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Das Foto zeigt den jubelnden DEG-Spieler Erik Bradford im lilafarbenen Ausweichtrikot.

Foto: Birgit Häfner

Eishockey

Nur nach vorne gehen

Vorschau auf die DEG-Saison 2026/27.

Am Freitagabend starten die Düsseldorfer Eishockeyprofis in Crimmitschau in die neue DEL2-Spielzeit. In dieser soll wieder mal vieles besser werden, attraktiverer Sport und bessere Resultate stehen dabei ganz oben auf der Liste. Mit zehn Fragen und zehn Antworten stimmt D.SPORTS auf die Saison ein.

Mit dem Deutschland Cup im November, der NHL Global Series im Dezember und der IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 im kommenden Mai finden innerhalb weniger Monate gleich drei absolute Highlights der schnellsten Mannschaftssportart der Welt in Düsseldorf statt. Der PSD BANK DOME an der Theodorstraße wird damit zum „Home of Ice Hockey“ und einem absoluten Fixpunkt, wenn es um internationales Interesse am Eishockey geht. Aber es gibt natürlich auch noch die Düsseldorfer EG, die mit ihrer am Freitag beginnenden DEL2-Spielzeit 2026/27 mehr als nur das Rahmenprogramm oder ein Nebendarsteller in dieser spannenden Zeit sein möchte.

Der Verein will und muss die jüngere sportliche Vergangenheit vergessen machen. Dazu gilt es, in der zweithöchsten deutschen Spielklasse vorne mitzumischen und ein Gesamtprodukt anzubieten, das der Anhängerschaft wieder deutlich mehr Freude bereitet. Zum Auftakt geht es für die wieder einmal kräftig umgebaute DEG mit drei Auswärtsspielen in Folge los – am Freitag in Crimmitschau, am Sonntag in Landshut und am 25. September in Ravensburg. Erst das vierte von insgesamt 52 Hauptrundenspielen findet dann vor heimischem Publikum statt, wenn es am Sonntag, 27. September, gegen den Aufsteiger ECDC Memmingen geht.

Was konkret vom neuen Kader zu erwarten ist, wie die interne Zielsetzung aussieht, wer die Favoriten sind und wie es generell über die aktuelle Saison hinaus aussieht, das beschreibt die D.SPORTS-Saisonvorschau in zehn Fragen und zehn Antworten.

1. In welchem Mannschaftsteil hat sich der Kader am deutlichsten verbessert?

Zweifellos in der Offensive. Neun der insgesamt 14 neuen Gesichter im Team von Cheftrainer Harry Lange sind Stürmer. Als Königstransfer auf dem Papier gilt Carter Turnbull. Der 28 Jahre alte Kanadier kommt nach einer Saison mit 71 Scorerpunkten in 58 Pflichtspielen vom HC Banska Bystrica als Topscorer der ersten slowakischen Liga nach Düsseldorf und verkündete im Interview mit „Eishockey News“ gleich mal große Ziele: „Wir wollen aufsteigen und ich möchte mit 25 bis 30 Toren dazu beitragen.“ Neu im Team sind mit Corey Mackin und Brett Kemp zudem zwei Top-10-Scorer der vergangenen DEL2-Saison. Auch Ville Järveläinen und Shawn O’Donnell sowie der DEL-erfahrene Jason Bast sollen für mehr Tore und Tiefe in der Offensive sorgen.

 

Einer der Neuen: Brett Kemp. Foto: Birgit Häfner

2. Wo sind die vermeintlichen Schwachstellen im Kader?

Ein großes Upgrade hat die rot-gelbe Defensive über den Sommer nicht erhalten. Mit Routinier Andrew Bodnarchuk, dem als bisherigen Förderlizenzspieler vom Kooperationspartner Kölner Haie bekannten Sten Fischer sowie Max Hense haben die Düsseldorfer drei (feste) Neue dazugeholt. Zuletzt kam mit Carl Konze ein weiterer junger Verteidiger dazu. Im Verhältnis zur Offensive sind das überschaubare Veränderungen, obwohl sich hier durchaus weiterer Handlungsbedarf hätte erklären lassen. Die Hoffnung ist, dass die wiederkehrenden Kräfte stabiler spielen und Jonas Langmann als neuer Torhüter das angestrebte Upgrade gegenüber Ryan Bednard ist. Dass die Offensive der DEG 2026/27 besser wird erwarten alle. Dass die Defensive besser wird, muss zumindest erst einmal mit einem Fragezeichen versehen werden.

3. Welche Veränderungen hat es im Trainerteam gegeben?

Harry Lange kam im Dezember 2025 zur DEG und geht nun in seine erste volle Saison. Der 42-Jährige brachte nach seiner Ankunft Stabilität in ein fragiles Team und erreichte mit diesem zumindest noch die erste Play-off-Runde. Nun soll es weiter nach oben gehen, mit offensivem Eishockey und einem Kader, der von der Besetzung besser zu seinem Spielstil passt. Mit Marko Raita (Development Coach), Johan Merbah (Performance Director) und Chris Hamilton (Dynamic Coach) hat sich die DEG auf dem übrigen Trainersektor neu aufgestellt. Zudem kam in Max Berger ein neuer Teammanager nach Düsseldorf.

4. Welches Saisonziel hat sich die DEG gesetzt?

Viele DEL2-Klubs haben die Düsseldorfer als Favorit oder zumindest Mitfavorit genannt. Auf der Geschäftsstelle schiebt man diese Rolle aber ein Stück weit weg. Sportdirektor Rich Chernomaz bestätigte bei der Saisonauftaktpressekonferenz zwar, dass man sich intern auch zum Favoritenkreis zähle, von einer DEL2-Meisterschaft und dem Aufstieg redet aber niemand. „Die Liga wird jedes Jahr enger, es kann innerhalb einer Saison immer viel passieren“, sagte Chernomaz. Doch mit mehr Qualität im Team möchte die DEG natürlich auch besser abschneiden als Platz neun im zurückliegenden Spieljahr. Offiziell lautet das Saisonziel „direkte Qualifikation für das Play-off-Viertelfinale“, also mindestens Platz sechs. Vom Etat her, mit Blick auf den Kader und die auch bei der Konkurrenz vorhandenen Fragezeichen muss es aber mehr sein.

5. Wer sind die Favoriten in der DEL2-Saison 2026/27?

Neben der DEG haben die Dresdner Eislöwen, die Kassel Huskies, die Starbulls Rosenheim, der EV Landshut und die Ravensburg Towerstars in dieser Saison ein Aufstiegsrecht. Und alle diese sechs Teams werden im Normallfall und ohne das ganz große Verletzungspech auch konstant in der oberen Hälfte der Tabelle zu finden sein. Kassel, Düsseldorf und Dresden bilden den Kreis der vermeintlichen Topfavoriten. Landshut und Rosenheim können bei gutem Saisonverlauf aber ebenso ganz vorne landen.

6. Was sind die Highlight-Spiele für die DEG in der Hauptrunde?

Ohne Derbys gegen einen NRW-Verein ist dem DEG-Spielplan logischerweise ein Stückchen Attraktivität abhandengekommen. Aber es gibt sicherlich einige Duelle mit Highlight-Potenzial: Die Heimspiele gegen DEL-Absteiger Dresden (11. Oktober, 5. Januar 2027) und die Kassel Huskies (30. Oktober, 24. Januar 2027) zählen ebenso dazu wie die traditionsreichen Duelle mit Rosenheim (17. November, 7. Februar 2027).

 

Verteidiger Sten Fischer spielt nun fest bei der DEG. Foto: Birgit Häfner

7. Würde die DEG im Falle einer DEL2-Meisterschaft von ihrem Aufstiegsrecht Gebrauch machen?

„Mit dieser Frage würde ich mich gerne auseinandersetzen, wenn der Fall definitiv eintrifft“, sagte Geschäftsführer Andreas Niederberger und vermied zunächst eine klare Antwort auf diese Frage. Zugleich schob er aber auch hinterher: „Ich bin sicher, dass die Stadt Düsseldorf und wir als Verein dem erfolgreichen Weg der Krefeld Pinguine, die den Wiederaufstieg geschafft haben, nicht nachstehen wollen würden.“ Grundsätzlich muss die DEG sich natürlich frühzeitig mit jenem Szenario beschäftigen und kann damit nicht bis März oder April warten. Als erster Orientierungspunkt wurde zuletzt gerne Weihnachten oder Jahreswechsel genannt. Bedeutet: Wenn die DEG gut in die Saison kommt und alle Beteiligten nach den ersten 15 bis 25 Spielen der Hauptrunde ein entsprechendes Gespür haben, wohin die Reise gehen kann, dann werden die Dinge in die Wege geleitet. Und das müssen sie auch. Denn als aufstiegsberechtigter Klub in der DEL2 muss man so oder so vorbereitet sein. Es darf erwartet werden, dass die DEG für den Fall der Meisterschaft in der DEL2 den Sprung nach oben in Angriff nehmen würde.

8. Wie geht es auf der Gesellschafter- und Geschäftsführer-Ebene über die Saison hinaus weiter?

Die Gesellschafter um Stephan Hoberg und Daniel Völkel haben in der Vergangenheit immer wieder angedeutet, dass sie künftig weniger Geld in den Verein stecken möchten. Wie stabil sich die DEG bei etwaigen Wechseln finanziell aktuell aufstellen könnte, bleibt abzuwarten. Die Geschäftsführer Niederberger und Rick Amann haben noch bis zum Ende der Saison 2026/27 Vertrag und zwischen den Zeilen klang durch, dass die beiden sich eine Fortsetzung ihres Engagements zumindest vorstellen könnten. Doch das liegt natürlich auch in der Hand der Gesellschafter. Aber: Wie setzt sich diese Gruppe künftig zusammen? Könnte hier jemand Neues kommen? Möglich. Gibt es konkrete Infos? Aktuell nicht. Im Hintergrund wird aber weiter intensiv daran gearbeitet, neue Sponsoren zu gewinnen, um die Abhängigkeit von den Gesellschaftern reduzieren zu können – ein Plan, der bei der DEG ohnehin seit geraumer Zeit verfolgt wird. 

9. Über welchen Anbieter können Fans die Auswärtsspiele verfolgen?

Der Streamingdienst Sporteurope.TV bleibt das Zuhause der DEL2. Doch dafür muss tief in die Tasche gegriffen werden. Der Pass, mit dem alle Auswärtsspiele eines Klubs geschaut werden können, kostet 199 Euro. Access-all-Areas-Pässe mit allen Spielen aller Klubs gibt es für 409 Euro, für einen Tagespass (Spieltag) werden 12,90 Euro fällig.

10. Wie lautet die Prognose der D.SPORTS-Redaktion?

Das Motto für die Saison muss eigentlich „Nur nach vorne gehen“ lauten. Einerseits mit Blick auf das Offensivpotenzial, vor allem mit Blick auf die Tabellenposition im Vergleich zum vergangenen Jahr. Wird die DEG von größerem Verletzungspech verschont, spielt sie in der Hauptrunde um die Plätze eins bis vier mit. Anders als 2025/26 dürfen sich die Fans auf bessere und ansehnlichere Auftritte ihrer Mannschaft freuen. Für den ganz großen Wurf – also die DEL2-Meisterschaft 2027 – muss aber alles funktionieren, vor allem auch die Defensive. Die konkrete D.SPORTS-Prognose: Die DEG beendet die Hauptrunde als Zweiter oder Dritter und erreicht das Play-off-Halbfinale.