Drei Punkte für die rot-gelbe Seele

Starker Hendrik Hane führt DEG zum Sieg

Foto: Birgit Häfner

von Tobias Kemberg

Angeführt von einem glänzend aufgelegten Goalie gewinnen die Düsseldorfer ihr letztes Spiel vor der ersten kleineren Saisonpause in der Deutschen Eishockey Liga bei den Schwenninger Wild Wings mit 2:1. Verteidiger Justus Böttner gelingt beim 10. Erfolg im 19. Saisonspiel sein erster DEL-Treffer.

Vom Glück verfolgt ist die Düsseldorfer EG in dieser Saison bisher wirklich nicht. Verteidiger Kyle Cumiskey zog sich gleich im zweiten Spiel einen Kreuzbandriss zu, mit seinem Abwehrkollegen Bernhard Ebner sowie den Stürmern Victor Svensson und dem zuletzt kranken Stephen Harper fielen jüngst weitere Säulen im Team von Cheftrainer Roger Hansson aus. Den nächsten großen Schock gab es am Freitagabend: Beim 1:4 in Nürnberg wurde Stürmer Brendan O’Donnell von der Kufe eines Gegenspielers die rechte Achillessehne durchtrennt.

Doch im Eishockey geht es eben auch immer irgendwie weiter. Zwei Tage nach jenem bitteren Abend in Nürnberg gewann die DEG am Sonntagnachmittag mit 2:1 (2:0, 0:0, 0:1) bei den Schwenninger Wild Wings und feierte im letzten Spiel vor der Deutschland-Cup-Pause einen ganz wichtigen Sieg für die Köpfe – und hatte in der einen oder andere Szene endlich auch mal ein bisschen vom ansonsten so oft vermissten Glück.

Gogulla erhöht nach Böttners Premierentreffer

Mit nur zehn Stürmern legte die DEG ein sehr starkes erstes Drittel auf die Schwenninger Eisfläche, das kein Vergleich zum in allen Belangen enttäuschenden Auftritt in Nürnberg war. Zweikampfstark und zielstrebig machten die Düsseldorfer einerseits die eigene Defensivzone eng und erspielten sich andererseits einige gute Abschlüsse.

Der von Justus Böttner zählte zwar nicht dazu, trotzdem durfte der 20-Jährige in der 13. Spielminute seinen ersten DEL-Treffer bejubeln. Schwenningens Torhüter Joacim Eriksson sah beim eher harmlosen Versuch des DEG-Verteidigers ganz schlecht aus und lenkte die Scheibe mit seinem Schläger ins Tor. Böttner und seinen Teamkollegen war es zurecht egal, die Führung ging absolut in Ordnung. Philip Gogulla (19.) erhöhte noch vor der ersten Pause auf 2:0 für die Düsseldorfer.

Die Wild Wings kamen im Mittelabschnitt besser ins Spiel, doch an Hendrik Hane kamen die Schwenninger nicht vorbei. Der 22-Jährige, der seinen dritten Starteinsatz in dieser Saison absolvierte, strahlte eine enorme Ruhe aus, konnte sich zudem auf seine gut arbeitenden Vorderleute verlassen und entschärfte alle guten Möglichkeiten der Schwarzwälder.

Foto: Birgit Häfner

Hane fehlen nur 97 Sekunden bis zum ersten Shutout

Das änderte sich auch im Schlussdrittel lange nicht. Die DEG spielte es clever und suchte immer wieder ihre Konterchancen, die Wild Wings wurden zunehmend ungeduldiger und fielen ab und zu mit kleinen Frustfouls auf, die von den Unparteiischen aber nicht in allen Fällen geahndet wurden.

Bis in die vorletzte Spielminute hinein deutete sogar vieles auf den ersten DEL-Shutout für Henrik Hane hin, doch dann traf David Ullström (59.) zum Anschlusstreffer. So begann noch einmal das große Zittern und unweigerlich kam das Derby-Drama gegen die Kölner Haie zurück vor das geistige Auge.

Doch dieses Mal hielt die DEG den Vorsprung und durfte sich vor der Länderspielpause über drei ganz Punkte und Balsam für die zuletzt arg geschundene rot-gelbe Eishockey-Seele freuen. „Es war ein gutes Spiel von uns. Für die Moral ist das extrem wichtig, nach den vergangenen Spielen, in denen wir nicht gut waren, hier heute diese drei Zähler einzufahren“, sagte Torhüter Hane, der 29 von 30 Schüssen abwehrte.

Statistik: Schwenninger Wild Wings – Düsseldorfer EG 1:2 (0:2, 0:0, 1:0)
DEG/Tor: Hane (Haukeland); Abwehr: Järvinen, Zitterbart – Geitner, Kousa – Böttner, McCrea – Heinzinger; Angriff: Gogulla, MacAulay, Fischbuch – Ehl, Barta, Eder – Eham, Blank, Borzecki – Schiemenz
Schiedsrichter: Ansons/Polaczek
Tore: 0:1 (12:47) Böttner (Eder, MacAulay), 0:2 (18:53) Gogulla (MacAulay, Heinzinger), 1:2 (58:23) Ullström (Uvira, Ramage/6-5)
Zuschauer: 3743
Strafminuten: 10:8
Torschüsse: 30:22

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