Das Zwischenzeugnis der DEG-Spieler

Fischbuch und Ehl bei der Eishockey-WM

Fotos: DEB / City-Press GmbH

von Bernd Schwickerath

Bei der Eishockey-WM in Finnland spielt die deutsche Mannschaft groß auf und steht am Donnerstag im Viertelfinale gegen Tschechien. Mit dabei: zwei Spieler der Düsseldorfer EG. Wie sich Daniel Fischbuch und Alexander Ehl bislang schlagen.

Die Gruppenphase bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Finnland ist beendet, und die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ist eine der positiven Überraschungen des Turniers. Zwar verlor sie am Dienstag ihr letztes Gruppenspiel mit 3:4 nach Penaltyschießen gegen den ewigen Rivalen aus der Schweiz, weil zuvor aber fünf Siege am Stück holte, steht sie auf Platz der Abschlusstabelle der Gruppe A.

Die 16 Punkte nach sieben Spielen bedeuten gleichzeitig das beste Ergebnis der WM-Geschichte für eine deutsche Mannschaft. Und das liegt auch an Daniel Fischbuch und Alexander Ehl von der DEG. Wir blicken zurück auf ihre ersten sieben Einsätze.

Daniel Fischbuch, 28, Flügelstürmer


Die Erwartung:
Nachdem der Flügelstürmer vergangenes Jahr in Lettland nur Ergänzungsspieler war und zu Olympia diesen Februar in Peking gar nicht eingeladen wurde, sollte es diesmal anders laufen. In den Play-offs hatte er ja genug Argumente geliefert: zehn Scorerpunkte in sieben Spielen. Also sagte er selbst vor dem Turnier: „Ich hoffe, dass ich mehr spiele und mehr Verantwortung bekomme.“

Die Rolle:
Exakt so, wie sich das Fischbuch das vorstellte, läuft es auch. Von Beginn spielte er in den vorderen Reihen sowie in Überzahl. Gegen Italien durfte er gar in der ersten Reihe neben den Topstürmern Marcel Noebels und Lukas Reichel ran. Danach wechselten die Partner wieder, gegen die Schweiz spielte er in der dritten Reihe neben Stefan Loibl und dem Ex-Düsseldorfer Alexander Karachun, zudem weiter in Überzahl.

Die Zahlen:
Vor allem offensiv dreht Fischbuch auf, ist mit vier Treffern Toptorjäger des deutschen Teams, hinzu kommt eine Vorlage. Seine Wichtigkeit für die DEB-Auswahl unterstreicht auch seine Eiszeit: insgesamt 101:02 Minuten, macht 14:26 im Schnitt. Luft nach oben gibt es allerdings bei den Abschlüssen, Fischbuch hat erst achtmal aufs Tor geschossen – was seine vier Treffer umso bemerkenswerter macht.

Das sagt er selbst:
Wenn Daniel Fischbuch eins nicht ist, dann ein Lautsprecher. Auch jetzt in Helsinki lässt er lieber seine Leistungen auf dem Eis sprechen, die sich übrigens auch defensiv sehen lassen können. Warum läuft es also so gut? „Ich kriege die Dinger gut aufgelegt, muss sie nur reinschieben.“ Ein typisch bescheidener Fischbuch. Auch seine prominente Rolle im Team will er nicht zu hoch hängen. Natürlich hätten seine starken Play-offs „einen Teil dazu beigetragen“, sagt er, aber es „haben auch einige andere abgesagt. Nichtsdestotrotz freue ich mich, dass ich die Chance bekomme und auch ganz gut nutze.“

Das sagt der Bundestrainer:
Toni Söderholm war in den vergangenen Jahren nicht immer ganz einverstanden mit den Leistungen von Daniel Fischbuch, nun in Helsinki ist er voll des Lobes: „Er kämpft, er fightet. Das bringt ihm die Möglichkeit, erfolgreich zu spielen. Er ist anwesend im Spiel und sucht die Abschlüsse, er hat Hunger, die Spiele zu entscheiden. Er hat es sehr, sehr gut gemacht.“

Alexander Ehl, 22 Flügelstürmer

Die Erwartung:
Als Alexander Ehl vor knapp zwei Wochen erfuhr, dass er zum ersten Mal zu einer WM fahren darf, „konnte ich das erst gar nicht glauben“, sagte er. Und er ging die Reise bescheiden an. Natürlich wäre es das Größte, auch eingesetzt zu werden, aber da der Bundestrainer im Vorfeld ankündigte, dass er ein paar Plätze offen lassen will, falls es noch Verstärkung aus Nordamerika geben könnte, sagte Ehl: „Ich lasse mich drauf ein, vielleicht spiele ich mal, vielleicht mal nicht, ich werde für alles bereit sein.“

Die Rolle:
Nichts war es mit der Reservistenrolle. Ehl wurde sofort lizensiert und stand ab dem ersten Spiel auf dem Eis. Gemeinsam mit Maximilian Kastner und Samuel Soramies bildet er die vierte Reihe, die allerdings deutlich mehr Verantwortung hat als vierte Reihen in anderen Teams. Zudem spielt der Düsseldorfer in Unterzahl. Lediglich im letzten Spiel am Dienstag saß Ehl die kompletten 60 Minuten auf der Bank.

Die Zahlen:
Auch die können sich sehen lassen – wenn auch auf anderem Niveau als die von Fischbuch. Ehl spielte bislang 62:59 Minuten, also 8:59 im Schnitt. Er hat auch bereits ein Tor geschossen, besorgte das 2:1 gegen Frankreich. Seine acht Torschüsse sind im Verhältnis zur Eiszeit ebenfalls in Ordnung. Und er stand bei zwei eigenen Toren mehr auf dem Eis als bei gegnerischen. Schon jetzt eine gelungene WM-Premiere für den 22-Jährigen.

Das sagt er selbst:
An das Niveau bei einer Weltmeisterschaft musste er sich erst mal gewöhnen: „Das ist alles viel schneller und härter.“ Auch deswegen war er bei seinem ersten Spiel „etwas angespannt, aber das nimmt sich dann gleich nach den ersten zwei, drei Wechseln. Dann geht die Nervosität weg, dann kommt man wieder in die Routine rein, und dann ist alles wieder normal.“ Und auch insgesamt ist er „einfach nur begeistert. Ich versuche, alles aufzusaugen. Die ganzen Erfahrungen, die man hier macht, das ist einfach nur unglaublich.“

Das sagt der Bundestrainer:
Söderholm ist schon lange ein Fan von Alexander Ehl, vor allem von dessen Spielintelligenz, Ehl treffe fast immer die richtige Entscheidung, weil er „einen schnellen Prozessor“ habe. Zudem mag er seinen Einsatz und seine Lernfähigkeit, der Flügelstürmer sei „für jeden Coach ein Wunschspieler“. Jetzt in Helsinki klingt das ähnliche, die gesamte vierte Reihe mache einen starken Job, sie spiele „fast schon zu sauber“, sagte der Bundestrainer lachend.

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