Der Chef auf dem Rasen

Matt Adam führt die Rhein-Fire Offense an

Foto: Justin Alexander Derondeau

von Tobias Kemberg

Im Alter von sieben Jahren begann der US-Amerikaner mit dem Footballsport. Über Colleges in Indiana und Michigan führte sein Weg schließlich nach Europa. Seit dieser Saison ist der 28-Jährige der Quarterback der ELF-Franchise. Der gebürtige Kalifornier ist sich sicher, dass es das Team in diesem Jahr noch weit bringen kann.

Mit acht Touchdown-Pässen in den ersten vier Spielen ist Matt Adam ein guter Start im Trikot von Rhein Fire geglückt. Zufrieden ist der Quarterback deshalb aber nicht. Auch die bisherige Bilanz von drei Siege und nur einer Niederlage in der European League of Football lässt den 28-Jährigen nicht in unbändige Jubelarien verfallen. „Unser Start war gut. Aber es gibt viel zu verbessern. Es liegt noch eine lange Saison vor uns“, sagt Adam.

Der aus San Juan Capistrano in Südkalifornien stammende Matt Adam kam im Alter von sieben Jahren zum American Football. „Meinem Vater war aufgefallen, dass ich den Kontakt und Kontaktsport liebe. Und weil meine Aufmerksamkeitsspanne nicht besonders toll war, hat er mich zum Football geschickt“, erzählt der 100-Kilo-Mann und ergänzt mit einem Lachen: „Ich denke, der Football hat das Beste aus mir herausgeholt.“

Viel Lob für Head Coach Jim Tomsula

Als Quarterback am College spielte Adam in der Division I, also der höchstmöglichen Klasse, für die Indiana State University. Dort wurde er 2015 zum wertvollsten Spieler (MVP) gewählt, nachdem er die drittmeisten Yards der Schulhistorie für eine einzelne Saison erzielte. Nach seiner Zeit in Indiana ging Adam auf die Ferris State University in Michigan, wo er bis 2019 blieb.

Seine erste Europa-Station sollten die Berlin Rebels werden, doch die Pandemie machte der Saison 2020 einen Strich durch die Rechnung. Im vergangenen Jahr agierte der 1,86 Meter große Rechtshänder dann für die Hamburg Huskies. Jetzt führt er die Offensive für Rhein Fire als „General“ aufs Spielfeld und erklärt genau, in welchen Bereichen er und seine Mitspieler noch die meiste Arbeit haben: „Wir müssen unsere Drives verlängern, die Offensive noch mehr ausbalancieren und sicherstellen, dass wir alle immer auf der selben Wellenlänge sind.“

Foto: Justin Alexander Derondeau

Ins Schwärmen gerät Matt Adam, wenn er über seinen aktuellen Head Coach spricht. „Für Jim Tomsula spielen zu dürfen, das ist ein absoluter Traum. Er ist ein großartiger Coach und ein ebenso großartiger Mensch, der sich auch um dich als Mensch sorgt und kümmert“, sagt der Spielmacher, der – um zwischen den Saisons vom Football abzuschalten – gerne auf Reisen geht und sich selbst als „einfachen und entspannten Typen“ bezeichnet.

Adam hebt den Zusammenhalt im Team hervor

Zu seinen großen Vorbildern aus der National Football League zählen Quarterback-Legende Peyton Manning (Indianapolis Colts und Denver Broncos) sowie der amtierende NFL-MVP Aaron Rodgers von den Green Bay Packers. Zur traditionsreichen Franchise aus Wisconsin unterhält Adam auch privat enge Kontakte, da er gut mit Tight End Robert Tonyan befreundet ist.

„Die wichtigste Person in meinem Football-Leben ist allerdings Steve Calhoun. Er ist für mich ein echter Mentor. Ich kann jederzeit mit meinen Problemen zu ihm kommen. Er hält mir immer den Rücken frei“, sagt Adam über den sowohl in Europa als auch in den USA bekannten Coach, der bereits zahlreiche Quarterbacks ausgebildet und geschult hat.

Und was ist in dieser Saison in der ELF mit Rhein Fire drin? „Alles ist möglich“, ist sich Matt Adam sicher, der den hervorragenden Zusammenhalt im Team hervorhebt und mindestens die Play-off-Teilnahme als realistisch einschätzt. Seine bisher stärkste Performance legte er beim 42:12 im Heimspiel gegen die Istanbul Rams hin, als ihm fünf Touchdown-Pässe und 365 Yards gelangen. Das brachte dem Rhein-Fire-Spielmacher die Auszeichnung zum ELF-Spieler der Woche ein. Noch lieber würde Matt Adam aber sicherlich der beste Spieler des Finalspiels in Klagenfurt werden. Doch bis dahin gibt es noch eine Menge Football zu spielen – und viel zu verbessern, wie er betont.

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