Gegen den frech auftretenden Aufsteiger aus Memmingen treffen Kevin Orendorz, Corey Mackin sowie Brett Kemp und bescheren den Düsseldorfern vor 7683 Fans beim ersten Auftritt in der neuen Saison im PSD BANK DOME die nächsten drei Punkte.
Ein erstes Heimspiel am vierten Spieltag der neuen Eishockeysaison ist definitiv ungewöhnlich. Aber am Sonntag war es dann endlich soweit und die im Sommer wieder einmal kräftig umgekrempelte Düsseldorfer EG präsentierte sich zum ersten Mal in der DEL2-Saison 2026/27 im heimischen PSD BANK DOME. Die Vorfreude beim Team und Anhang war spürbar, hatte die Mannschaft von Cheftrainer Harry Lange ihre ersten drei Aufgaben in Crimmitschau (4:1), Landshut (6:5 nach Penaltyschießen) und Ravensburg (2:1) doch allesamt erfolgreich lösen und acht von neun möglichen Punkten einsammeln können.
Und um dem zarten Pflänzchen Euphorie ein wenig mehr Wasser zu geben, wollte die DEG gegen den ebenfalls mit acht Zählern stark gestarteten Aufsteiger ECDC Memmingen Indians den vierten Sieg folgen lassen. Das Vorhaben gelang. Beim 3:0 (1:0, 0:0, 2:0) lief es offensiv zwar nicht so rund wie am ersten Wochenende der Saison, dafür aber zeigte die vor dem Saisonstart oftmals als vermeintliche Problemzone ausgemachte Defensive eine sehr gute Leistung.
„Im ersten Abschnitt waren wir ein bisschen passiv. Danach war es offener. Wenn wir die Torhüter wegnehmen, kann das hier auch 9:5 ausgehen. Wir waren in der Chancenverwertung teilweise stümperhaft. Aber wir sind dabeigeblieben und sind geduldig geblieben. Vergangene Saison hätten wir so ein Spiel nicht gewonnen. Respekt vor der Leistung von Memmingen. Die werden in dieser Liga noch einige Mannschaften vor Probleme stellen“, sagte Lange.
Gute Phasen wechseln sich mit Leerlauf ab
Die ersten zehn Minuten des ersten Drittels durften als zaghaftes Abtasten abgehakt werden. Nach dem Powerbreak nahm das Spiel dann sichtbar an Fahrt auf und die DEG erarbeitete sich gegen defensiv gut stehende Memminger die eine oder andere Möglichkeit. Doch zu viele Schüsse gerieten zu zentral, so dass Indians-Goalie Michael Bitzer nur selten sein ganzes Können aufbieten musste. Beim ersten Heimspieltreffer der Saison war er aber dann chancenlos. Nach cleverem Pass von Leon Niederberger war es Kevin Orendorz (20.), der allein auf Bitzer zusteuerte und überlegt zum 1:0 einschob.
Im zweiten Abschnitt kam von der DEG weitestgehend zu wenig. Einige Aktionen waren fahrig und immer wieder wurden Angriffe in der Zone der Memminger nicht konsequent zu Ende gespielt. Trotzdem kamen die Düsseldorfer zu einigen freien Abschlüssen, auch weil die Indians sich offensiv mehr trauten und es mitunter so Platz zum Kontern gab. Nur das 2:0 fiel nicht.

Foto: Kai Kuczera
Memmingen machte es der DEG insgesamt weiter schwer und spielte keineswegs wie ein DEL2-Neuling. Doch richtig gefährlich wurde es für Goalie Niklas Lunemann, der die ersten drei Saisonspiele Backup für Jonas Langmann war, nur selten. Im zweiten Powerplay des Nachmittags boten sich dann genug Chancen auf das zweite Düsseldorfer Tor. Allein Corey Mackin kam mehrfach zum Abschluss, aber das knappe 1:0 hatte zur zweiten Drittelpause nach wie vor Bestand.
Herrmann aufmerksam, Mackin abgezockt
Weil die DEG zu viel liegen ließ und Memmingen ebenfalls vor dem gegnerischen Tor das entscheidende Quäntchen fehlte, blieb das Spiel auch im Schlussdrittel lange offen. In der 53. Minute passte der Aufsteiger hinter dem eigenen Kasten dann einmal nicht auf. Fabian Herrmann ging aufmerksam dazwischen und bediente Mackin, der auf 2:0 stellte. Wer nun dachte, der Widerstand der Gäste sei gebrochen, wurde eines Besseren belehrt. Memmingen probierte weiterhin alles und nahm Torhüter Bitzer für einen sechsten Feldspieler vom Eis.
Brett Kemp (59.) sorgte mit seinem Empty-Net-Goal für den Schlusspunkt in einem Eishockeyspiel, in dem der wackere Aufsteiger am Ende sicherlich zu hoch geschlagen wurde und Lunemann mit 30 abgewehrten Schüssen gleich in seinem ersten Spiel einen Shut-out feiern durfte. „Das ist natürlich immer ein gutes Gefühl, denn es bedeutet, wir haben das Spiel gewonnen. Aber auf der Leistung heute können und müssen wir aufbauen“, sagte Lunemann.
Mit dem Rückenwind aus vier Siegen in vier Spielen geht es für die DEG am kommenden Freitag in Rosenheim weiter, ehe dann am Sonntag, 4. Oktober, die Blue Devils Weiden zum nächsten Heimspiel in den PSD BANK DOME kommen.
Statistik: Düsseldorfer EG – ECDC Memmingen 3:0 (1:0, 0:0, 2:0)
DEG/Tor: Lunemann (Langmann); Abwehr: Blumenschein, Faber – Balinson, Bodnarchuk – Hammond, Fischer – Hense; Sturm: Herrmann, Mackin, Turnbull – Järveläinen, Bradford, Kemp – Niederberger, Bast, Orendorz – Holzhausen, Münzenberger, Pischoff
Schiedsrichter: Polaczek/Klijberg
Tore: 1:0 (19:44) Orendorz (Niederberger), 2:0 (52:07) Mackin (Herrmann), 3:0 (58:04) Kemp (Bradford, Bodnarchuk/5-6)
Zuschauer: 7683
Strafminuten: 6:4
Torschüsse: 39:31
