Vier Eishockey-Nationalmannschaften, ein Turnier. Vom 5. bis 8. November 2026 findet der traditionsreiche Deutschland Cup erstmals in Düsseldorf statt. D.SPORTS stellt die teilnehmenden Nationen nacheinander vor – und beginnt mit Österreich.
Der österreichische Eishockeyverband wurde im Jahr 1912 gegründet und ist seither Mitglied im Weltverband IIHF. 1928 nahm Österreich zum ersten Mal an einer Eishockey-Weltmeisterschaft teil, die größten Erfolge wurden 1931 und 1947 mit jeweils der Bronzemedaille erreicht. 13 Mal nahm die „Alpenrepublik“ an Olympischen Winterspielen teil und verbuchte 1928 mit Rang sechs ihr bis heute bestes Resultat. In der aktuellen IIHF-Weltrangliste ist Österreich an Position zwölf notiert.
Historie beim Deutschland Cup
2026 wird Österreich zum fünften Mal nach 2022, 2023, 2024 und 2025 am Deutschland Cup teilnehmen und wartet bislang noch auf seinen ersten Turniersieg. Beim ersten Auftritt vor vier Jahren landete die österreichische Auswahl auf dem zweiten Platz hinter Deutschland. Im vergangenen Jahr beendete man das Turnier auf dem vierten und damit letzten Rang, setzte mit dem 5:2-Erfolg über den Gastgeber aber ein Ausrufezeichen.
Stars von früher
Österreichs Rekordnationalspieler ist Gerhard Unterluggauer. Der Verteidiger, der seine aktive Laufbahn im Jahr 2016 beendete, stand insgesamt 244 für sein Land auf den Kufen. Unterluggauer löste 2013 Martin Ulrich ab, der es auf 228 Einsätze brachte. Beide Ex-Profis haben eine besondere Verbindung zu Düsseldorf. In den Saisons 2002/03 und 2003/04 liefen Unterluggauer und Ulrich für die DEG Metro Stars in der DEL auf, kamen mit den Rot-Gelben aber jeweils nicht über das Play-off-Viertelfinale hinaus.

Gerhard Unterluggauer. Foto: Imago/GEPA pictures
Der beste österreichische Eishockeyspieler aller Zeiten ist jedoch zweifellos Thomas Vanek. Den Großteil seiner fast 1100 NHL-Spiele absolvierte der Außenstürmer für die Buffalo Sabres. In acht Saisons schoss Vanek 25 oder mehr Tore in der Regular Season und insgesamt sammelte er 789 Scorerpunkte in seiner imposanten Karriere. Im Nationaltrikot nahm er an vier Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi teil.
Topspieler von heute
Da die National Hockey League (NHL) während des Deutschland Cup keine Pause einlegt, werden alle vier teilnehmenden Nationen ohne ihre Stars aus Nordamerika antreten. Und obwohl die Nominierungen für das Turnier im PSD BANK DOME erst kurz vor dem Turnier vorgenommen werden, dürfen sich die Eishockeyfans auf talentierte Profis freuen. So wie im Team Austria beispielsweise Vincenz Rohrer. Der 21 Jahre alte und hochveranlagte Center wurde 2022 von den Montreal Canadiens im NHL Draft ausgewählt und war zuletzt für die ZSC Lions aus Zürich aktiv und 2025 beim Deutschland Cup mit dabei.
Weitere bekannte Topspieler aus dem Kandidatenkreis für die Mannschaft beim Deutschland Cup 2026 sind Stürmer Peter Schneider vom EC Salzburg, Verteidiger Bernd Wolf (EHC Kloten/Schweiz) oder Schneiders Teamkollege und Torhüter David Kickert, der in der heimischen Liga in der vergangenen Saison einen überragenden Gegentorschnitt von nur 1,44 aufwies.
Kurioses
Im dritten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft 2024 in Prag gelang Team Austria im Schlussdrittel eine phänomenale Aufholjagd gegen den amtierenden Weltmeister Kanada. Die Mannschaft von Trainer Roger Bader lag zur zweiten Drittelpause mit 1:6 zurück, ehe Österreich fünf Tore in Folge erzielte und durch den Treffer von Marco Rossi zum 6:6 in der Schlussminute die Verlängerung erreichte. In dieser hatten die Kanadier dann zwar das bessere Ende für sich, aber das Comeback der Österreicher fand viel Beachtung.
„Im letzten Drittel fünf Tore gegen den Weltmeister zu schießen und aufzuholen, das ist schon ganz weit oben in meinem Ranking. Ich habe zu meinen Spielern gesagt, sie sollen das letzte Drittel genießen und zeigen, dass wir gut Eishockey spielen können und ein gutes Drittel machen, egal ob wir ein Tor bekommen oder eins schießen. Ich habe mit diesem Satz ein wenig die Fesseln gelöst. Dass sie es dann so umsetzen, habe ich natürlich nicht gewusst“, sagte Bader anschließend.
