Zweieinhalb Drittel lang zeigen die Düsseldorfer Eishockeyprofis eines ihrer besten Heimspiele in der laufenden DEL2-Saison, verlieren aber auch den vierten Vergleich mit den Krefeld Pinguinen. Nach dem späten Gegentor zum 1:2 brechen in den letzten Minuten alle Dämme.
Die Kombination aus dem bisherigen Saisonverlauf sowie der personellen Situation versprach von vornherein nicht allzu viel. Oder konkreter formuliert: Drei Pleiten in den drei bisherigen kleinen Derbys, dazu der schwerwiegende Ausfall von Topscorer Yushiroh Hirano. In den Gesichtern vieler Anhänger der Düsseldorfer EG dominierte vor dem ersten Bully im mit 13.102 Fans offiziell ausverkauften PSD BANK DOME gegen die Krefeld Pinguine die Skepsis.
Bis in die Schlussphase hinein sah es dann aber so aus, als wäre der erste Erfolg gegen den ungeliebten Rivalen aus der Seidenstadt im Bereich des Möglichen. Mit einer couragierten und disziplinierten Vorstellung hielt die DEG bis in die 56. Spielminute hinein ein 1:1, kassierte dann aber ein ärgerliches Gegentor und fiel in sich zusammen. So stand am Ende ein in der Höhe leicht groteskes 1:5 (0:0, 1:1, 0:4) auf dem Videowürfel und auf Düsseldorfer Seite war nach Skepsis und zwischenzeitlicher Begeisterung sowie Hoffnung am Ende nur noch Frust übrig.
Bradford beantwortet das 0:1 mit dem Ausgleich
Anders als im ersten Heimspiel der Saison gegen Krefeld Ende November, als die Partie praktisch schon nach den ersten 20 Minuten entschieden war, fand die DEG diesmal direkt ins Spiel, störte den Gegner im Aufbauspiel und präsentierte sich hellwach. Flüssige Passkombinationen über mehrere Stationen und zielstrebige Aktionen in Richtung Tor der Pinguine waren eher die Regel als die Ausnahme. Einzig in den Abschlüssen blieben die Düsseldorfer zu harmlos. Krefeld hatte die gefährlicheren Aktionen und mehr Schüsse, doch das 0:0 zur ersten Eisaufbereitung ging aufgrund des Engagements der DEG in Ordnung.

Foto: Birgit Häfner
In einem ausgeglichenen zweiten Drittel kamen die Rot-Gelben in Unterzahl durch Erik Bradford zur bis dahin besten Möglichkeit, doch der Kanadier scheiterte am hervorragenden Felix Bick im Tor der Krefelder. Kurz nach dem Ablauf der Strafe gingen die Gäste durch Jonathan Matsumoto (28.) in Führung, weil die DEG in der eigenen Zone kurzzeitig unsortiert war. Doch Bradford erzielte nur 59 Sekunden nach dem 0:1 den 1:1-Ausgleich – und der war angesichts der konzentrierten Vorstellung der Düsseldorfer zur zweiten Pause absolut verdient.
Doppelschlag ist die Entscheidung – dann wird es absurd
Chancen gab es auch im Schlussabschnitt genug, um die Partie für sich zu entscheiden. Doch entweder stand Bick im Weg oder die Schüsse rauschten knapp am Kasten der Pinguine vorbei. Als die letzten fünf Minuten anbrachen, krachte die DEG jedoch plötzlich in sich zusammen. Max Newton (56.), Marcel Müller (56.), Matsumoto (57.) und Leonhard Korus (58.) stellten innerhalb von zwei Minuten und 23 Sekunden von 1:1 auf 5:1 für Krefeld.
Dass das Ergebnis in der Höhe absolut lächerlich war, spielte am Ende keine Rolle. Die DEG zeigte zwar einmal mehr, dass sie in dieser Saison streckenweise auch mit den Topteams der DEL2 mithalten kann. Aber anders als Krefeld, Kassel oder andere Klubs aus den Top-Sechs der Tabelle fehlt es dann in entscheidenden Phasen an den letzten Prozent, der Effizienz vor dem gegnerischen Tor und eben manchmal auch das Quäntchen Glück.
„Das ist das, was man einfach lernen muss. Wir müssen lernen, das Spiel fertigzuspielen. Wieder einmal wurden wir bestraft, weil es ein zu langer Wechsel war“, sagte Cheftrainer Harry Lange. „Es war ein Fight heute und vielleicht waren wir auch ein bisschen müde. Aber wir müssen so spielen, wie es sich gehört – und das bis zum Ende. Das haben wir nicht gemacht. Dann kannst du gegen einen Gegner wie Krefeld nicht gewinnen.“
Statistik: Düsseldorfer EG – Krefeld Pinguine 1:5 (0:0, 1:1, 0:4)
DEG/Tor: Lunemann (Kuklok); Abwehr: Hammond, Maginot – Balinson, Blumenschein – Quaas, Faber – Kukuk; Sturm: Lessio, Bradford, Brown – Orendorz, Linden, Thiel – Tosto, Clarke, Niederberger – Assavolyuk, Hofmann, Galfinger
Schiedsrichter: Janssen/Voit
Tore: 0:1 (27:33) Matsumoto (Dybowski, Weiß), 1:1 (28:32) Bradford (Hammond, Lessio), 1:2 (55:28) Newton (Santos, Gogulla), 1:3 (55:37) Müller (Bruch), 1:4 (56:41) Matsumoto (Köhler, Payerl), 1:5 (57:51) Korus (Weiß, Mäkitalo)
Zuschauer: 13.102 (ausverkauft)
Strafminuten: 6:4
Torschüsse: 33:49
