136! Mit dieser Zahl schaffte es der Verein DJK Agon 08 Düsseldorf einst ins berühmte Guinness Buch der Rekorde. Möglich machten dies die Basketball-Frauen des Klubs aus Mörsenbroich, die in eben genau 136 aufeinanderfolgenden Spielen in nationalen Meisterschafts- und Pokalwettbewerben ungeschlagen blieben. Eine schier unglaubliche Zahl. Bis heute ist die DJK Agon 08 Deutscher Rekordmeister im Frauen-Basketball – mit ihren zwölf gewonnenen Meisterschaften zwischen 1975 und 1991. Hinzu kamen in dieser Zeitspanne sieben Titel im DBB-Pokal und zwei Europapokalfinals.
Seinen Anfang nahm das bis heute größte Düsseldorfer Basketball-Märchen in den 1970er-Jahren. Das Ehepaar Walter und Mathilde Breuer baute von seiner eigenen Begeisterung für den Sport angetrieben eine weibliche Jugend-Abteilung auf. Und die gehörte schon kurze Zeit später zur deutschen Elite. „Mathilde Breuer rekrutierte als Sportlehrerin die besten Spielerinnen aus den Schulen und brachte sie zu Agon“, blickte Siegfried Teuber, damals im Management bei Agon 08 tätig, anlässlich des 100. Vereinsgeburtstags im Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung zurück.
Das erste Bundesliga-Abenteuer war schnell wieder beendet, doch 1975 gelang der erste Deutsche Meistertitel. Mit dem Einstieg des Architekten Joseph Franken als Mäzen sowie einem japanischen Computerhersteller wurde es bei der DJK fortan richtig professionell. Unter dem Trainergespann Tony DiLeo und Klaus Greulich wurde Agon zum Maß aller Dinge im Frauen-Basketball. Mit einem Kader voller Nationalspielerinnen sowie namhaften Größen wie den US-Amerikanern Denise Curry und Heidi Wayment sowie der Deutsch-Rumänin Ana Aszalos, die später Coach DiLeo heiratete, wurden die Gegnerinnen auf nationaler Ebene reihenweise aus der ständig bis zum Bersten gefüllten Halle des Rückert-Gymnasiums gefegt.
„Wir trainieren in der Bundesliga für den Europacup“, formulierte es Tony DiLeo einmal in die Notizblöcke der Journalisten. Was für den Einen oder Anderen als arrogant klang, war nicht weniger als die Realität. Von 1980 bis 1988 hieß der deutsche Basketballmeister der Frauen neun Mal in Folge DJK Agon 08 Düsseldorf.
Nur die AS Vicenza stoppt die Düsseldorferinnen im Europapokal
Der Name DJK Agon 08 spielte auch auf internationalem Parkett eine Rolle. 1983 und 1986 erreichten die Düsseldorferinnen zwei Mal das Finale im Europapokal. Der ganz große Wurf blieb in beiden Vergleichen mit AS Vicenza zwar aus, aber der Verein von der Sankt-Franziskus-Straße war international in aller Munde.
Besonders in Erinnerung geblieben ist bei den Verantwortlichen von damals auch das Rückspiel im Europacup-Halbfinale 1983 gegen Daugawa Riga – vielleicht sogar weniger wegen des sensationellen 62:59-Erfolges vor 1000 Zuschauern in der übervollen Halle des Rückert-Gymnasiums. Vielmehr überwog die Neugierde auf die 2,18-Meter-Riesin Uliana Semjonova in Diensten des Gegners.
Doch jedes Märchen geht bekanntlich einmal zu Ende. Und für Agon war es leider kein gutes. Die Sponsoren zogen Ende der 1980er-Jahre ihr Geld zurück, auch Gönner Joseph Franken verabschiedete sich und der Verein musste die Mannschaft zurückziehen. Dazu wurde eine Steuerrückzahlung von 180.000 D-Mark fällig. Von da an ging es abwärts. Heute steht die DJK Agon 08 Düsseldorf vor allem für den Breitensport und die Bemühungen um die Jugend. Die glorreichen Zeiten mögen schon lange vorbei sein, aber die Erinnerungen an Siegesserien und nationale Titel sowie an die rauschenden Europapokalspiele sind keineswegs verblasst.

