut Mondt ebenso eine Rolle – und genau diese kennt auch Philip Gogulla bestens. Der gebürtige Düsseldorfer, der nach seiner überragenden Saison 2018/19 zuletzt vergeblich in München einer Meisterschaft hinterherjagte, ist zurück bei der DEG. „Philip hat auch mit 34 Jahren nichts von seiner Klasse eingebüßt. In München hat er zuletzt im Powerplay gespielt. Wir sind total überzeugt von ihm“, freut sich Mondt über den Rückkehrer, der bis 2025 unterschrieben hat.

Brendan O’Donnell (l.) und Stephen MacAulay sollen auch diese Saison für Tore sorgen. Foto: Birgit Häfner

Der letzte Neue in der Offensive ist der vielseitig einsetzbare Stephen Harper. Für den 27 Jahre alten Kanadier ist die DEG die erste Karrierestation außerhalb Nordamerikas. „Er kann viele Rollen einnehmen. Auf dem Papier ist er erst einmal für die dritte Reihe vorgesehen. Aber er könnte auch in der ersten oder vierten Reihe oder sogar als Verteidiger genutzt werden“, sagt Mondt.

Wie in der Abwehr bringt die DEG auch im Angriff ein qualitativ gutes Grundgerüst zurück: Alexander Barta, Tobi Eder, Alexander Ehl, Daniel Fischbuch, Stephen MacAulay, Brendan O’Donnell, Cedric Schiemenz und Victor Svensson hatten noch gültige Verträge oder verlängerten frühzeitig. Mit Paul Bittner, Jerry D’Amigo, Mike Fischer, Jakob Mayenschein, Brett Olson, Niklas Postel und Carter Proft wurden allerdings auch sieben Offensive aus dem letzten Jahr mit Trainer Harold Kreis verabschiedet.

Fazit
Ein größerer Umbruch blieb trotz einiger personeller Wechsel im Angriff aus. Die Qualität im Kader ist mindestens genauso hoch wie in der vergangenen Saison. Nicht zuletzt durch die Verpflichtung von Torhüter Henrik Haukeland dürfen sich die Fans berechtigte Hoffnungen machen, dass ihr Klub erneut in die Play-offs einziehen wird.

„Generell denke ich, dass wir qualitativ und charakterlich eine gute Truppe haben. Wir haben junge Spieler, die sich in der DEL beweisen und etablieren wollen. Und wir haben erfahrene Profis, die zeigen wollen, dass sie immer noch auf Top-Niveau spielen. Die Mischung ist gut und die Voraussetzungen auf dem Papier sind da. Ab September gilt es dann, all das auf dem Eis zu bestätigen“, gibt sich Mondt zuversichtlich.

Die DEG hat ihren Kader zudem mit Weitblick zusammengestellt. Elf der 22 Profis sind bis mindestens 2024 an den Verein gebunden. Wie gut das neue Team unter dem neuen Trainer Roger Hansson funktioniert, wird sich dann spätestens am 16. September zeigen. Dann geht es im PSD BANK Dome im ersten Saisonspiel gegen den ERC Ingolstadt.

Das DEG-Team für 2022/23 (N=neu; K=Kontingentspieler):
Tor: Hendrik Hane, Henrik Haukeland (N, K)
Abwehr: Kyle Cumiskey (K), Bernhard Ebner, Nicolas Geitner, Niklas Heinzinger, Joonas Järvinen (K), Alec McCrea (N, K), Luca Zitterbart
Angriff: Alexander Barta, Alexander Blank (N), Jakub Borzecki (N), Tobias Eder, Josef Eham (N), Alexander Ehl, Daniel Fischbuch, Philip Gogulla (N), Stephen Harper (N, K), Stephen MacAulay (K), Brendan O’Donnell (K), Cedric Schiemenz, Victor Svensson (K)

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