Judo: Weltklasse-Events im Wochen-Takt

Frey und Matijass starten beim Grand Slam in Abu Dhabi

Johannes Frey - Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Kaum ist die Judo-WM beendet, schaut an diesem Wochenende die Weltspitze in diesem Sport bereits wieder nach Abu Dhabi. Dort findet das sehr gut besetzte Grand Slam Turnier statt. Dort gehört Johannes Frey vom TEAM DÜSSELDORF mit zu den Favoriten in seiner Gewichtsklasse über 100 Kilogramm. Außerdem ist erstmals seit längerer Zeit Martin Matijass wieder auf der Matte zu sehen. Der Judoka des JC 71 aus Düsseldorf möchte herausfinden, wo er sich international in der Klasse bis 90 Kilo derzeit im internationalen Vergleich einordnen kann.

Im Gespräch mit Johannes Frey ist dem 25 Jahre alten Schwergewichts-Judoka anzumerken, dass er an der unglücklichen Niederlage bei der WM in der Vorrunde gegen den Vize-Olympiasieger und Weltmeister von 2018, Guram Tushishvili aus Georgien, noch zu knabbern hat. „Erst einmal war ich traurig über meine dumme Niederlage, weil ich den Kampf neun Sekunden vor dem Ende noch abgegeben habe“, sagt Frey, der ansonsten sicherlich sehr gute Chancen auf eine WM-Medaille gehabt hätte. „Ich war der Aktivere, ich habe ihn zweimal geworfen und verstehe bis heute nicht, warum ich nur eine Wertung bekommen habe.“

Johannes Frey (links) verlor gegen Guram Tushisvili (GEO) zuletzt bei der WM nur hauchdünn. Foto: Beele

Anstatt aber jetzt frustriert zu sein, wandelt Frey die Enttäuschung in einen Schub Extramotivation um, weil er weiß, dass er richtig gut in Form ist. Der Vize-Europameister aus Düsseldorf startet in Abu Dhabi zwar „nur“ als Achter der Setzliste. „Auf jeden Fall nehme ich etwas Positives mit. Ich habe gemerkt, dass ich auf diesem Niveau mehr als mithalten kann und zur Weltspitze gehöre“, sagt er und hofft darauf, in Abu Dhabi auch ergebnistechnisch zu zeigen, dass mit ihm zu rechnen ist. Zudem besteht bei einer erfolgreichen Teilnahme die Möglichkeit, einige wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation für Paris 2024 zu sammeln.

„Ich starte nicht nur, um nur dabei zu sein, sondern für mich geht es jetzt immer um Medaillen und Turniersiege“, sagt Frey, der von dieser Erkenntnis angespornt wird, so stark zu sein, dass er nahezu jeden Konkurrenten bezwingen kann. Auch die Kämpfe im Team, die sich in Taschkent dann noch an die Einzelkonkurrenz angeschlossen hatten, waren dann alles andere als eine Enttäuschung für den 25-Jährigen. „Das pusht mich nach vorne, und ich weiß, dass ich derzeit superstark bin.“ Doch leicht wird es auch in Abu Dhabi nicht, weil offensichtlich einige Athleten der Weltspitze eine ähnliche Saisonplanung hatten, wie Frey und seine Trainer Pedro Guedes (Bundestrainer) und Daniel Gürschner (Bundesstützpunkt) und damit ebenfalls am Wochenende im Wüstenstaat antreten werden.

Martin Matijass: Nach Abgabe der Masterarbeit hat der Sport Priorität

Zunächst eine Reise ins Ungewisse ist der Start in Abu Dhabi für Martin Matijass. Der JC-71-Judoka war lange verletzt und hofft jetzt, dass seine Form so gut ist, dass er sich auch für das Nationalteam empfehlen kann. Zudem hat er vor ein paar Tagen seine Zeit an der Uni (Bio-Chemie) abgeschlossen und kann sich nun ganz auf seinen Sport und die Aufgabe, wieder Anschluss an die Weltspitze zu finden, konzentrieren. „Die Adduktoren-Verletzung war dann chronisch und hat sich etwas hingezogen, bis alles auskuriert war. Die Erleichterung, meine Masterarbeit abgegeben zu haben, trägt außerdem zur guten Stimmung bei.“

Martin Matijass möchte beim Grand Salm herausfinden, wo er derzeit steht. Foto: Kenny Beele

Seit Anfang August ist der 26 Jahre alte Judoka wieder im Training und hat erste Formtests bei kleineren Turnieren absolviert. Jetzt stehen ihm Kämpfer aus der Weltelite gegenüber. „Jetzt kommt der erste große Kracher wieder“, sagt er. „Ich möchte mich in Stellung bringen, um mehr Turniere dieser Art kämpfen zu können“, sagt Matijass. Auch für ihn geht es um Qualifikationspunkte für Olympia und die Möglichkeit, sich bei den Trainern wieder in Erinnerung zu bringen. Eine Platzierung unter den ersten Sieben wäre das erste Ziel. Falls es noch weiter nach vorn ginge, hätte der Düsseldorfer sicherlich nichts dagegen.

Von den ersten 30 der Weltrangliste sind so viele Athleten dabei, dass sich die Punkteausbeute für Olympia bei einem Erfolg durchaus lohnen kann. Matijass muss noch ein wenig abkochen, um unter die 90-Kilo-Marke zu kommen. Aber das sollte kein Problem darstellen. „Das gehört zum Leben eines Judoka dazu“, sagt er. Und auch sein Umfeld ist froh, dass er wieder aktiv wird und zeigen kann, was er draufhat.

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