Beim 1:2 gegen den an diesem Tag durchaus schlagbaren Tabellendritten zeigt die Mannschaft von Cheftrainer Harry Lange eine engagierte Vorstellung. Doch zwei kapitale Fehler und zu viele verpasste Chancen kosten die Düsseldorfer Eishockeyprofis den vierten Heimsieg in Serie. Zu allem Überfluss verlieren die Rot-Gelben ihren Topscorer, weil Yushiroh Hirano auf die Provokationen der Rosenheimer einsteigt und nach einem saudämlichen Schlittschuhtritt vom Eis fliegt.
Es waren 38 Minuten und 22 Sekunden gespielt. Da gingen die beiden Hauptschiedsrichter Andreas Gawlik und Sebastian Lehmann zum Videobeweis – und schickten nach Überprüfung der Fernsehbilder Yushiroh Hirano mit fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe vom Eis und in die Kabine. Der Topscorer der Düsseldorfer EG, der beim 3:2 nach Penaltyschießen am Freitag gegen Freiburg noch umjubelter Matchwinner war, hatte sich beim Zwischenstand von 1:2 zu einem Schlittschuhtritt hinreißen lassen.
Die Szene erhitzte nicht nur die Gemüter im mit 7977 Fans gut gefüllten PSD BANK DOME. Sie hatte durchaus Einfluss auf den Ausgang des Spiels. Denn ohne ihren offensiven Motor blieben möglicherweise entscheidende Impulse und das Comeback aus. So verlor die DEG in ihrem 32. Saisonspiel mit 1:2 (0:1, 1:1, 0:0) gegen die Starbulls Rosenheim. „Die Gegentore sind ärgerlich. Das darf so nicht passieren“, sagte Cheftrainer Harry Lange. „Defensiv haben wir ansonsten gut verteidigt. Einsatz und Moral haben gestimmt. Heute tut es richtig weh. Da war mehr drin für uns.“
Zwei große Fehler führen zu zwei Gegentoren
In einem unter dem Strich ausgeglichenen ersten Drittel waren es die Rosenheimer, die den einzigen Treffer erzielen konnten. Begünstigt wurde das 0:1 durch Ville Järvelainen (6.) allerdings von einer Unsicherheit in der Düsseldorfer Defensive. Verteidiger Moritz Kukuk sah in der Entstehung vor dem eigenen Kasten unglücklich aus und weil Torhüter Niklas Lunemann die Scheibe nicht festmachen konnte, staubte Järvelainen unbedrängt zur Führung für die Gäste ab.
Obwohl die DEG im zweiten Abschnitt mehr für das Spiel tat, kündigte sich der Ausgleichstreffer zum 1:1 nicht unbedingt an. Doch Ture Linden (29.) gelang es, Rosenheims Goalie Christopher Kolarz mit einem Handgelenkschuss aus halblinker Position zu überwinden und so sein 16. Saisontor zu erzielen. Hätten die Düsseldorfer in ihrem kurz darauf folgenden Überzahlspiel zum 2:1 getroffen, der Ausgang der Begegnung wäre möglicherweise ein anderer gewesen.

Ture Linden (r.) erzielte das 1:1. Foto: Birgit Häfner
Doch weil die Mannschaft von Lange auch nach dem Trainerwechsel ihre Fehleranfälligkeit noch nicht konstant in den Griff bekommen hat, ging Rosenheim durch Shane Hanna (37.) erneut in Führung. Ein Abspielfehler in der Offensivzone ermöglichte Hanna und Vorlagengeber Jordan Taupert einen Zwei-auf-eins-Konter an dessen Ende Lunemann chancenlos war.
Engagiert bis zum Schluss, aber ohne Fortune im Abschluss
Rund zwei Minuten nach dem 1:2 kam es dann zur Szene mit Hirano, der bereits zuvor ordentlich provoziert wurde. Nach der Foulsituation gingen gleich mehrere Gegenspieler auf den Japaner los, der sich nach seiner unüberlegten und selbst aus der Emotion heraus unentschuldbaren Aktion auch noch auf eine längere Sperre einstellen darf. Trotz der zweifellos richtigen Entscheidung der Schiedsrichter gegen Hirano kamen die in dieser Sequenz mitunter unsportlich auftretenden Rosenheimer ohne Strafen davon.
Die DEG überstand die fünf daraus resultierenden Minuten in Unterzahl schadlos und machte auch im Schlussabschnitt ein gutes Eishockeyspiel. Den entscheidenden Impuls zum erhofften 2:2 gab es jedoch nicht mehr. Auch, weil Hirano und seine spielerischen Überraschungsmomente nicht mehr da waren. „Wir werden natürlich mit ihm über diese Aktion reden“, sagte ein frustrierter Harry Lange. „Die Aktion war mit Sicherheit ein ,turning point‘ im Spiel.“
Statistik: Düsseldorfer EG – Starbulls Rosenheim 1:2 (0:1, 1:1, 0:0)
DEG/Tor: Lunemann (Hümer); Abwehr: Geitner, Blumenschein – Maginot, Kukuk – Quaas, Faber; Sturm: Orendorz, Bradford, Hirano – Niederberger, Clarke, Thiel – Tosto, Linden, Brown – Assavolyuk, Norén, Hofmann
Schiedsrichter: Gawlik/Lehmann
Tore: 0:1 (5:33) Järvelainen (Vollmayer), 1:1 (28:15) Linden (Geitner, Faber), 1:2 (36:16) Hanna (Taupert)
Zuschauer: 7977
Strafminuten: 7 plus 20 Spieldauer (Hirano) – 4
Torschüsse: 30:20
