„Das ist eine Demonstration für unseren Sport“

BHC siegt im Hexenkessel in Hannover

Foto: Kenny Beele

Hatten Sie sich schon auf Erholung nach den Weihnachtstagen eingestellt? Mindestens für die 9026 Zuschauer in der Hannoveraner ZAG-Arena wurde die Nervenprobe noch mal um einen Tag verlängert. In einem hoch spannenden Spiel des 18. Spieltages der LIQUI Moly Handball-Bundesliga gewann der Bergische HC am Ende bei der TSV Hannover Burgdorf mit 32:30 (13:12).

„Die Halle macht jetzt Stimmung gegen uns. Lasst uns das nutzen. Geil sein!“ So lautete die Ansage von BHC-Trainer Jamal Naji in der Auszeit knappe fünf Minuten vor dem Abpfiff. Es war ein Tollhaus, die ZAG Arena in Hannover. Kurz vor dem Ende war die Halle nicht mit allen Entscheidungen einverstanden und drehte den Pegel nach oben.

Beim Stande von 26:28 und damit in Führung liegend heizte Naji seine Mannschaft weiter an. Doch das mit dem Nutzen war so eine Sache. Denn seine Mannschaft geriet in Unterzahl und plötzlich stand es zwei Minuten vor dem Ende 29:29. Als Konsequenz zog der Trainer der Bergischen seine letzte Auszeit.

Tomas Babak sollte der Entscheidungsträger im Angriff werden. Der Spielmacher, der kürzlich erst seinen Vertrag bis 2026 verlängerte, setzte genau das um und regelte die Entscheidung kurzerhand selbst. Mit einem Doppelschlag innerhalb von 40 Sekunden brachte er die Gäste wieder zwei Tore in Führung.

Hannover schloss zu unkontrolliert ab und fand dann den Anschluss nicht mehr. „Es war ein sehr hitziges Spiel. Wir haben in der Crunchtime an einer Idee festgehalten, obwohl sie zwei Mal nicht funktionierte. Aber das war wichtig“, merkte Naji nach dem Spiel an. Diese Intensität ging in gefühlt jeden Spieler und jeden Zuschauer über.

Spätestens in der 2. Halbzeit war es soweit. Nach einem Abtasten in Halbzeit eins nahm das Spiel Fahrt auf. Sinnbildlich dafür die Torhüter mit Dario Quenstedt (9 Paraden) aufseiten der TSV oder Christopher Rudeck (7 Paraden) und Peter Johannesson (3 Paraden) auf BHC-Seite. Eine Vielzahl der Paraden war spektakulär und trug zu der heißen Atmosphäre bei.

BHC-Geschäftsführer Jörg Föste war nach dem Sieg fasziniert: „Es ist wunderbar für beide Teams vor so einer stimmungsvollen Kulisse zu spielen. Das war wirklich großartig. Wir haben ein leidenschaftliches Spiel gesehen – von beiden Seiten kämpferisch geführt. Für das Publikum ist so ein Spiel eine echte Demonstration für unseren Sport.“

Für die Bergischen kommt die WM-Pause jetzt eigentlich zu einer Unzeit, ist man doch bestens drauf und hat seine Leistungen stabilisiert. Ab Mitte Oktober gesehen, holten Babak & Co. in zehn Spielen sechs Siege. Dazu zwei Unentschieden in Melsungen und gegen Gummersbach und zwei Niederlagen in Berlin und gegen Flensburg.

In der Tabelle bedeutet das Platz zwölf mit 16 Punkten, aber Melsungen auf Platz sechs ist nur vier Punkte entfernt und der BHC hat noch ein Spiel weniger absolviert. „Wir sind der Bergische HC und wir müssen nicht zwingend um Platz sieben spielen, wollen da aber mal irgendwann hin. Wir wissen, wo wir herkommen und die Demut tut dem Verein glaube ich auch ganz gut“, sagte Naji dazu abschließend.

Die Statistik:

TSV Hannover-Burgdorf – Bergischer HC 30:32 (12:13)

TSV Hannover-Burgdorf: Quenstedt, Ebner – Vujovic, Mävers (2), Uscins (1), Pevnov (1), Kuzmanovski, Steinhauser (10/6), Michalczik (2), Kulesh (7), Gerbl (1), Brozovic (4), Fischer (1), Feise (1), Ayar, Büchner; Trainer: Christian Prokop

Bergischer HC: Rudeck, Johannesson – Beyer (4), Schmitz, Stutzke (5), Gutbrod, Weck, Babak (6), Arnesson (5/3), Ladefoged (4), Nikolaisen (1), M’Bengue (3), Gunnarsson (2), Persson (2); Trainer: Jamal Naji

SR: Kauth/Kolb (Taufkirchen/Augsburg) – Z: – 9026 – Zeitstrafen: 10:10 Minuten – Siebenmeter: 6/8:3/3

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