„Alles was vorher war, zählt nicht mehr“

DHC-Routnier Dominic Giskes warnt vor Frankfurt im Abstiegs-Play-down

Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Am Wochenende werden die Nerven bei den Herren des Düsseldorfer Hockey Clubs aufs Äußerste gespannt sein. Gleich zweimal tritt das Team von Trainer Mark Spieker zuhause gegen Frankfurt 1880 an. Mit zwei Erfolgen könnte der DHC gleich zwei wichtige Schritte machen, um den Gang in die 2. Bundesliga zu vermeiden. Drei Erfolge in der Serie Best-of-Five sind nötig, die nächsten beiden Spiele wären in Hessen, das gegebenenfalls fünfte Spiel würde dann wieder in Düsseldorf stattfinden.

Bei den Damen ist nicht nur der Modus im Viertelfinal-Play-off für das Team vom Seestern anders. Auch die Erwartungen und Ansprüche unterscheiden sich sehr von den männlichen Kollegen des DHC. „Wenn alles normal läuft, müssten wir das spielerische Vermögen haben, um uns die der Serie Best-of-Three gegen den Berliner HC durchzusetzen“, sagt Nico Sussenburger. Der Trainer weiß zwar, dass auch im Spitzenhockey Überraschungen möglich sind, aber der Deutsche Meister hätte noch zwei Heimspiele, um einen möglichen Unfall zu reparieren. Doch zuletzt haben Elisa Gräve, Selin Oruz, Annika Sprink & Co zu souverän gespielt, dass der Konkurrent auf eine Überraschung spekulieren könnte.

Dominic Giskes spricht für die Herren von einem unangenehmen Gegner, wenn er über Frankfurt 1880 redet. „Diesen Team hat keinen ausgewiesenen Star, sie kommt über den Teamgeist und zeigt viel Leidenschaft auf dem Platz“, sagt der Routinier im Team des DHC. „Die letzten Ergebnisse des Gegners waren auf jeden Fall vorzeigbar.“ Beim DHC war es zuletzt nach gutem Rückrundenbeginn etwas anders. „Wir haben zuletzt ordentlich auf die Mütze bekommen mit 1:9 und 1:6“, sagt Giskes. Da müsse man schauen, wie das im Team stimmungstechnisch verarbeitet wird.

Dominic Giskes gibt auch auf dem Feld mit seiner Erfahrung Anweisungen. Foto: Kenny Beele

Doch die Abstiegs-Play-downs sind ein völlig neuer Abschnitt der Saison. Mit den drei erforderlichen Siegen kann das Jahr gerettet werden, und auch nächste würde der DHC dann in der Feldhockey-Bundesliga spielen und weitere Entwicklungsschritte gehen können. „Alles was vorher war, ist jetzt egal“, sagt Giskes, der im Herbst mit seinem Team (nur) 2:2 gegen Frankfurt gespielt hat. Seitdem ist viel passiert, einige Spiele mussten unter coronabedingter Personalnot bestritten werden. Dann wurde die Mannschaft durch den Einbau von jungen Spielern wieder aufgerüstet und breiter gemacht. Nach dem Trainerwechsel von Sebastian Folkers zu Mark Spieker, der von Nico Sussenburger unterstützt wird, haben sich dann alle Spieler neu präsentieren können. 

„Der Druck ist für die Teams viel höher als in einem Halbfinale“

„Das drückte sich nicht so sehr in den Ergebnissen aus, aber im Training ist wieder richtig Feuer drin, und das ist gut“, sagt Giskes, der selbst bereits die Trainerlaufbahn einschlagen hat. „Aber genau jetzt sind die Trainer gefordert. Jetzt in den Big Point-Spielen kommt es drauf an.“ Es sei eine Mammutaufgabe, mit so vielen jungen Spielern in so ein Endspiel-Duell zu gehen. „Der Druck ist in diesem Duell gegen den Abstieg höher, als wenn ich ein Halbfinale spielen würde“, sagt Dominic Giskes. „Klar, auch da freuen sich die Leute, wenn sie sich durchsetzen können, aber Spiele gegen den Abstieg sind für den Kopf heftiger.“

Auf die These seines Trainers Mark Spieker angesprochen, dass sich normalerweise der DHC durchsetzen müsste in diesem Duell, kommt die eindeutige Antwort des inzwischen zum Bundesstützpunktleiter aufgestiegenen DHC-Spieler: „In einem solchen Duell passiert in der Regel nicht das Normale, also kann man das kaum trainieren.“ Wenn es der DHC allerdings schafft, dass eigene Spiel durchzuziehen, dann könnten auch beide ersten Spiele vor heimischem Publikum gewonnen werden. „Wir haben das Zeug und die spielerische Qualität, Frankfurt zu bezwingen, aber diese Mannschaft ist erfahrener“, sagte der 1985 geboren Hockeyspieler, der hofft, dass der DHC nun den Schalter auf mehr Offensive umlegen und mit zwei Siegen im Rücken eine Woche danach in Frankfurt antreten kann.

Die Titelverteidigung ist das Ziel der DHC-Damen

Die DHC-Damen sind klarer Favorit gegen den Berliner HC, und alles anderer als ein klarer Erfolg in der Hauptstadt wäre eine Überraschung. Vor allem auch deswegen, weil die beiden klaren Siege gegen Mülheim am vergangenen Wochenende auch spielerisch einen deutlichen Fortschritt gezeigt haben. Zudem habe laut Trainer auch die Effizienz vor dem gegnerischen Tor mehr als gestimmt. 

„Insgesamt finde ich den Modus im Viertelfinale gut, damit nicht eine Saison nur in 60 Minuten entschieden ist“, sagt der Damentrainer des DHC. Die bessere Mannschaft werde sich so mit größerer Sicherheit durchsetzen. „Für einen neutralen Zuschauer ist das schon nicht ganz so durchsichtig. Erst gibt es eine Gesamtgruppe, dann zwei Gruppen, dann das Viertelfinale im Modus Best-of-Three und dann ein Final Four mit jeweils einem Ko-Spiel in Halbfinale und Finale.“ Optimal wäre es für Sussenburger, wenn es auch im Final Four mindestens Hin- und Rückspiele geben würde. „Aber die Ko-Spiele bereiten die Nationalspierinnen besser auf solche Situationen im internationalen Vergleich vor“, sagt Sussenburger, dessen Ziel mit seiner Mannschaft eindeutig die Titelverteidigung ist – falls die Nerven mitspielen.

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