Angeführt von Doppeltorschütze Kevin Marx Norén zeigen die Düsseldorfer Eishockeyprofis beim Heimsieg über die Eispiraten die richtige Reaktion auf die Niederlage im Derby. Torhüter Ryan Bednard zeigt ein solides Debüt zwischen den Pfosten.
Am Montag hatte das lange Warten ein Ende. Ryan Bednard verbarg auf dem von der Düsseldorfer EG dazu veröffentlichten Foto seine Freude noch etwas, aber mit dem Erhalt des deutschen Passes stand fest, dass der gebürtige US-Amerikaner nun endlich spielberechtigt ist. Und das ohne eine der insgesamt sechs Kontingentstellen im Kader zu besetzen. Im Heimspiel am Sonntag gab der 28-Jährige nun sein Debüt in der DEL2 – und durfte sich gleich über seinen ersten Sieg freuen.
Mit 6:4 (1:1, 4:1, 1:2) setzte sich die DEG vor 5718 Fans im PSD BANK DOME gegen die Eispiraten Crimmitschau durch und bleibt nach dem fünften Sieg im achten Saisonspiel in der Spitzengruppe der Tabelle.
Leistungsgerechtes 1:1 nach 20 Minuten
Für die DEG ging es im dritten Heimspiel der Saison darum, den schlechten Eindruck aus dem Straßenbahnderby wegzuwischen. Beim Auswärtsspiel in Krefeld hatte es am Freitagabend eine auch in der Höhe verdiente 1:5-Schlappe gegeben. Nicht Wenige befanden hinterher, dass die Düsseldorfer mit diesem Ergebnis noch gut bedient gewesen waren.
Gegen die als defensiv stark bekannten Sachsen, die von rund 400 Anhängern begleitet wurden, ergaben sich im ersten Drittel erwartungsgemäß nicht allzu viele Chancen. Für den Treffer zum 1:0 benötigte es eine sehenswerte Einzelleistung. DEG-Topscorer Erik Bradford setzte sich auf der linken Seite in der offensiven Zone im Eins-gegen-eins technisch exzellent durch und bediente den vor dem Tor freistehenden Kevin Marx Norén (17.), der sich über seinen ersten DEL2-Treffer freuen durfte.

Foto: Kai Kuczera
Bei der schnellen Antwort der Eispiraten konnte der bis dahin schon mehrfach glänzend reagierende Bednard nichts ausrichten. Adam McCormick (20.) genoss in dieser Szene zu viele von der DEG-Defensive verliehene Freiheiten und traf zum 1:1-Ausgleich, der zur ersten Eisaufbereitung absolut in Ordnung ging.
Vier Tore in Überzahl im mittleren Spielabschnitt
Von ausgeglichen und in Bezug auf die Möglichkeiten überschaubar schaltete das Spiel nach der ersten Pause auf spektakulär bis wild. Nach einem fiesen Foul von Crimmitschaus Denis Shevyrin an Simon Thiel agierte die DEG für fünf Minuten am Stück in Überzahl – und nun überschlugen sich die für den Spielberichtsbogen relevanten Ereignisse. Zunächst trafen Yushiroh Hirano (26.) und Lucas Lessio (28.) zum 2:1 und 3:1, ehe die Gäste in Unterzahl durch Dominic Walsh (29.) verkürzen konnten.
Das Team von Cheftrainer Rich Chernomaz reagierte umgehend. Marx Norén (29.) gelang noch innerhalb des fünfminütigen Powerplays sein zweiter Treffer des Tages. Dem 4:2 lies Ture Linden (36.) noch vor der zweiten Pause das fünfte Düsseldorfer Tor folgen. Einmal mehr war die DEG zu diesem Zeitpunkt mit einem Mann mehr auf dem Eis, weil die Eispiraten einfach zu viele kleine Geschenke in Form von Undiszipliniertheiten verteilten.
Das schmälerte jedoch keinesfalls die gute Vorstellung der Rot-Gelben, die mit einer Drei-Tore-Führung in den Schlussabschnitt gingen. Crimmitschau konnte durch Ladislav Zikmund (54.) noch einmal verkürzen. Ture Linden (60.) traf zum 6:3 ins leere Tor, Rayan Bettahar ließ Crimmitschau noch mal jubeln, doch am Sieg der DEG änderte dieses Tor nichts mehr.
Statistik: Düsseldorfer EG – Eispiraten Crimmitschau 6:4 (1:1, 4:1, 1:2)
DEG/Tor: Bednard (Lunemann); Abwehr: Quaas, Faber – Geitner, Maginot – Akdag, Kukuk – Assavolyuk; Sturm: Orendorz, Bradford, Marx Norén – Lessio, Linden, Hirano – Thiel, Clarke, Boos – Stark, Hofmann, Münzenberger
Schiedsrichter: Laudan/Schadewaldt
Tore: 1:0 (16:57) Marx Norén (Bradford, Orendorz), 1:1 (19:04) McCormick (Walsh, Mackin), 2:1 (25:32) Hirano (Linden, Faber/5-4), 3:1 (27:42) Lessio (Linden/5-4), 3:2 (28:18) Walsh (Mackin/4-5), 4:2 (28:58) Marx Norén (Clarke, Maginot/5-4), 5:2 (35:23) Linden (Bradford, Lessio/5-4), 5:3 (53:25) Zikmund (Wruck/5-4), 6:3 (59:24) Linden (4-6), 6:4 (59:45) Bettahar (Kreutzer/5-4)
Zuschauer: 5718
Strafminuten: 10:17
Torschüsse: 34:19
