Vier Eishockey-Nationalmannschaften, ein Turnier. Vom 5. bis 8. November 2026 findet der traditionsreiche Deutschland Cup erstmals in Düsseldorf statt. D.SPORTS stellt die teilnehmenden Nationen nacheinander vor – der vierte und abschließende Teil der Reihe befasst sich mit Gastgeber Deutschland.
Das erste Länderspiel einer deutschen Eishockey-Nationalmannschaft liegt inzwischen stolze 116 Jahre zurück. Am 10. Januar 1910 unterlag Deutschland im ersten Spiel der damals noch ausgetragenen Europameisterschaft dem späteren Sieger Großbritannien mit dem für die Sportart doch eher untypischen Resultat von 0:1. Seither wurden 73 WM- und 22 Olympia-Teilnahmen in den Geschichtsbüchern vermerkt. Zu den größten Erfolgen zählen zweifellos die Silbermedaillen bei den Olympischen Spielen in Sotschi 2018 sowie fünf Jahre später bei der Weltmeisterschaft im finnischen Tampere. Seit 1909 gehört Deutschland dem Eishockey-Weltverband an, der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) wurde allerdings erst 1963 gegründet. In der aktuellen IIHF-Weltrangliste steht Deutschland derzeit an siebter Position.
Historie beim Deutschland Cup
Als Gastgeber ist Deutschland seit Anbeginn des Turniers ununterbrochen dabei und kommt auf bislang 36 Teilnahmen. Wenn der Deutschland Cup im November 2026 zum ersten Mal im PSD BANK DOME in Düsseldorf stattfindet, geht die Mannschaft des neuen und am 27. August vorgestellten Bundestrainers André Rankel als Titelverteidiger in die 37. Auflage des Wettbewerbs. 2025 reichten unter Harold Kreis zwei Siege in drei Spielen gegen Lettland und die Slowakei zum insgesamt elften Triumph beim Heimturnier – damit ist Deutschland auch Rekordgewinner. Den ersten Sieg gab es 1995, die weiteren wurden 1996, 2009, 2010, 2012, 2014, 2015, 2021, 2022 und 2023 gefeiert.
Stars von früher
Drei Stürmer haben es in ihrer Karriere auf eine zweistellige Anzahl an Teilnahmen beim Deutschland Cup gebracht. Michael Wolf und Patrick Hager waren zehn Mal dabei, Daniel Pietta sogar elf Mal. DEG-Geschäftsführer Andreas Niederberger zählt mit sieben absolvierten Turnieren zu den Top-Verteidigern in dieser Liste. Deutschlands Rekordnationalspieler Udo Kießling (321 Einsätze) kommt hingegen nur auf zwei Deutschland-Cup-Teilnahmen.

Moritz Müller (Nr. 91) umarmt Erich Kühnhackl. Foto: Imago/Action Pictures
Wer nach dem bedeutendsten deutschen Eishockeynationalspieler aller Zeiten fragt, der bekommt aber meistens nicht Udo Kießling als Antwort genannt. Mit 134 Toren sowie 224 Scorerpunkten und seiner Art Eishockey zu spielen gilt Erich Kühnhackl als der beste deutsche Spieler. Kühnhackl gewann 1976 in Innsbruck mit dem deutschen Team die olympische Bronzemedaille und wurde 2000 zum „Deutschen Eishockeyspieler des Jahrhunderts“ gewählt. Weitere prägende Figuren in der Historie der Nationalmannschaft waren Alois Schloder (1976 bei den Olympischen Spielen Kapitän und 272 Länderspiele), Dieter Hegen und Gerd Truntschka, die mit der Düsseldorfer EG auf Vereinsebene herausragende Erfolge feierten, oder bei den großen Erfolgen der jüngeren Vergangenheit beispielsweise Moritz Müller.
Topspieler von heute
Da die National Hockey League (NHL) während des Deutschland Cup keine Pause einlegt, werden alle vier teilnehmenden Nationen ohne ihre Stars aus Nordamerika antreten. Und obwohl die Nominierungen für das Turnier im PSD BANK DOME erst kurz vor dem Turnier vorgenommen werden, dürfen sich die Eishockeyfans auf namhafte Profis freuen. So wie im Team Germany zum Beispiel auf Topspieler der großen DEL-Klubs aus Berlin, Mannheim und München wie Leo Pföderl, Tom Kühnhackl, Justin Schütz oder Yasin Ehliz.
Der Deutschland Cup ist für die Bundestrainer aber immer auch eine gute Möglichkeit, um junge Talente internationale Eishockeyluft schnuppern zu lassen. So zählten 2025 zum Beispiel Verteidiger Adrian Klein oder Stürmer Danjo Leonhardt (beide Straubing Tigers) zu genau diesen Profis im DEB-Kader.
Kurioses
So unglaublich der Gewinn der olympischen Bronzemedaille 1976 auch war, so kurios kam er zustande. Nach dem letzten Spiel gegen die USA dominierte die Enttäuschung in der deutschen Kabine. Das damalige Reglement für den Quoten-Vergleich bei Punktgleichheit war extrem kompliziert. Die deutschen Spieler dachten, dass sie das Edelmetall knapp verpasst hätten. Funktionäre holten den Taschenrechner heraus und stellten fest: Deutschland hatte Bronze mit einem Vorsprung von winzigen 0,041 Toren vor den USA geholt. Die völlig überraschten Spieler wurden daraufhin noch einmal aus der Kabine geholt und zurück aufs Eis geschickt.
