„Mein Herz wird immer an Borussia hängen“

Kristian Karlsson sagt „tschüss“

Foto: Matthias Ernst

von Tobias Kemberg

Zwei Triumphe in der Champions League, drei Pokalsiege und vier Deutsche Meistertitel – nach sechs Saisons im Trikot der Borussia verlässt der 30-Jährige den Klub und spielt künftig für den französischen Klub GV Hennebont TT. Im Interview mit D.SPORTS blickt der amtierende Doppel-Weltmeister auf seine Zeit in Düsseldorf und auf den emotionalen Schlussakkord mit dem Gewinn der Meisterschaft am vergangenen Wochenende zurück.

Herr Karlsson, nach sechs Jahren bei der Borussia beginnt zur neuen Saison ein neues Kapitel für Sie. Wie werden Sie die Zeit in Düsseldorf in Erinnerung behalten?

Kristian Karlsson: Ich blicke mit viel Stolz und Dankbarkeit auf diese sechs Jahre bei der Borussia zurück. Egal, wo ich im weiteren Verlauf meiner Karriere spielen werde: Mein Herz wird immer an Borussia hängen. Wenn es die Zeit erlaubt, werde ich in der nächsten Saison als Zuschauer zurückkommen und die Jungs von der Tribüne aus unterstützen. Ich werde alle hier sehr vermissen.

Am vergangenen Samstag haben Sie im Doppel mit Dang Qiu für den entscheidenden Punkt beim DM-Finale in Frankfurt gesorgt. Wie haben Sie diesen Moment erlebt?

Karlsson: Diesen Moment nach dem Matchball werde ich nie vergessen. Es war das perfekte Ende meiner Zeit bei der Borussia. Im Ballwechsel zuvor habe ich schon versucht, mit meiner Vorhand alles klar zu machen. Das wäre vielleicht noch einen Tick filmreifer gewesen. Aber es war auf jeden Fall ein wunderbarer und sehr emotionaler Abschluss.

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Wie war es für Sie vor dem Doppel? Während der vier Einzel zuvor konnten Sie nur zuschauen und mitfiebern. . .

Karlsson: Nervenaufreibend. Die Spiele zwischen Düsseldorf und Saarbrücken sind in der Vergangenheit immer sehr knapp gewesen. Daher war das Doppel aus unserer Sicht nicht unrealistisch. Ich persönlich habe es erwartet, denn nur im Einzel von Anton Källberg gegen Tomas Polansky war die Favoritenrolle etwas auf unserer Seite. Die anderen Matches waren 50:50-Spiele. Am Ende kam es zum Doppel und so konnte ich noch mal eingreifen. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Im Verlauf des Doppels haben die Schiedsrichter wiederholt Ihre Aufschläge moniert. Was war da eigentlich los?

Karlsson: Ich habe zwar verstanden, was die Schiedsrichter bemängelt haben. Aber dann müssen sie das nicht nur beim Stand von 7:5 oder 8:6 ansprechen, sondern praktisch bei jedem Aufschlag. Ich habe zuvor beim Ballwurf ja nichts anders gemacht. Natürlich habe ich mich etwas darüber geärgert, aber am Ende ist alles gut, denn wir haben das Spiel gewonnen. Dang hat mich in diesen Situationen wieder runtergebracht (lacht).

Wie wichtig ist Ihnen persönlich dieser Titel zum Abschied?

Karlsson: Sehr wichtig. Für die kommenden Tage und Wochen gibt mir dieser Sieg zum Abschied noch einmal ein richtig gutes Gefühl. Und bei einer Niederlage hätte meine Freundin einen schlecht gelaunten Kristian Karlsson im Griechenland-Urlaub ertragen müssen (lacht). Ich habe hier eine ganze Menge Titel gewonnen – aber noch einer obendrauf ist halt immer besser. Borussia Düsseldorf spielt immer für Titel. Das ist die Mentalität des Klubs. Und die hat immer gut zu mir gepasst.

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