„Erweiterte Weltspitze“

3x3-Team fährt erstmals zum Masters

Fotos: Kenny Beele

Es ist ein Meilenstein in der noch jungen Geschichte des Düsseldorfer 3×3-Projekts. Die Basketballer von Live Fast Die Young haben zum ersten Mal ein Masters erreicht. Das gelang ihnen während eines nervenaufreibenden Challengers in Kroatien. Trainer Kevin Magdowski spricht über das Turnier, die jüngere Entwicklung und was die Master-Qualifikation für das Team bedeutet.

Herr Magdowski, nehmen Sie uns doch mal mit auf die Reise durch das Turnier in Kroatien.

Kevin Magdowski: Es hat schon sensationell begonnen. Wir mussten erst durch die Qualifikation in einer Dreiergruppe mit Washington und Belgrad, zwei sehr schwere Gegner, Washington hatte zuvor den Challenger in Poitiers gewonnen und ist das Team der Stunde. Und die schlagen wir mit 21:18 bei 40 Grad in der Mittagshitze. Ein wirklich guter Auftakt. Aber dann wurde es richtig lustig: Washington gewann gegen Belgrad. Wir waren also gezwungen, gegen Belgrad, das letzte Woche beim Challenger in Hamburg ins Finale gekommen war, mindestens 18 Punkte zu machen. Und dann lagen wir 9:19 zurück, aber wir drehen das Spiel noch, machen einen 12:1-Lauf und gewinnen 21:20. Das war auch ein bisschen glücklich, weil die schon den Freiwurf zum Sieg hatten. Aber sie treffen ihn nicht und wir holen noch extrem auf. Das war schon wie im Film.

Aber dann begann erst das richtige Turnier…

Magdowksi: Da ging die Cinderella-Story weiter. Da spielen wir in der Gruppe erst gegen die mongolische Nationalmannschaft, gegen die wir bei der WM verloren haben. Das haben wir nun wieder, aber ganz gut gespielt, 15:21. Trotzdem mussten wir dann gegen die kroatische Nationalmannschaft gewinnen, um weiterzukommen, und die schlagen wir 21:9. Also waren wir im Viertelfinale gegen eine serbische Mannschaft, die man auch mal schlagen muss, was wir getan haben: 21:16. Im Halbfinale ging es dann gegen Fribourg, gegen die wir in Pristina verloren hatten. Das haben wir diesmal einfach anders gemacht und mit einem Wurf in der letzten Sekunde mit 21:20 gewonnen.

LFDY-Trainer Kevon Magdowski. Foto: Kenny Beele

Damit standen Sie nicht nur im Finale, Sie waren auch zum ersten Mal für ein Masters qualifiziert.

Magdwoksi: Da sind alle Dämme gebrochen, wir haben uns unheimlich gefreut. Im Finale gegen die Serben aus Liman, die letztens Weltmeister geworden sind, war dann etwas die Luft raus. Da haben wir mit 9:21 recht deutlich verloren. Natürlich kann man jetzt das Haar in der Suppe suchen, aber die ersten Zwei kommen ja zum Masters, und wir waren wirklich chancenlos.

Was lief da falsch?

Magdowksi: Liman ist die beste Mannschaft der Welt. Und wir mussten vorher so hart kämpfen, um überhaupt dahin zu kommen. Wir hatten durch die Qualifikation ja zwei Spiele mehr als die anderen, beide bei 40 Grad. Da waren wir wirklich platt.

Sind Sie durch den Sprung zum Master endgültig oben angekommen? Hat Düsseldorf nun einen Namen in der 3×3-Szene?

Magdowski: Ja, es gibt ja nur zehn Challenger im Jahr, nur die ersten Zwei bekommen ein Ticket für das Masters. Und wenn man das geschafft hat, ist man auf der Liste. Wir gehören jetzt dazu. Wir sind nicht ganz oben bei den absoluten Topteams, aber dahinter sind wir, haben gezeigt, dass wir es können. Wir haben jetzt im Hinterkopf, wie es geht. Das wird man bei den nächsten Turnieren merken. Wir sind in der erweiterten Weltspitze angekommen, aber es muss noch der nächste Schritt kommen für die absolute Weltspitze.

Ist der nächste Schritt mit dem aktuellen Personal möglich, das einfach mehr Erfahrung und Wettkampfhärte benötigt? Oder braucht es dafür langfristig neue Spieler?

Magdowski: Das kann man so jetzt nicht sagen. Natürlich muss sich jeder Verein weiterentwickeln, aber wir haben nun mal keine Spieler, die seit zehn Jahren 3×3 spielen. Wir spielen mit denen, die wir haben, was bedeutet: absoluter Kampf, Einsatz und Trainingsfleiß. Und da werden wir auch immer besser, das merkt man. Wir sind das zweite Jahr auf der Tour, Leon Fertig spielt sogar erst sein erstes Jahr 3×3. Das kann man nicht vergleichen mit einem Team wie Liman, das mehr oder weniger seit Gründung der Sportart dabei ist, seit sechs, sieben Jahren. Da kommt man nicht so schnell ran, das ist ein langer Prozess, aber den leiten wir gerade ein.

Welchen Stellenwert hast die erste Masters-Teilnahme im August in der Schweiz?

Magdowski: Das ist die höchste Turnier-Kategorie, die man spielen kann. Es gibt sogar mehr Weltranglistenpunkte als bei der WM und genauso viele wie bei Olympia. Es gibt zwölf Masters-Turniere im Jahr, ungefähr gleichmäßig verteilt auf Europa, Amerika und Asien. Die sind sportlich vielleicht gar nicht mal besser als ein Challenger, weil man sich auch für viel Geld einkaufen kann und deswegen nicht nur die Besten dabei sind. Aber natürlich kommen auch die Topteams, die ersten Drei der Welt sind eigentlich immer dabei. Und das Setting ist noch mal etwas anderes. Gerade Lausanne ist ein traditionsreicher Masters-Standort, da gibt es an allen vier Seiten große Tribünen, die Video-Begleitung ist noch mal auf einem anderen Niveau. Da geht es für den Gewinner auch gleich um 50.000 Dollar und um individuelle Auszeichnungen. Masters sind das Ziel eines jeden 3×3-Teams – und wir haben uns jetzt unseren ersten Spot ergattert.

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