Die Düsseldorfer verlieren das erste Duell mit den Krefeld Pinguinen im PSD BANK DOME nach 1360 Tagen mit 3:6, kassieren die fünfte Niederlage in den vergangenen sieben Spielen und sind spätestens jetzt im DEL2-Mittelmaß angekommen.
„Derby“. Mit diesem Begriff sind im Sport immer besondere Erwartungen verknüpft. Eine volle Halle oder ein volles Stadion, elektrisierende Stimmung auf den Rängen und zwei Mannschaften, die an diesem Tag noch ein bisschen mehr aus sich rauszuholen versuchen. Nun lässt sich zumindest darüber diskutieren, wie groß das Derby zwischen der Düsseldorfer EG und den Krefeld Pinguinen tatsächlich ist. Aber wenn das „echte Derby“ zwischen Rot-Gelb und den Kölner Haien aufgrund unterschiedlicher Ligen-Zugehörigkeit bis auf Weiteres nicht stattfinden kann, dann nimmt man auch das „kleine Derby“, das es zuletzt drei Saisons nicht gab.
Am Sonntagnachmittag lösten sich die mit einem Derby verbundenen Erwartungen allerdings schnell in Luft auf – zumindest auf Seiten der DEG und vor allem im ersten Drittel. Denn elektrisierende Stimmung und eine Mannschaft, die jene berühmte Schippe obendrauf legt, wurden im mit 13.102 Fans ausverkauften PSD BANK DOME auf Seiten der Heimmannschaft erst einmal vergeblich gesucht. Die DEG präsentierte sich anfangs desolat, lag nach peinlichen ersten 20 Spielminuten bereits zur ersten Drittelpause mit 0:4 zurück und unterlag am Ende eines aus Düsseldorfer Sicht phasenweise schauerlichen Eishockeynachmittags mit 3:6 (0:4, 3:1, 0:1). Es war die fünfte Niederlage aus den vergangenen sieben Spielen.
Defensiv einmal mehr viel zu anfällig
Dass sich die Mannschaft von Cheftrainer Rich Chernomaz in diesen Tagen und Wochen nicht auf dem Niveau der Spitzenmannschaften wie Kassel, Landshut und eben auch Krefeld bewegt, ließe sich im ersten DEL2-Jahr noch mit dem Wort „Konsolidierung“ erklären. Zumindest in Teilen. Aber die Realität ist, dass das Düsseldorfer Eishockey in den vorweihnachtlichen Wochen anno 2025 graues Zweitliga-Mittelmaß ist.

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Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig. Ein paar der auffälligen Punkte sind folgende: Einige der vermeintlichen Leistungsträger tauchen in zu vielen der bisherigen 21 Saisonspiele zu oft unter. Die gesamte Mannschaft agiert in der Defensive instabil und allgemein fehlt in einigen Spielen das klar erkennbare taktische Konzept. „Wir haben im ersten Drittel vollkommen unnötige Fehler gemacht. Und sehr viele davon mit dem Puck“, sagte Chernomaz in der Pressekonferenz nach dem Derby-Debakel. „Erst nach dem 0:5 haben wir angefangen unser Eishockey zu spielen.“
Das Positive für die DEG ist, dass noch mehr als die Hälfte der Saison vor den Düsseldorfer Eishockeyprofis liegt. Bedeutet: Es ist enorm viel Zeit, um die rot-gelbe Wagenburg auf Kurs zu bringen. Doch der November war mit Blick auf die Auftritte und Resultate meist so trist, wie das Wetter im herbstlichen aller Herbstmonate.
Linden sorgt für Hoffnung, Wende bleibt aus
Das Spiel begann fürchterlich, wurde dann aus DEG-Sicht besser – aber Punkte gab es keine. Vor dem frühen 0:1 verlor Verteidiger Moritz Kukuk die Scheibe nach einem Abpraller aus den Augen und Roope Mäkitalo (3.) schob unbedrängt ein. Diese Szene ließ sich noch als unglücklich beschreiben. Doch die DEG lief im ersten Abschnitt grundsätzlich fast nur hinterher, während Krefeld bissiger auftrat und deutlich häufiger gefährlich vor das gegnerische Tor kam. Binnen zwei Minuten und 27 Sekunden erhöhten die Pinguine durch Max Newton (16.), Daniel Bruch (18.) und Mathew Santos (18.) von 1:0 auf 4:0, während die in blau gekleideten DEG-Profis ebenso konsterniert zuschauten, wie ihre Anhänger auf den Tribünen.
Santos (29.) besorgte den fünften Treffer für die Pinguine und besiegelte damit das vorzeitige Ende des Arbeitstages für DEG-Goalie Ryan Bednard, der das Tor für Niklas Lunemann frei machte. Plötzlich aber meldeten sich die Düsseldorfer zählbar in diesem Spiel an. Ture Linden (30.) wischte die „Null“ von der linken Seite der Anzeigetafel und nur 52 Sekunden später ließ Luca Tosto den Puck zum zweiten Mal im Tor von KEV-Torhüter Felix Bick einschlagen.
Spätestens mit dem 3:5 durch Linden (39.) keimte im Dome wieder spürbar Hoffnung auf. Aber trotz der deutlichen Steigerung der DEG blieb die Wende aus. Mäkitalo (54.) setzte den Schlusspunkt in einem Eishockeyspiel, das die Düsseldorfer im ersten Drittel und insbesondere durch ihre mangelhafte Defensivarbeit verloren.
Statistik: Düsseldorfer EG – Krefeld Pinguine 3:6 (0:4, 3:1, 0:1)
DEG/Tor: Bednard (ab 29. Lunemann); Abwehr: Balinson, Faber – Blumenschein, Maginot – Geitner, Kukuk; Sturm: Bradford, Linden, Hirano – Thiel, Boos, Tosto – Niederberger, Clarke, Brown – Assavolyuk, Marx Norén, Hofmann
Schiedsrichter: Janssen/Klein
Tore: 0:1 (2:40) Mäkitalo (Raabe), 0:2 (15:30) Newton (Gogulla, Müller/5-4), 0:3 (17:03) Bruch (Konze), 0:4 (17:57) Santos (Vandane, Müller/5-4), 0:5 (28:10) Santos (Newton, Müller), 1:5 (29:19) Linden (Hirano, Balinson/5-4), 2:5 (30:11) Tosto (Thiel), 3:5 (38:46) Linden (Hirano, Faber), 3:6 (53:58) Mäkitalo (Santos, Cerny)
Zuschauer: 13.102 (ausverkauft)
Strafminuten: 14:8
Torschüsse: 29:35
