Die Düsseldorfer Eishockeyprofis stehen derzeit komplett neben den Schlittschuhen. Die Heimniederlage gegen einen allenfalls soliden, aber keineswegs übermächtigen Gegner, ist die sechste Pleite in den vergangenen sieben Partien. Und die Stimmung rund um Mannschaft, Trainer und Klub kippt immer mehr.
Mit dem Neuanfang nach dem Abstieg sollte alles anders werden. Ein Aufbruch in bessere Zeiten. Doch nach 23 Saisonspielen in der DEL2 ist bei der Düsseldorfer EG von der im Sommer trotzig-positiven Stimmung nicht mehr viel übrig. Am Freitagabend verlor die Mannschaft von Cheftrainer Rich Chernomaz mit 1:4 (0:2, 1:1, 0:1) gegen die Bietigheim Steelers, kassierte damit die insgesamt 13. Saisonniederlage und die sechste in den vergangenen sieben Spielen.
Zu allem Überfluss erinnern die meisten der jüngeren Auftritte schmerzhaft an die aus der Saison 2024/25. Und wie vor einem Jahr ist es rund um den PSD BANK DOME eine alles andere als besinnliche – und erfolgreiche – Vorweihnachtszeit. „Ich klinge jedes Mal wie eine kaputte Schallplatte nach den Spielen derzeit. Es war wieder einmal ein ernüchternder Start. Einige Spieler machen einfach in zu vielen Situationen nicht das richtige Play auf dem Eis“, sagte Chernomaz. „Wir sind alle wütend. Spieler, Trainer, Management und Gesellschafter. Es muss damit beginnen, dass unsere Führungsspieler auch als solche mit gutem Beispiel vorangehen.“
Schlafmützenstart und kaum Offensivaktionen
Wie so oft im bisherigen Saisonverlauf wirkte die DEG zu Beginn des Spiels wieder einmal nicht auf der Höhe. Schlafmützig und beinahe desinteressiert wurde da in der eigenen Zone verteidigt. Es war fast schon überraschend, dass es bis zur Führung für Bietigheim zweieinhalb Minuten dauerte, denn das Team aus Baden-Württemberg hatte schon vor dem Treffer von Matt Kemp zwei gute Möglichkeiten. Die Art und Weise des Gegentores zum 0:1 war aus Düsseldorfer Sicht aber noch mal besonders erschreckend, denn Kemp durfte erst ungestört an drei DEG-Spielern vorbeigehen und dann auch noch in aller Ruhe Goalie Niklas Lunemann ausschauen.
Kemp (12.) war es dann auch, der auf 2:0 für Bietigheim stellte. Und auch in dieser Szene reagierte bei den in rot gekleideten Profis auf dem Eis niemand entscheidend. Folglich gab es zahlreiche Pfiffe, als die Mannschaften zur ersten Drittelpause in die Kabinen fuhren. Vier (!) magere Torschüsse brachten die Rot-Gelben in den ersten 20 Minuten zustande. Ein desolater Wert.

Foto: Birgit Häfner
Und wer sich zuletzt ein bisschen genauer umhörte, dem war nicht entgangen, dass die Stimmung rund um den Klub schon seit Wochen immer mehr köchelt. Erst die Klatsche im Jubiläumsspiel gegen Rosenheim, dann über weite Strecken ein indiskutabler Auftritt im Heim-Derby gegen Krefeld und zuletzt die Nachricht, dass sich der überaus beliebte Brendan O’Donnell für eine Rückkehr anbot – und die DEG eine erneute Beschäftigung des Torjägers ablehnte. Sicher auch aus verständlichen Gründen. Aber ein positives Signal wäre es allemal gewesen. Schon zuvor wandten sich einige Fans bereits mit einem offenen Brief an die Geschäftsführer Rick Amann und Andreas Niederberger, in dem sie mit Blick auf die aktuelle Lage ihre Sorgen zum Ausdruck brachten.
Linden trifft in Unterzahl, aber mehr kommt nicht
Nach dem ganz schwachen ersten Drittel steigerte sich die DEG im zweiten Spielabschnitt gegen Bietigheim – zumindest ein bisschen. In Unterzahl gelang Ture Linden (25.) der 1:2-Anschlusstreffer. Weil Filip Reisnecker (37.) im Nachsetzen jedoch den alten Abstand wieder herstellte, drängte sich nach Ende des zweiten Drittels nicht zwingend der Gedanke auf, dass die Düsseldorfer diesem Eishockeyabend, der vor 7248 Fans ganz im Zeichen von „Sponsor of the day“ D.SPORTS stand, noch eine entscheidende Wendung geben könnten.
Doch der Schlussabschnitt dümpelte im Grunde ereignisarm vor sich hin. Nach dem vierten Treffer der Gäste durch Joshua Rust (58.) ins bereits leere DEG-Tor riefen die Ultras „Wir haben die Schnauze voll“. Eine nachvollziehbare Reaktion.
Statistik: Düsseldorfer EG – Bietigheim Steelers 1:4 (0:2, 1:1, 0:1)
DEG/Tor: Lunemann (Bradford); Abwehr: Blumenschein, Faber – Geitner, Maginot – Kukuk; Sturm: Bradford, Linden, Hirano – Lessio, Thiel, Niederberger – Tosto, Norén, Münzenberger – Assavolyuk, Hofmann
Schiedsrichter: Laudan/Engelmann
Tore: 0:1 (2:30) Kemp (Racuk), 0:2 (11:16) Kemp (Fischer, Dronia), 1:2 (24:07) Linden (Bradford/4-5), 1:3 (36:38) Reisnecker (McNeely, Dronia), 1:4 (57:41) Rust (Sturm/5-6)
Zuschauer: 7248
Strafminuten: 12:4
Torschüsse: 28:26
