Paula, wie groß ist die Vorfreude auf den Saisonstart?
Paula Schürholz: Ich habe richtig Bock. Wir waren im Trainingslager auf Kreta, haben uns nochmal gut vorbereitet und ein bisschen Farbe geholt, bevor es jetzt losgeht. Ich freue mich total, wieder zu zocken.
Düsseldorf ist für dich inzwischen mehr als nur ein Turnierort, oder?
Schürholz: Total. Ich bin seit November offiziell Düsseldorferin. Was sich in den letzten Jahren schon ein bisschen wie ein Heimspiel angefühlt hat, ist jetzt wirklich eins. Ich wohne in Flingern, brauche 15 Minuten in die Stadt und auch nur 15 Minuten zum Training – das ist schon ziemlich ideal. Jetzt darf ich sogar das Fahrrad auspacken, wenn’s zum Wettkampf bei der GBT geht.
Du trittst hier in Düsseldorf erstmal nicht mit deiner eigentlichen Partnerin Elea Beutel an. Warum?
Schürholz: Elea ist noch am College in den USA, in Texas, und war zuletzt bei den NCAA Finals. Sie landet erst am Sonntag wieder in Deutschland. Deshalb musste ich für Düsseldorf schauen. Mit Kim war dann früh klar, dass wir das zusammen spielen.
Du hattest in den letzten Monaten verschiedene Partnerinnen. War das eine unruhige Phase?
Schürholz: Es klingt vielleicht so, aber eigentlich war alles gut strukturiert. Ich war vorher mit Rika Dieckmann unterwegs, wir waren auch für ein Turnier in Indien gemeldet, konnten aber wegen Einreiseproblemen nicht spielen. Danach waren wir in Mexiko. Zwischenzeitlich habe ich auch mit Clara Dreßen gespielt, weil Rika nicht dabei sein konnte. Und in Witten trainiere ich sowieso häufiger – da zu spielen hat auch richtig Spaß gemacht.
Wie ist es, sich immer wieder auf neue Partnerinnen einzustellen?
Schürholz: Jede bringt natürlich ihren eigenen Stil mit, aber man nimmt auch viel mit. Gerade mit Kim funktioniert das gut, weil wir uns kennen und schnell einen Rhythmus finden können.
Mit Blick auf deine eigentliche Partnerin Elea Beutel: Wie läuft eure Zusammenarbeit an?
Schürholz: Ich glaube, wir kommen aus der gleichen Schule, deshalb sind die Unterschiede gar nicht so groß. In den ersten Wochen geht es viel ums Sprechen und darum, sich mit den Coaches gut abzustimmen. Klar, am Anfang werden ein paar Situationen noch nicht so klar sein wie bei eingespielten Teams, aber das ist normal.
Wie sieht euer gemeinsamer Fahrplan aus?
Schürholz: Nach Düsseldorf I kommt Düsseldorf II, dann an der Seite von Elea. Sie wird da noch mit Jet Lag spielen, aber das ist natürlich ein tolles Turnier für uns beide. Danach fliegen wir direkt auf die Philippinen zu einem Challenger. Da wollen wir vor allem international sehen, wo wir stehen, und die Zeit nutzen, um unsere Teamchemie weiter auszubauen. Menschlich passt das super, wir kennen uns schon lange, und sie bringt extrem viel Athletik mit – sie gehört da zu den Besten hierzulande.

Wie fühlst du dich aktuell sportlich?
Schürholz: Es ist total spannend. Ich habe im Winter nicht komplett eine neue Philosophie entwickelt, aber bin viele, einzelne Bewegungen anders angegangen. Wir haben also an vielen Stellschrauben gedreht. Im Training habe ich das Gefühl, einen riesigen Schritt gemacht zu haben. Jetzt bin ich gespannt, wie das im Wettkampf aussieht. Ich fühle mich sehr wohl in meinem Umfeld – aber klar, Nervosität gehört immer dazu.
Mit welchen Zielen gehst du in die Saison?
Schürholz: Ich löse mich ein bisschen von festen Zielvorgaben. Klar, ich war in den letzten Jahren auch international unterwegs und habe da Blut geleckt. Elea hat international noch nicht so viel Erfahrung, da müssen wir uns gemeinsam Punkte erarbeiten. Wir wollen den Weg weitergehen, Challenger-Turniere mitnehmen und dort bestmöglich abschneiden. Die Deutsche Meisterschaft in Dortmund wird sicher ein Highlight. Alles Weitere ergibt sich dann Schritt für Schritt – ich schaue lieber, was möglich ist, statt mir starre Ziele zu setzen.
Vielen Dank für das Gespräch.
