2024 gewann Valentina Gottardi (22) bei der Europameisterschaft die Silbermedaille und wurde in Den Haag erst von Cinja Tillmann und Svenja Müller gestoppt. In diesem Jahr findet die CEV EuroBeachVolley vom 30. Juli bis 3. August im Düsseldorfer Rochusclub statt. D.SPORTS hat wenige Tage vor dem Turnierbeginn mit Gottardi und ihrer neuen Teampartnerin Reka Orsi Toth (26) sprechen können.
Valentina, du warst 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris dabei und bist 2024 zudem Zweite bei den Europameisterschaften geworden. Was ist euer gemeinsames Ziel für die Europameisterschaft 2025 in Düsseldorf?
Valentina Gottardi: Der letzte Sommer war wirklich außergewöhnlich. Innerhalb weniger Wochen hatte ich die Ehre, mein olympisches Debüt zu geben und an meinem ersten europäischen Endspiel teilzunehmen, was viele positive Emotionen auslöste. In Düsseldorf möchte ich den Geist des letzten Sommers wieder aufleben lassen und hoffentlich eine weitere Medaille für Italien gewinnen.
Reka Orsi Toth: Unser gemeinsames Ziel ist es, auf dem Platz die bestmögliche Leistung zu bringen und uns auf ein Spiel nach dem anderen zu konzentrieren. Ich glaube, wenn wir jedes Spiel so spielen, als könnte es unser letztes sein, können wir uns für das Turnier in eine gute Position bringen.
Was sind in eurer Vorbereitung auf so ein großes Turnier und auf wichtige Spiele für euch unverzichtbare Rituale bzw. was darf in eurem Ablauf auf keinen Fall fehlen?
Orsi Toth: Wir wollen uns in Bestform fühlen, deshalb ist es sehr wichtig, dass ich mich auf die Dinge konzentriere, die ich immer besser machen will. Aber es hilft auch, mich abzulenken, also Musik zu hören, zu lesen, Zeit mit meinen Lieben zu verbringen, damit meine Batterien voll aufgeladen und einsatzbereit sind.
Gottardi: In der Vorbereitung auf jedes Turnier bleibt meine Routine konstant. Abgesehen von den spezifischen Ritualen beim Aufwärmen, der Frisur und der Musik, die ich höre, ist es auch wichtig, die gleiche Glücksbotschaft mit meiner Familie auszutauschen.

Reka Orsi Toth. Foto: imago/NurPhoto
Cinja Tillmann und Svenja Müller sind die Titelverteidigerinnen und haben den Heimvorteil. Aber wer zählt aus eurer Sicht noch zum Kreis der favorisierten Teams?
Gottardi: Cinja und Svenja haben im Finale 2024 in Den Haag eine hervorragende Leistung gezeigt. Wir haben uns zusammengerauft, und das Publikum konnte das Spiel sehr genießen. Eine große Anzahl deutscher Fans war anwesend und ihr begeisterter Jubel war wirklich bemerkenswert. Ich kann mir nur vorstellen, wie groß die Unterstützung in diesem Jahr sein wird, und ich hoffe, dass ich sie bei einem Re-Match gegen die beiden auf dem Platz erleben kann. Lettland, die Schweiz und Deutschland haben sicher etwas zu sagen, wenn es um die Medaillen geht.
Orsi Toth: Ich denke, dass die Schweizer Teams und Lettland sehr gute Teams sind, die um einen Podiumsplatz kämpfen können, aber ehrlich gesagt ist jedes Team, das es hierher geschafft hat, sehr wettbewerbsfähig.
Es gibt eine auffällig enge Leistungsdichte im europäischen Beachvolleyball. Seid ihr manchmal überrascht, wie schnell sich das Niveau in eurem Sport – auch bei den Männern – gesteigert hat?
Orsi Toth: Ja, ich schaue zu, seit ich ein kleines Mädchen war und meine Schwester auf der Tour angefeuert habe. Mir ist klar, wie sehr es sich entwickelt hat und wie kreativ es geworden ist. Es macht Spaß zuzuschauen, und es macht Spaß zu spielen und mehr Dinge mit Vale auszuprobieren. Also genießen wir wirklich diese Freiheit der Suche, die wir auf dem Platz haben.
Gottardi: Die europäische Beachvolleyball-Szene ist wirklich außergewöhnlich. Ich schaue mir den Sport regelmäßig im Fernsehen an, auch nationale Turniere wie die deutsche Meisterschaft. Die Qualität der Spiele ist bemerkenswert und die Unterhaltung wird von den Zuschauern sehr geschätzt. Die europäischen Athleten leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Sports. Dies zeigt sich vor allem bei den Männern, aber auch bei den Frauen gibt es vielversprechende Fortschritte.
