Vier Eishockey-Nationalmannschaften, ein Turnier. Vom 5. bis 8. November 2026 findet der traditionsreiche Deutschland Cup erstmals in Düsseldorf statt. D.SPORTS stellt die teilnehmenden Nationen nacheinander vor – in Teil drei geht es um die Slowakei.
Wie in Lettland ist Eishockey auch in der Slowakei Sportart Nummer eins. Nach der friedlichen Aufteilung der Tschechoslowakei entstand am 1. Januar 1993 die Slowakei, die ab sofort Mitglied des Eishockey-Weltverbandes IIHF wurde. Das gerade einmal fünfeinhalb Millionen Einwohner starke Land etablierte sich innerhalb kürzester Zeit als Top-Ten-Nation im internationalen Eishockey. Nach der Gründung des Staates stieg die slowakische Eishockey-Nationalmannschaft durch den Sieg bei der C-WM (1994) und den Erfolg bei der B-WM (1995) in die A-Gruppe auf und erreichte bei den ersten zwölf Teilnahmen elf Mal eine Top-Acht-Platzierung, darunter drei Medaillen mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2002 in Schweden als Höhepunkt. In der aktuellen IIHF-Weltrangliste ist die Slowakei auf Platz acht notiert.
Historie beim Deutschland Cup
Ein Jahr nach Beginn ihrer Unabhängigkeit feierte die Slowakei 1994 ihr Debüt beim Deutschland Cup. Die bislang 26 Teilnahmen bedeuten hinter Deutschland (36) die zweitmeisten aller Nationen. Durch drei Siege in ebenso vielen Turnierspielen gegen Deutschland, Kanada und die Schweiz gelang 1997 der erste Triumph. Es folgten Turniersiege in den Jahren 2006, 2011, 2016 und 2024. Mit insgesamt fünf Erfolgen liegt die Slowakei im ewigen Ranking der Deutschland-Cup-Gewinner hinter dem Gastgeber und Team Russland bzw. der UdSSR auf Platz drei.
Stars von früher
Mit 194 Einsätzen im Trikot der Nationalmannschaft ist Dominik Granak der Rekordspieler der Slowakei. Der Verteidiger wurde nationaler Meister in Tschechien (mit dem HC Slavia Prag) und in Schweden (mit Färjestad BK), spielte im Gegensatz zu vielen anderen Größen seines Landes allerdings nie in Nordamerika. Bei Rögle BK in Schweden zählten mit Kevin Marshall und Matthias From zwei spätere Profis der Düsseldorfer EG zu Granaks Teamkollegen.

Miroslav Satan (l.). Foto: Imago/Bildbyran
Der bekannteste Name im slowakischen Eishockey ist Miroslav Satan, der mit 183 Länderspielen in der All-Time-Liste an Position zwei steht. Außenstürmer Satan hat mehr als 1100 NHL-Spiele in seiner Vita stehen und genießt vor allem bei den Buffalo Sabres höchste Anerkennung. In jeder vollen seiner sieben Saisons für die Franchise aus dem US-Bundesstaat New York gelangen dem Stanley-Cup-Sieger von 2009 (mit den Pittsburgh Penguins) mindestens 20 Tore. Mit dem Nationalteam gewann er 2002 WM-Gold sowie zwei Mal Silber und einmal Bronze bei Weltmeisterschaften. Heute fungiert Satan als General Manager seiner Nationalmannschaft.
Topspieler von heute
Da die National Hockey League (NHL) während des Deutschland Cup keine Pause einlegt, werden alle vier teilnehmenden Nationen ohne ihre Stars aus Nordamerika antreten. Und obwohl die Nominierungen für das Turnier im PSD BANK DOME erst kurz vor dem Turnier vorgenommen werden, dürfen sich die Eishockeyfans auf talentierte Profis freuen. So wie im Team Slowakei vielleicht auf Stürmer Tomas Tatar, der nach zwölf Jahren in der NHL mittlerweile für den EV Zug in der Schweiz aktiv ist. Tatar spielte für die Detroit Red Wings, Vegas Golden Knights, Montreal Canadiens, New Jersey Devils, Colorado Avalanche und Seattle Kraken.
Für die jüngere Generation im slowakischen Eishockey stehen Spieler wie Martin Fasko-Rudas, der bei Bili Tygri Liberec in Tschechien unter Vertrag steht oder Oliver Okuliar, der in der vergangenen Saison in Schweden mit Skelleftea AIK den Meistertitel gewann und nun ins Farmteam der Pittsburgh Penguins nach Wilkes-Barre/Scranton wechselt. Zuletzt trat die Slowakei aber vor allem mit jüngeren Profis beim Deutschland Cup an, um diesen die Möglichkeit zu geben, Erfahrung auf internationalem Terrain zu sammeln.
Kurioses
Bei der Weltmeisterschaft 2017 kam es beim Abspielen der Nationalhymne zu einem peinlichen Fehler. Die Slowakei hatte die Italiener in Köln mit 3:2 besiegt. Die deutschen Organisatoren spielten aber die slowenische Nationalhymne. Die slowakischen Fans stimmten daraufhin aus voller Inbrunst a cappella ihre eigene Hymne an, während die Spieler irritiert auf dem Eis standen.
