Der Wunschkandidat

Jim Tomsula ist zurück bei Rhein Fire

Foto: imago / ZUMA Wire

von Tobias Kemberg

2006 stand der US-Amerikaner an der Seitenlinie der damaligen NFL-Europe-Franchise. Nun hat der Klub mit dem 53-Jährigen einen Head Coach mit jeder Menge NFL-Erfahrung bekommen, der seine erste Zeit in Düsseldorf immer in guter Erinnerung behalten und den Kontakt nach Deutschland in den vergangenen 16 Jahren nie verloren hat.

Jim Tomsula ist zurück bei Rhein Fire. Und mit dem 53-Jährigen hat das Team aus der European League of Football seinen Wunschkandidaten für die Position des Cheftrainers bekommen. Vor 16 Jahren stand der US-Amerikaner schon einmal an der Seitenlinie in Düsseldorf. Damals führte er das Team als Head Coach in der NFL Europe auf den dritten Platz und verpasste die World-Bowl-Teilnahme nur knapp. Doch wer ist dieser Jim Tomsula eigentlich und warum war es Rhein Fire so wichtig, ihn für diese Position gewinnen zu können?

Von Pennsylvania nach Europa
Tomsula wuchs in einem Vorort von Pittsburgh im US-Bundestaat Pennsylvania auf, besuchte das Catawba College in North Carolina und begann dort im Jahr 1989 seine Karriere als Trainer. Über seinen Heimatstaat und South Carolina führte der Weg 1997 zurück zum Catawba College. 1998 schloss sich Tomsula den London Monarchs an. Bei seiner ersten Station in der NFL Europe fungierte er als Coach für die Defensive Line, dieselbe Position bekleidete er auch bei den Scottish Claymores. Nach zwei Jahren als Defensive Coordinator bei Berlin Thunder wechselte Tomsula 2006 nach Düsseldorf.

Erste Amtszeit bei Rhein Fire
Mit vier Siegen zum Start in die Saison schienen Rhein Fire und Jim Tomsula Kurs auf das Finale zu nehmen. Am Ende standen sechs Siege und vier Niederlagen auf dem Konto. Das reichte nicht aus, um den World Bowl in der heutigen MERKUR SPIEL-ARENA zu erreichen. Die dennoch gute Arbeit Tomsulas blieb vielen in der großen National Football League nicht verborgen und so verabschiedete sich der Head Coach nach nur einer Saison wieder in die USA.

Karriere-Höhepunkt bei den San Francisco 49ers
Tomsula schloss sich den San Francisco 49ers an, arbeitete von 2007 bis 2014 beim fünfmaligen Super-Bowl-Champion als Coach für die Defensive Line und wurde in der letzten Woche der Saison 2010 zum Interimstrainer. Sein Debüt als Hauptverantwortlicher in der NFL gelang: Die 49ers gewannen mit 38:7 gegen die Arizona Cardinals. Der neue Head Coach Jim Harbaugh integrierte Tomsula anschließend wieder in seinen Trainerstab. Zur Saison 2015 ernannten die 49ers ihn zum Cheftrainer. Nach fünf Siegen und elf Niederlagen verpasste die Franchise die Play-offs deutlich und San Francisco trennte sich von Tomsula.

Foto: Kenny Beele

Aufgaben in Washington und Dallas
Von 2017 bis 2019 arbeitete Jim Tomsula bei den Washington Redskins, die inzwischen Washington Commanders heißen, als Coach für die Defensive Line. Dieselbe Aufgabe übernahm er zur Saison 2020 auch bei den Dallas Cowboys, ehe die Texaner im Januar 2021 eine ganze Reihe von Defensiv-Coaches entließen, darunter auch Tomsula.

Rückkehr zu Rhein Fire
Nun ist Jim Tomsula zurück bei Rhein Fire. Die Verantwortlichen um Geschäftsführerin Patricia Klemm hatten sich schnell auf den 53-Jährigen als ihren Favoriten für die Besetzung des Cheftrainerpostens festgelegt. Dazu traf sich eine Delegation des Klubs frühzeitig mit dem Wunschkandidaten, um über die möglichen Rahmenbedingungen zu sprechen. Von Beginn an war klar, dass Tomsula im Vergleich zu Zeiten der NFL Europe dieses Mal weniger Geld verdienen würde.

Doch dem Trainer, der zugleich auch die Position des Defensive Coordinators besetzen wird, liegt enorm viel an der Entwicklung des europäischen Footballs. Zudem unterhielten Tomsula und seine Familie stets gute Kontakte nach Düsseldorf und hielten die Saison bei Rhein Fire vor 16 Jahren immer in guter Erinnerung. So bestand beispielsweise zu Altstadt-Wirtin Isa Fiedler aus dem Knoten über all die Jahre eine besondere Verbindung.

Tomsula ist ein Familienmensch, der seine Herkunft nie vergessen hat und genau weiß, was ihm der Football ermöglicht hat. Zu Beginn seiner Karriere arbeitete er zusätzlich als Hausmeister und Holzfäller. „Football war immer gut zur Tomsula-Familie. Es ist Zeit, etwas zurück zu geben“, lautet sein Motto. Den Football in Deutschland weiter nach vorne bringen und sich bei Rhein Fire auch abseits der sportlichen Hauptaufgaben einbringen – auch deshalb ist Jim Tomsula, der in den USA regelmäßig Football-Camps für Kinder mit Down-Syndrom veranstaltet, zurück. Mit ihm hat das Team einen hochqualifizierten Head Coach und eine starke Persönlichkeit gewonnen. 

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