Der Tischtennis-König von Deutschland

Dang Qiu wird erstmals Deutscher Einzelmeister

Foto: Kenny Beele

von Tobias Kemberg

Erst verteidigt der 25-Jährige von Borussia Düsseldorf seinen Titel im Doppel, anschließend setzt er sich im Einzelfinale gegen seinen Partner Benedikt Duda durch. Für den Nationalspieler ist es die Krönung nach überaus erfolgreichen Wochen mit der Mannschaft und auf der internationalen Tour.

Eigentlich dürfte Dang Qiu in diesen Tagen und Wochen gar nicht aus dem Feiern herauskommen. Doch selbst nach seinem Coup bei den Deutschen Meisterschaften erlaubt sich der Tischtennisprofi von Borussia Düsseldorf keine ausschweifende Party. „Das sind alles wahnsinnig schöne Erfolge. Aber leider habe ich keine Zeit, um sie wirklich ausgiebig zu feiern“, sagt der 25-Jährige.

In Saarbrücken gewann das Mitglied aus dem Team Düsseldorf am Sonntag seinen ersten Titel bei den Deutschen Einzelmeisterschaften und setzte ohnehin schon erfolgreichen Wochen damit die Krone auf. Nach dem Mannschaftstitel in der Bundesliga mit der Borussia, dem Erfolg beim WTT Contender in Lima und dem damit verbundenen Sprung in die Top Ten der Weltrangliste, erfüllte sich Qiu nun einen lang gehegten Traum.

„Deutscher Meister – das ist ein ganz besonderer Titel. Mir fehlen jetzt fast die Worte, es ist für mich fast der schönste Titel überhaupt bisher. Auch weil er schwer zu gewinnen ist. WTT-Turniere gibt es viele, aber die nationalen Meisterschaften mit der großen Konkurrenz in Deutschland sind nur einmal im Jahr. Diesen Meistertitel werde ich nie vergessen“, sagte der Weltranglisten-Zehnte.

Klares 4:1 im Finale gegen den ehemaligen WG-Kumpel

Wenige Stunden vor seinem Finalsieg gelang Dang Qiu an der Seite von Benedikt Duda die Titelverteidigung im Doppelwettbewerb, ehe sich die beiden langjährigen WG-Kumpel im Endspiel der Einzelkonkurrenz gegenüberstanden. „Als Dimitrij Ovtcharov absagen musste, habe ich fest mit Bene im Finale gerechnet“, erklärt Qiu. „Natürlich kennen wir einander gut und das Spiel des Anderen in- und auswendig. Aber in so einem Finale gibt es für die Zeit am Tisch keine Freunde.“

Foto: Kenny Beele

Nach dem fünften DM-Titel im Doppel, der zugleich einen neuen Rekord bedeutete, setzte sich der Penholderspieler von der Borussia mit 11:6, 11:5, 11:4, 3:11 und 11:7 gegen den in der Bundesliga für Bergneustadt startenden Duda durch. „Dang ist in einer überragenden Form und hat über viele Jahre sehr hart für seine derzeitigen Erfolge gearbeitet. Sein Erfolg kommt nicht von ungefähr und nicht überraschend. Der Titel gibt Dang sicherlich noch weiteren Auftrieb“, analysiert Bundestrainer Jörg Roßkopf.

Einstieg in die Top Ten der Welt ein „surrealer Moment“

Trotz seiner überragenden Ergebnisse der vergangenen Wochen und Monate im Trikot der Borussia und auf der Tour gibt sich Dang Qiu weiterhin bescheiden: „Auf Erfolgen darf und werde ich mich nicht ausruhen. Ich bin noch jung und habe hoffentlich noch einiges vor mir.“ Mit Blick auf seinen Aufstieg in der Weltrangliste sagt der Nationalspieler: „Jetzt an einer Legende wie Timo Boll vorbeizuziehen, das war schon ein surrealer Moment. Aber ich bekomme das immer noch alles gut sortiert.“

Im Juli wird Qiu in Budapest beim WTT Star Contender und auch beim folgenden WTT Champions an den Start gehen. Danach steht die Europameisterschaft in München auf dem Programm, ehe die neue Bundesligasaison losgeht. „Es geht halt immer weiter. So bleibt wirklich nicht viel Zeit zum Feiern“, sagt Dang Qiu. Am Montag und Dienstag wollte er den Schläger aber dann doch mal liegen lassen. „Mittwoch stehe ich dann aber wieder am Tisch.“ Qius Erfolge kommen schließlich nicht von ungefähr – und es sollen weitere folgen.

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