DEG lässt Punkte in Schwenningen liegen

Zwei Kammerer-Tore sind nicht genug

Foto: Birgit Häfner

von Tobias Kemberg

Der zuletzt oft kritisierte Stürmer trifft beim Auswärtsspiel im Schwarzwald doppelt. Doch weil die anderen Düsseldorfer zu viele Chancen liegen und zahlreiche Powerplay-Situationen ungenutzt lassen, unterliegen sie den Wild Wings mit 2:3 nach Verlängerung.

Bislang war es nicht unbedingt die Saison von Maximilian Kammerer. Der Außenstürmer, dessen sportliche Zukunft erst Mitte August 2020 durch eine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier bei der Düsseldorfer EG geklärt wurde, konnte in der laufenden Saison der Deutschen Eishockey Liga über weite Strecken nicht an die Leistungen früherer Jahre anknüpfen. Zwischenzeitlich fand sich der 24-Jährige sogar nur als 13. Stürmer auf dem Spielberichtsbogen wieder. Das gefällt keinem Profi, erst recht nicht Kammerer, der normalerweise ein Top-Sechs-Stürmer im Team der DEG ist und spätestens seit seinem Nordamerika-Abenteuer in der Spielzeit 2018/19 mit einem anderen Selbstverständnis ausgestattet ist.

Doch nach der temporären Herausnahme aus einer der beiden Top-Reihen steigerte sich Kammerer wieder. Das betraf sowohl seine Punkteausbeute als auch das generelle Auftreten auf dem Eis, inklusive der vom Trainerteam gewünschten Defensivarbeit der Stürmer. Mit der Niederlagenserie der Mannschaft in der letzten Phase der Duelle innerhalb der Nord-Gruppe fiel aber auch Kammerer erneut in ein Loch. Bis zum Montagabend sprang in zuvor acht Partien nur ein Scorerpunkt heraus – dann zeigte Kammerer eine seine besten Saisonleistungen.

Beim 2:3 (1:0, 1:2, 0:0, 0:1) nach Verlängerung in Schwenningen erzielte der Stürmer das 1:0 (8.) sowie das 2:2 (37.) seines Teams. Freuen konnte sich der Doppeltorschütze angesichts der Niederlage in der Overtime darüber jedoch nicht. Vor allem weil einfach mehr als als Zähler möglich gewesen wäre. „Wir haben genügend Chancen gehabt, um es vorher zu entscheiden“, sagte Kammerer. „Eigentlich wären wir gerne mit drei Punkten weiter nach Mannheim gefahren. Aber wenigstens nehmen wir einen mit.“ Mit diesem bleibt die Mannschaft von Trainer Harold Kreis vorerst Tabellenfünfter im Norden.

Fehler im Vorwärtsgang ermöglichen Wild Wings einfache Tore

Foto: Birgit Häfner

Im ersten von fünf Spielen bis einschließlich Ostermontag begann die DEG nicht nur aufgrund des von Verteidiger Kyle Cumiskey herrlich vorbereiteten Führungstreffers sehr ordentlich. Defensiv konzentriert und offensiv mit einigen guten Szenen verdienten sich die Rot-Gelben das 1:0. Dann aber schlichen sich teure Fehler ein. Einer im Aufbauspiel ermöglichte den Wild Wings den Ausgleich (29.) und einer in Düsseldorfer Überzahl sogar das 2:1 (36.), das Kammerer mit einem Powerplay-Tor nur 61 Sekunden später egalisieren konnte.

Trotz des einen oder anderen Fauxpas sowie des abermals größtenteils ineffizienten Überzahlspiels – ein Tor bei sieben Powerplay-Situationen – machte die DEG kein schlechtes Auswärtsspiel. Marco Nowak und Charlie Jahnke hatten Pech mit Aluminiumtreffern, auf der anderen Seite hielt der gut aufgelegte Hendrik Hane zwischen den Pfosten seine Farben mit einigen Paraden im Spiel. So auch in der Verlängerung, in die es nach dem torlosen letzten Drittel ging. Die Entscheidung fiel nach zwei Minuten und 18 Sekunden der Overtime, als Schwenningens Colby Robak einen Konter zum 3:2 abschloss und selbst Hane nichts mehr retten konnte.

Mit zwei oder drei Toren in Überzahl sieht das heute anders aus“, ärgerte sich Verteidiger Marco Nowak. „Für viele war das hier auf der kleineren Eisfläche ungewohnt. Zufrieden können wir mit der Niederlage nicht sein, aber jeder Punkt ist in dieser Phase wichtig.“ Schon am Dienstagabend (20.30 Uhr) muss die DEG erneut die Schlittschuhe schnüren, wenn die auf dem Papier schwerstmögliche Aufgabe der Saison ansteht, das Auswärtsspiel bei den Adlern Mannheim, dem dominanten Tabellenführer der Süd-Gruppe.

Statistik: Schwenninger Wild Wings – Düsseldorfer EG 3:2 n.V. (0:1, 2:1, 0:0, 1:0)
DEG/Tor: Hane (Pantkowski); Abwehr: Jensen, Cumiskey – Brejcak, Nowak – Ebner, Geitner; Angriff: Ehl, Barta, From – Kammerer, Olimb, Fischbuch – Karachun, Carey, Eder – Svensson, Buzas, Jahnke – Flaake
Schiedsrichter: Hinterdobler/Rohatsch
Zuschauer: keine
Tore: 0:1 (7:50) Kammerer (Cumiskey, Jensen), 1:1 (28:39) MacQueen (Pfaffengut, Turnbull), 2:1 (35:12) Tyson Spink (Tylor Spink, Weber/4-5), 2:2 (36:13) Kammerer (Flaake, Barta/5-4), 3:2 (62:18) Robak (A. Weiss)
Strafminuten: 14:6
Torschüsse: 28:37

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