Lange Zeit präsentieren sich die Düsseldorfer Eishockeyprofis in ihrem Heimspiel gegen Ravensburg erschreckend harmlos. Im Schlussabschnitt bekommen die Rot-Gelben dann endlich mehr Zugriff und kommen nach einem 0:3-Rückstand noch einmal heran. Zum Ausgleich reicht es jedoch nicht mehr.
Als die Düsseldorfer EG vor exakt einer Woche mit 6:1 in Rosenheim gewann, drängte sich der Eindruck auf, es könne nach vier Siegen und dem hergestellten Anschluss an die direkten Play-off-Plätze in der Tabelle der DEL2 so etwas wie Euphorie um das Team in Rot und Gelb entstehen. Doch so schnell es im Eishockey in die eine Richtung gehen kann, so schnell geht es natürlich auch in die andere Richtung. An diesem Freitagabend unterlag die DEG im PSD BANK DOME den Ravensburg Towerstars mit 2:3 (0:1, 0:1, 2:1) und zeigte nach dem 2:4 gegen die Lausitzer Füchse fünf Tage zuvor den nächsten – über weite Strecken – enttäuschenden Auftritt.
„Im ersten Drittel ging es noch ganz okay los. Aber dann haben wir vor Augen geführt bekommen, wie wichtig die sogenannten Kleinigkeiten in diesem Sport sind. Wir sind nicht gut mit dem Puck umgegangen, hatten teilweise zu lange Wechsel und dann schaut es so aus, wie es ausgeschaut hat“, sagte Cheftrainer Harry Lange. „Ich habe das Gefühl, dass wenn die Mannschaft mit dem Rücken zur Wand steht, das macht, was es braucht, um Spiele zu gewinnen. Aber ein Drittel ist dann gegen so eine Mannschaft wie Ravensburg nicht gut genug.“
Bis zur zweiten Drittelpause fehlt es an allem
Mit einem Erfolg gegen den Finalisten aus der vergangenen Saison hätten die Düsseldorfer in der Tabelle bis auf zwei Punkte an die Ravensburger und näher an Platz sechs heranrücken können. Ohne gewonnene Zweikämpfe in der gegnerischen Zone, ohne grundlegende Torgefahr und ohne Pass-Stafetten, bei denen man weiter als bis zwei zählen muss, ist es allerdings fast ausgeschlossen, ein Eishockeyspiel in der DEL2 gewinnen zu können. Und genau all das fehlte bis zur zweiten Drittelpause.
Ravensburg war die bessere Mannschaft, musste sich aber über weite Strecken des Abends auch nicht übermäßig bemühen, um die bis in die Schlussphase überwiegend harmlose DEG zu kontrollieren. Dauerbrenner und Kapitän Robbie Czarnik (19.) erzielte in Überzahl den ersten Treffer für die Towerstars. Zuvor hatte sich Verteidiger Moritz Kukuk ein überflüssiges Foulspiel geleistet und den Gästen so ein Powerplay ermöglicht.

Foto: Birgit Häfner
Im zweiten Drittel kamen die Gastgeber phasenweise bei Fünf-gegen-fünf auf dem Eis nicht mal strukturiert aus der eigenen Zone heraus. Nick Latta (33.) stellte inmitten dieser Phase auf 2:0 für Ravensburg. Auch im Schlussabschnitt bot die DEG lange Zeit nicht genug an, um den Gegner nachhaltig zu beeindrucken. Das frühe 0:3 durch Erik Karlsson (44.) ließ eigentlich bereits letzte Zweifel am Sieger dieses Abends verschwinden. Doch Yushiroh Hirano – der auffälligste Feldspieler auf Seiten der DEG – hatte etwas gegen den Shut-out von Ravensburgs Goalie Nico Pertuch und erzielte in der 57. Minute den 1:3-Anschlusstreffer. Plötzlich war Leben drin und Ture Linden (59.) brachte den Puck zum 2:3 über die Linie. Doch zum Ausgleich kam es nicht mehr.
Niederberger kündigt mögliche Verstärkungen an
Nach dem nächsten blassen Heimauftritt bleibt die Frage, wohin die Reise für die DEG in den kommenden Wochen geht. Für einen ernsthaften Angriff auf eine Top-Sechs-Platzierung sind weitere Auftritte vom Kaliber Lausitzer Füchse und Ravensburg Towerstars für den Rest der Hauptrunde nicht mehr tolerierbar. Im Gegenteil. Eine Platzierung unter den ersten Zehn ist auch noch lange nicht sicher.
Geschäftsführer Andreas Niederberger hatte unter der Woche angekündigt, dass man sich noch einmal nach Verstärkungen umschaue, diesbezüglich aber noch etwas Geduld erforderlich sei. Zugleich verkündete die DEG ihr Talent Lenny Boos in Richtung Nordamerika ziehen zu lassen. Zudem wird man sich mit dem Wechsel vom Januar auf den Februar auch von Try-out-Spieler David Rundqvist trennen. „Ich weiß nicht, was in diesem Bereich noch passiert. Aber du kannst ja auch keine Spieler holen, um Spieler geholt zu haben“, sagte Lange. „Es muss auch passen.“
Statistik: Düsseldorfer EG – Ravensburg Towerstars 2:3 (0:1, 0:1, 2:1)
DEG/Tor: Bednard (Lunemann); Abwehr: Maginot, Fischer – Quaas, Faber – Geitner, Blumenschein – Kukuk; Sturm: Niederberger, Bradford, Hirano – Clarke, Linden, Brown – Tosto, Rundqvist, Thiel – Assavolyuk, Hofmann, Münzenberger
Schiedsrichter: Cespiva/Lehmann
Tore: 0:1 (18:23) Czarnik (Tufto, Rassell/5-4), 0:2 (32:47) Latta (Tufto, Mass), 0:3 (43:26) Karlsson (Czarnik, Hübner), 1:3 (56:06) Hirano (Bradford, Faber), 2:3 (58:29) Linden (Hirano, Bradford/6-5)
Zuschauer: 6427
Strafminuten: 8:4
Torschüsse: 29:34
