Wir hatten so die Faxen dicke! Das schreibt einer, der mit Herzblut und Liebe zu und mit den Basketballern – wie Gevatter Ratte dem Flötenspiel – hinterherlief. Der auch immer wieder auswärts das Fähnchen wedelte und dem Trömmelchen gar liebliche Musik entlockte.
Bis, ja, bis in dieser Saison anstatt einer Konsolidierung, einem nächsten Schritt nach vorne, plötzlich und für uns alle komplett überraschend, der Lauf von 10 verlorenen Spielen hintereinander jegliche Lust am Spiel vermieste. Als dann auch interne Querelen bekannt wurden und sich das Team der Verantwortlichen erst in die Wolle und dann doch im Sinne des Vereins entknoteten, hatten wir Fans wirklich den Spaß nahezu verloren.
Der Trainerwechsel war dann die logische, wenn auch späte Konsequenz, und wie schon öfter löblich erwähnt, ist Coach Achmadschah Zazai ein ganz anderes Kaliber als sein Vorgänger.
Jetzt muss man aber auch ehrlich sein und den Umschwung nicht nur dem neuen Trainer in die Schuhe schieben. Club-Boss Jörg Dahms und sein Team hatten ausgesprochen gute Händchen bei den Neu- und Nachverpflichtungen, man darf sagen, es wurde ordentlich feucht durchgewischt und Qualität eingekauft.
Brandon Spearman und Ajare Sanni – beide am Anfang der Saison, Kayne Henry kurierte erst seine Verletzung aus und liefert nun, Brandon Averette und Justin Tucker ganz frisch im Team.
Auffällig, dass das Team die Windeln abgelegt hat, die sie zu Beginn der Runde vorsichtshalber in ihren Höschen einlegten, da die Angst wovor oder wem auch immer so groß war. Sie lassen sich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen, wenn der Abstand mal haarig wird. Hat man früher das eine oder andere Tränchen verdrückt, so wird in den letzten Spielen ein bettlakengroßes Schneuztuch gezückt, ordentlich getrötet und dann der Kampf angenommen. Vorbei ist die Zeit des devoten Buckelns, heute wehrt man sich und das schmeckt dem Gegner ganz und gar nicht. Endlich wird der Club wieder beschimpft und nicht bemitleidet. Einen fröhlichen Gruß nach Koblenz.
In Bremerhaven und in Koblenz gewonnen, dazu Quakenbrück, Nürnberg und Vechta geschlagen, wobei es absolut Sinn hat, gegen die Tabellennachbarn Gummi zu geben und ab und zu einem der Großen Probleme zu bereiten. Wenn das so weitergeht, habe ich weder Angst noch Bange vor der Pro A Zukunft.
Am Samstag kann es wieder so ein wildes Spiel geben, wenn Bochum ins CASTELLO kommt, traditionell rumpelt es da auf dem Court und auf den Rängen, denn aus dem Pott reisen auch mal gerne Gesang-starke Supporter in die Landeshauptstadt. Allerbeste Gelegenheit, Samstag um 17:00 Uhr dagegenzuhalten.
Man sieht sich.
Euer Heiko Sauer
