ART Giants bringen Sieg nicht ins Ziel

Jetzt müssen Coplin, Boner und Co. den Bock umstoßen

Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Anfang November hätte sich das kein Fan der ART Giants vorstellen können, dass seine Mannschaft Anfang Januar 2023 mit dem Rücken zur Wand in der 2. Basketball-Bundesliga ProA stehen würde. Vier Siege im ersten Viertel der Saison haben fälschlicherweise eine sorgenfreie Saison verheißen. Das sieht jetzt, nach acht Niederlagen in Folge, schon ganz anders aus. Auch beim Bundesliga-Absteiger in Gießen war beim 88:100 letztlich für die Düsseldorfer Basketballer am Wochenende nichts zu holen – trotz großer Gegenwehr und knapper Schlussphase.

Das Trainerteam der ART Giants mit Chefcoach Florian Flabb an der Spitze spricht von einer schwierigen Situation, weil sich die Mannschaft wie in einem Teufelskreis befindet. Das Team darf nicht auseinanderbrechen oder die Hoffnung gänzlich verlieren. Denn eigentlich sind die ART Giants in den wenigsten Spielen völlig zusammengebrochen, sondern konnten im Gegenteil meist bis kurz vor Schluss sogar sehr gut mithalten, um dann die entscheidenden Körbe nicht mehr zu treffen. Zu spüren, wie es ist, als Sieger das Feld zu verlassen, wäre jetzt von entscheidender Bedeutung. Und das haben sich die ART Giants für Samstag gegen die Karlsruhe Lions vorgenommen, wenn hoffentlich wieder so viele Zuschauer kommen wie gegen Paderborn am vergangenen Mittwoch und für eine so gute Atmosphäre sorgen.

Ein gutes Spiel abgeliefert zu haben, war zuletzt nur ein schwacher Trost für Lennart Boner und sein Team. Foto: Kenny Beele

Natürlich ist der Gemütszustand der besten Düsseldorfer Korbjägern derzeit nicht in den Bereichen von himmelhochjauchzend zu finden. Aber das Team glaubt noch an sich, die Stimmung im Training und auf der Platte ist gut. Die Spieler feuern sich gegenseitig an und auch eine gewisse Müdigkeit, die normalerweise nach einigen Niederlagen in Folge sukzessiv auftaucht, ist nicht zu spüren. Dass andere Teams in der Schlussphase noch zulegen können, hat dagegen etwas mit der Konzentration der ART Giants und der großen Zahl an Fehlern zu tun, die dem Flabb-Team in dieser Phase dann unterlaufen.

Nach dem deutlichen Durchhänger in Nürnberg, als die Mannschaft des jungen Trainers mit 62:95 untergegangen war, ging es von der Leistung her wieder deutlich aufwärts. Die knappen Ergebnisse aktuell gegen Gießen und zuvor gegen Paderborn und in Vechta, wo gegen ein Spitzenteam 99 Punkte erzielt werden konnten, machen deutlich, dass die Mannschaft nur mal wieder den Bock umstoßen müsste, um in die Erfolgsspur zu kommen und wieder mehr an sich glauben zu können. Dann dürfen die groben Patzer mit Ballverlusten und Würfen aus ungünstigen Lagen allerdings nicht mehr vorkommen. Da kann man nur hoffen, dass die Erfahrung und die Abgezocktheit beim Tabellensechzehnten der ProA so wachsen werden, dass kein weiteres Abrutschen auf einen Abstiegsplatz erfolgen wird.

Zuletzt konnte Trainer Florian Flbb mit seinen Spielern nicht ganz zufrieden sein. Foto: Kenny Beele

Mit den Problemen der kurzfristigen oder längeren verletzungsbedingten Ausfällen möchte sich niemand bei den ART Giants herausreden. Doch immer wieder musste die Starting Five verändert werden. Gerade der längere Verzicht auf Booker Coplin als Führungsspieler der Mannschaft hat nicht gutgetan. So können die Automatismen nur mit Einschränkungen so richtig eingespielt werden und wirken. Ob Melkisedek Moreaux am Samstag gegen Karlsruhe (19 Uhr) dabei sein wird, ist ebenfalls noch nicht sicher. Allerdings bemüht sich der Verein um einen neuen Spieler auf einer Schlüsselposition und hofft, diesen bereits am Samstag einsetzen zu können. Der nächste Gegner aus Karlsruhe hat zehn Punkte mehr auf dem Konto und ist Zehnter.

Das sagt der Trainer Florian Flabb:Wir schaffen es über Teile der Spiele guten Basketball zu spielen und gehören so auch in die Liga. Und dann kommen zum Ende grobe Aussetzer, die uns ein besseres Ergebnis oder einen Sieg kosten. Die Fehler in der Schlussphase sind grob fahrlässig teilweise und haben für mich mit dem Selbstvertrauen zu tun. Unsere große Aufgabe ist jetzt, die Jungs so zusammenzuhalten und ihnen wieder mehr Selbstvertrauen zu geben, um in der Lage zu sein, Spiel zu gewinnen. Jetzt müssen wir allerdings auch unbedingt mal wieder gewinnen. Es kommt nicht darauf, wie wir gewinnen, sondern dass wir gewinnen. Die Junges brauchen Vertrauen in die Sachen, die wir machen wollen. Der Plan müsste mal wieder so umgesetzt werden, dass wir als Sieger vom Feld gehen können.“

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